{"id":2449,"date":"2017-04-04T00:03:28","date_gmt":"2017-04-03T22:03:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.city-magazin.at\/?p=2449"},"modified":"2017-05-15T13:59:23","modified_gmt":"2017-05-15T11:59:23","slug":"zweihundert_mal_gaudi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/zweihundert_mal_gaudi\/","title":{"rendered":"Zweihundert Mal Gaudi und Gesch\u00e4ft"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\">Zweihundert Mal <\/span>Gaudi und Gesch\u00e4ft<\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4>Der Urfahraner Markt startet heuer am 29.04. und ist das gr\u00f6\u00dfte Volksfest des Landes<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p><em>Er war in seinen Anf\u00e4ngen blo\u00df f\u00fcr den Handel von Waren aller Art bestimmt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts kamen die Belustigungen hinzu und das, was wir heute als \u201eFreakshow\u201c bezeichnen w\u00fcrden. So hie\u00df es beispielsweise \u201eGemma Mitzi schaun\u201c. Die 265 kg schwere Kolossaldame galt als Sensation ab den 1930er Jahren. Sie stemmte gleichzeitig vier M\u00e4nner hoch, dann entbl\u00f6\u00dfte sie vor nur weiblichem Publikum ihren gewaltigen Busen.<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Solch kuriose Darbietungen zogen Zuschauer zwischen 1923 und 1973 geradezu magnetisch an. Danach verloren sie allm\u00e4hlich ihren Reiz bzw. \u00fcbernahm das Fernsehen diese Funktion. Striptease-Shows erfreuten sich ebenfalls gro\u00dfer Beliebtheit. Letztere entfachten 1978 einen eigenartigen Streit: Ein Schausteller wollte keine Lustbarkeitssteuer f\u00fcr sie zahlen und behauptete, sie seien lediglich als Belustigungen einzustufen. Die zust\u00e4ndigen Finanzbeamten waren allerdings anderer Ansicht und so musste der Impresario 16.000 Schilling berappen.<\/p>\n<p><strong>Bescheidene Anf\u00e4nge. <\/strong>Derartige Debatten h\u00e4tte Kaiser Franz I. kaum voraussehen k\u00f6nnen, als er es erlaubte, M\u00e4rkte abzuhalten. Seit 200 Jahren finden diese nun im Fr\u00fchling und im Herbst statt; sie dauerten jeweils zwei Tage. Dort standen landwirtschaftliche und gewerbliche Erzeugnisse aus dem M\u00fchlviertel im Vordergrund. Die Besucher am\u00fcsierten sich \u00fcber B\u00e4nkels\u00e4nger, die schaurige Geschichten erz\u00e4hlten, und \u00fcber Akrobaten \u2013 dann wechselten sie zum Zahnbrecher \u00fcber. Dieser zog in aller \u00d6ffentlichkeit kranke Z\u00e4hne. Wer an Tumoren oder Kinderl\u00e4hmung litt, erhoffte sich Heilung mittels einer Halsantenne vom Quacksalber. Diese Linzer Erfindung bestand aus einem Silberdraht mit aufgef\u00e4delten Glassteinen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts erlebte der Markt gute und schlechte Jahre. Ab 1894 erhielt die Gemeindevertretung die Erlaubnis, ihn von zwei auf jeweils acht Tage zu verl\u00e4ngern. In weiterer Folge \u00e4nderte sich sein Erscheinungsbild radikal.<\/p>\n<p><strong>Hauptsache Unterhaltung. <\/strong>Die M\u00e4rkte wurden immer mehr zum Volksfest \u2013 ohne nennenswerten Handelsschwerpunkt. Diese Tendenz verst\u00e4rkte sich in den Jahren des Ersten Weltkriegs. Einerseits kam es damals zu einer Warenverknappung, andererseits nahm das Dirnenwesen (Prostitution) zu, weil die in Linz stationierten Soldaten einschl\u00e4gige Zerstreuung suchten. Erst 1911 durfte ein Marktwirt Bier, Wein und Limonade ausschenken. Dazu verzehrten die G\u00e4ste W\u00fcrste, Schnitzel und Gulasch. Der Wienerwald-Gr\u00fcnder Friedrich Jahn l\u00f6ste 1958 eine kulinarische Revolution im Festzelt aus, als er das Grillhendl einf\u00fchrte. Jeweils im Fr\u00fchling und Herbst konsumieren nun Besucher zwischen 8.000 und 11.000 knusprige \u201eGlucken\u201c. Nach Kriegsende begann die Bl\u00fctezeit der Schausteller. Sie zeigten wilde