{"id":2904,"date":"2017-09-05T00:38:48","date_gmt":"2017-09-04T22:38:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.city-magazin.at\/?p=2904"},"modified":"2019-01-29T21:33:18","modified_gmt":"2019-01-29T20:33:18","slug":"philipp-hochmair","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/philipp-hochmair\/","title":{"rendered":"PHILIPP HOCHMAIR"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\">Kunst\u00a0<\/span>schafft gute Energie.<\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4><strong><span style=\"color: #e20714;\">PHILIPP HOCHMAIR <\/span><\/strong>\u00fcber Vorstadtweiber, Freir\u00e4ume und die Kraft der Kunst.<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p>Man bezeichnet ihn als Spielw\u00fctigen, als Sprechvirtuosen, als \u201eImmer-Alles-Geber\u201c, als Triebt\u00e4ter auf der B\u00fchne, manchmal auch als Rampensau. In der TV-Erfolgsserie \u201eVorstadtweiber\u201c ist er der m\u00e4nnliche Star. <em>CITY!<\/em>-Redakteurin Hilde Weber traf Philipp Hochmair und durfte dabei nicht nur einen grandiosen Schauspieler, sondern vor allem einen sensiblen und ganz au\u00dfergew\u00f6hnlichen Menschen kennenlernen. <!--more--><\/p>\n<p><em><strong>CITY!:<\/strong> <strong>Die dritte Staffel der \u201eVorstadtweiber\u201c geht ab J\u00e4nner 2018 auf Sendung. Sie spielen darin den schwulen Politiker Joachim Schnitzler, einen ziemlich fiesen Typen. Was ist f\u00fcr Sie das Reizvolle an Ihrer Rolle?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Hochmair: <\/strong>Das Sch\u00f6ne f\u00fcr mich ist, dass Charakterz\u00fcge aus einer meiner Lieblingsrollen am Theater, dem Me\u00adphisto im \u201eFaust\u201c, nun in meine Fernsehrolle einflie\u00dfen. Drehbuchautor Uli Bree hat das sehr gut erkannt und gibt mir auch den Raum, das Teuflische im Schnitzler auszuleben. Das ist ein gro\u00dfes Geschenk f\u00fcr mich. Der Schnitzler w\u00e4chst \u00fcbrigens in der dritten Staffel \u00fcber sich hinaus, r\u00fcckt ins Zen\u00adtrum des Geschehens und kriegt den Platz, sich in eine ganz andere Richtung zu entwickeln. Die Rolle fordert mich zugegebenerma\u00dfen aber auch sehr.<\/p>\n<p><strong><em>F\u00fcr Ihre Rolle im Kinofilm \u201eKater\u201c wurden Sie bei der Diagonale in Graz als \u201eBester Darsteller\u201c ausgezeichnet. Was bedeuten solche Auszeichnungen f\u00fcr Sie? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u201eKater\u201c ist ja im Kino ziemlich untergegangen, war vor allem ein Festivalerfolg, der als solcher aber um die Welt gegangen ist und z.B. auch bei der Berlinale ausgezeichnet wurde. Die Ehrung als bester Schauspieler bei der Diagonale ist f\u00fcr mich der erste Preis meines Lebens, wenn man von der Ehrengalerie im Burgtheater absieht. Es ist die Anerkennung meiner Leistung \u2013 und ja, ich freue mich sehr dar\u00fcber.<\/p>\n<p><strong><em>Wir kennen Sie aber auch als Theaterschauspieler am Burgtheater oder am Thalia Theater Hamburg. Was machen Sie lieber \u2013 B\u00fchne oder Film?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Kombination ist mir wichtig. Serien wie die \u201eVorstadtweiber\u201c sind massentauglich und machen mich einem breiten Publikum bekannt. Im Theater \u2013 egal auf welcher B\u00fchne der Welt \u2013 kann man sich das Herz aus dem Leib spielen, es bleibt doch nur dem Publikum vorbehalten, das gerade anwesend ist. F\u00fcr einen Theaterschauspieler ist es aber auch eine gro\u00dfe Frage: Kann ich in einem Film bestehen? Komme ich aus dem Theater raus oder bin ich letzten Endes auf die B\u00fchne reduziert? Und nat\u00fcrlich muss man auf der B\u00fchne im Moment pr\u00e4sent sein, kriegt die Reaktionen des Publikums unmittelbar mit; im Film kann man eine Szene, die nicht so gut gelungen ist, nachdrehen. Das ist nat\u00fcrlich ein gro\u00dfer Unterschied. Ich bin sehr froh, dass ich auf beiden Spielwiesen t\u00e4tig sein kann.<\/p>\n<p><strong><em>Bekannt sind auch Ihre Soloprojekte wie Goethes \u201eWerther\u201c, Kafkas \u201eAmerika\u201c oder ganz besonders \u201eJedermann reloaded\u201c \u2013 St\u00fccke, in denen Sie alle Rollen \u00fcbernehmen. Was hat Sie bewogen, derartige Projekte auf die B\u00fchne zu bringen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Flexibilit\u00e4t. Wenn man am Theater in St\u00fccken wie dem \u201eFaust\u201c, dem \u201eZerbrochenen Krug\u201c oder auch dem \u201eJedermann\u201c mit vielen anderen auf der B\u00fchne steht, ist man auch auf andere angewiesen, ist man ein Zahnrad in einer gro\u00dfen Maschinerie. Mit meinen Solo-Performances bin ich viel flexibler, kann mein Publikum quasi auf eine Reise mitnehmen oder auch an Orten spielen, an denen sonst \u00fcberhaupt kein Theater stattfindet.<\/p>\n<p><strong><em>Ist ein St\u00fcck wie der \u201eJedermann\u201c heute noch zeitgem\u00e4\u00df?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Zeitgem\u00e4\u00dfer denn je! In unserer Zeit des Turbo-Kapitalismus, in der viele Menschen nur noch an Geld denken und den Glauben verlieren, stellt sich nat\u00fcrlich die Frage: Woran glaubt man noch in dieser Welt? Der Jedermann l\u00e4sst sich ganz klar von seinem Geld und seiner Eitelkeit dominieren und muss in dem Moment, wo der Tod an seine T\u00fcre klopft, erkennen, dass es im Leben um ganz etwas anderes geht als um materielle Dinge.<\/p>\n<p><strong><em>Woran glauben Sie?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>An die Kunst, an die Unsterblichkeit des Theaters, an die Strahlkraft von Literatur, an die gute Kraft von Bildern. Ich glaube an gute Kunst, die uns Grenzen \u00fcberwinden l\u00e4sst, Freir\u00e4ume schafft, ein neues Denken erm\u00f6glicht, vielleicht sogar die Welt zur Ver\u00e4nderung zwingt. Gro\u00dfe Denkprozesse wurden immer durch Kunst eingeleitet.<\/p>\n<p><strong><em>Wenn man Sie auf der B\u00fchne erlebt, hat man den Eindruck, Sie stehen immer unter Strom. Das muss doch enorm anstrengend sein. Woher nehmen Sie diese unb\u00e4ndige Energie?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Aus der Begeisterung f\u00fcr die Sache. F\u00fcr mich ist es so ein Gl\u00fcck, ein St\u00fcck wie \u201eWerther\u201c, \u201eAmerika\u201c oder \u201eJedermann\u201c aufzuf\u00fchren. Als ich \u201eAmerika\u201c das erste Mal gelesen hab, ist mir fast das Herz stehen geblieben, so toll fand ich das und es ist f\u00fcr mich einfach faszinierend, einen Kafka-Roman immer wieder aufs Neue \u00fcber Jahre hinweg aufzuf\u00fchren. Ich habe den Text vor vielen Jahren beim H\u00fcten von K\u00fchen auf einer Alm gelernt und das St\u00fcck inzwischen in so vielen Orten der Welt gespielt und es ist jedes Mal neu und etwas Besonderes. Diese Faszination ist es, die mich antreibt.<\/p>\n<p><strong><em>Kann es sein, dass die Exzentrik, die Sie auf der B\u00fchne ausleben, auch eine Schutz\u00adfunktion hat? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich sehe meine Exzentrik weniger als Schutz als den Wunsch zu zeigen, dass man manchmal auch Regeln beiseitelassen und die Perspektive wechseln kann, und dass die Welt auch verspielt sein kann.<\/p>\n<p><strong><em>Sie stehen ganz offen zu Ihrer Leseschw\u00e4che. Wie erlernen Sie Ihre Rollen? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Indem ich sie quasi in meinen K\u00f6rper ziehe. Ich erarbeite sie mir wie eine Partitur, suche mir die f\u00fcr mich wichtigsten S\u00e4tze heraus, die auch mein Innenleben beschreiben, die spiegeln, was mich ausmacht. Ich m\u00f6chte, dass andere Leute diese S\u00e4tze h\u00f6ren k\u00f6nnen und daf\u00fcr muss ich sie auswendig lernen und sie so sprechen, dass sie h\u00f6rbar sind. Wenn das funktioniert, gibt es ein unglaublich gutes Echo. Gute Kunst schafft gute Energie. Und daran glaube ich.