Tiere sowie Menschen au\u00dferhalb k\u00f6rperlicher Normen und luden zum Ringelspiel ein. Karussells kamen als erste Fahrgesch\u00e4fte zum Einsatz. Ihr urspr\u00fcnglicher Zweck war es, junge Adelige f\u00fcr Turniere zu trainieren. Kein Ponyhof war das Leben des fahrenden Volkes. Die Schausteller arbeiteten beinahe rund um die Uhr, manche von ihnen froren im Winter in unbeheizten Wohnw\u00e4gen. Ihre Kinder mussten alle paar Tage oder Wochen die Schule wechseln. Heute ist ihr Leben immer noch beschwerlich; trotzdem lieben die meisten ihren Beruf. \u201eDu brauchst Wurzeln\u201c, erinnerte einmal eine B\u00e4uerin ihre \u201efahrende\u201c Tochter. \u201eWozu?\u201c, erwiderte diese, \u201eich habe Fl\u00fcgel!\u201c.<\/p>\n<p><strong>Ungewisse Zukunft. <\/strong>Hallen f\u00fcr Warenaussteller errichtete man erst ab 1954. Nun lauern \u00dcberzeugungsk\u00fcnstler in den Kojen, die neben Haushaltswaren und Bekleidung \u201enanotechnische\u201c Autopasten und Putzmittel mit wundersamen Eigenschaften anpreisen. Die altehrw\u00fcrdige Veranstaltung bedarf einer Erneuerung, sind sich die Experten einig. Zum Beispiel k\u00f6nnten vermehrt Bio- und Gesundheitsprodukte eine wichtige Rolle spielen. Damit w\u00fcrde man Menschen ansprechen, die herk\u00f6mmliche Volksfeste meiden. Au\u00dferdem pl\u00e4dieren einige daf\u00fcr, politische Veranstaltungen im Bierzelt zu verbieten. Es gibt bereits eine Menge Ideen, aber noch sind keine Entscheidungen gefallen. Niemand wei\u00df also, was wir vom dritten Jahrhundert des \u201eUrfahraner Jahrmarktes\u201c zu erwarten haben. Lassen wir uns also einfach \u00fcberraschen!<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto fusion-carousel-border\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"no\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"13\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><li class=\"fusion-carousel-item\"><div class=\"fusion-carousel-item-wrapper\"><div class=\"fusion-image-wrapper hover-type-none\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"528\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-04-Zeitgeschichte-3.png?fit=300%2C528&amp;ssl=1\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"ALLES DREHT SICH. Das gilt heute noch.\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-04-Zeitgeschichte-3.png?resize=170%2C300&amp;ssl=1 170w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-04-Zeitgeschichte-3.png?resize=200%2C352&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-04-Zeitgeschichte-3.png?fit=300%2C528&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/div><\/div><\/li><li class=\"fusion-carousel-item\"><div class=\"fusion-carousel-item-wrapper\"><div class=\"fusion-image-wrapper hover-type-none\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"710\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-04-Zeitgeschichte-2.png?fit=300%2C710&amp;ssl=1\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Urfahraner Markt\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-04-Zeitgeschichte-2.png?resize=127%2C300&amp;ssl=1 127w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-04-Zeitgeschichte-2.png?resize=200%2C473&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-04-Zeitgeschichte-2.png?fit=300%2C710&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/div><\/div><\/li><\/ul><div class=\"fusion-carousel-nav\"><span class=\"fusion-nav-prev\"><\/span><span class=\"fusion-nav-next\"><\/span><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-text\"><p style=\"text-align: center;\">Fotos: \u00a9 Sokoloff, Bernhard Plank<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Urfahraner Markt startet heuer am 29.04. und ist das gr\u00f6\u00dfte Volksfest des Landes. 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