<\/p>\n<p><strong><em>Wie k\u00f6nnen Sie sich die Texte merken?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Daf\u00fcr hat wohl jeder seine eigene Taktik. Ich lasse mir Texte vorlesen, mache die Augen zu und spreche nach. Es dauert zwar recht lange, bis ich alles im Kopf habe, aber wenn es einmal drin ist, kann ich es jederzeit abrufen.<\/p>\n<p><strong><em>Haben Sie Lampenfieber?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich bin vor jeder Auff\u00fchrung aufgeregt und da ist manchmal die Angst, ob ich das auch alles so hinkriege, wie ich es mir vorstelle. Aber es ist f\u00fcr mich eine freudige Erregung auf das, was nun kommt und die Angst ist eher die, dass es bald wieder vorbei ist, wo ich es doch grad so genie\u00dfe.<\/p>\n<p><strong><em>Sie haben ober\u00f6sterreichische Wurzeln, sind in Wien geboren, leben heute in Hamburg und Wien und sind mit Ihren Programmen auf der ganzen Welt unterwegs. Wo ist Heimat f\u00fcr Sie?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Auch in der Kunst, denn so was wie eine konkrete Heimat habe ich nicht. Ich habe viele Orte, die f\u00fcr mich zur Heimat werden. Das kann ein Theater genauso sein wie ein Museum oder auch eine Gegend, in der mir der Dialekt vertraut ist, so wie etwa in Ober\u00f6sterreich.<\/p>\n<p><strong><em>Gibt es etwas, das Sie in Ihrem Leben unbedingt noch machen m\u00f6chten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Bauer werden im Innviertel. Das wollte ich schon als Kind. Sich zur\u00fcckziehen in die Natur, mit Tieren leben, einen Ort finden, der einem noch einmal die Chance gibt, sich ein eigenes kleines Paradies zu schaffen, wo sich Gleichgesinnte einfinden. Wie das \u201eNaturtheater von Oklahoma\u201c in Kafkas Amerika-Roman.<\/p>\n<p><strong><em>Was macht Sie gl\u00fccklich?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Dass ich mein Leben so f\u00fchren darf. Dass ich nicht morgens in irgendein B\u00fcro gehen muss, sondern mich auf eine B\u00fchne stellen und etwas performen darf, das mir selber wahnsinnige Freude macht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">PERSONALAKTE<\/span><\/p>\n<p><strong>PHILIPP HOCHMAIR<\/strong><br \/>\nGeboren: 16.10.1973<br \/>\nSternzeichen: Waage<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto fusion-carousel-border\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"no\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"13\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><li class=\"fusion-carousel-item\"><div class=\"fusion-carousel-item-wrapper\"><div class=\"fusion-image-wrapper hover-type-none\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"584\" height=\"500\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-09-Hochmair2.jpg?fit=584%2C500&amp;ssl=1\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-09-Hochmair2.jpg?resize=200%2C171&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-09-Hochmair2.jpg?resize=300%2C257&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-09-Hochmair2.jpg?resize=400%2C342&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-09-Hochmair2.jpg?fit=584%2C500&amp;ssl=1 584w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/div><\/div><\/li><\/ul><div class=\"fusion-carousel-nav\"><span class=\"fusion-nav-prev\"><\/span><span class=\"fusion-nav-next\"><\/span><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-text\"><p style=\"text-align: center;\">Fotos: \u00a9 Heike Blenk, Ela Angerer<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man bezeichnet ihn als Spielw\u00fctigen, als Sprechvirtuosen, als \u201eImmer-Alles-Geber\u201c, als Triebt\u00e4ter auf der B\u00fchne, manchmal auch als Rampensau. 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