{"id":3076,"date":"2018-05-01T02:01:32","date_gmt":"2018-05-01T00:01:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.city-magazin.at\/?p=3076"},"modified":"2019-01-29T21:39:30","modified_gmt":"2019-01-29T20:39:30","slug":"goebel-alexander","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/goebel-alexander\/","title":{"rendered":"Alexander Goebel"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\">Macho\u00a0<\/span>sympatico.<\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4>ALEXANDER GOEBEL \u00fcber M\u00e4nner, Macht und den Sinn des Lebens.<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p>Er gilt als Meister des Wortwitzes, seine Soloprogramme haben einen hohen Unterhaltungsfaktor.<\/p>\n<p><em>City!<\/em>-Redakteurin Hilde Weber traf den vielseitigen Entertainer zu einem unerwartet ernsten Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p><!--more--><em>CITY!: <\/em><strong><em>Am 9. August gastieren Sie mit Ihrem Programm \u201eM\u00e4nner\u201c im Rosengarten am P\u00f6stlingberg. Worauf darf sich das Publikum freuen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Goebel: <\/strong>Zun\u00e4chst einmal auf viel Spa\u00df, denn meine Nummer 1 Pr\u00e4misse in der direkten Auseinandersetzung mit dem Publikum ist Unterhaltung. Mein Credo ist die m\u00e4nnliche Identit\u00e4t, f\u00fcr deren Neubestimmung es nie zu sp\u00e4t ist. Eingedenk dessen, dass wir M\u00e4nner uns in einer prek\u00e4ren Situation befinden, weil wir es verpasst haben, bei der Emanzipation mitzumachen. Die ganz Aufrechten haben das Sitzpinkeln und das Warmduschen gelernt und versucht, so frauenfreundlich wie nur m\u00f6glich zu sein. Was politisch wahrscheinlich richtig ist, individuell aber ganz falsch sein kann, weil irgendwann sind den Frauen die M\u00e4nner abhanden gekommen. Und heute w\u00fcnschen sich viele wieder einen \u201erichtigen Kerl\u201c.<\/p>\n<p><strong><em>Wann ist ein Mann ein Mann?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wenn er die Chance wahrnimmt, in Selbstreflektion zu gehen. Das ist wohl das M\u00e4nnlichste, was ein Mann tun kann: sich selbst aus einer kritischen Distanz zu sehen und dann direkt in Kommunikation zu gehen. Nicht mit Frauen, sondern mit anderen M\u00e4nnern. Wir M\u00e4nner m\u00fcssen genau das machen, was die Frauen 1968 gemacht haben \u2013 und ich war dabei. Ich habe damals in einer Kommune gelebt und mitbekommen, wie Frauen pl\u00f6tzlich miteinander gesprochen haben. Nicht dar\u00fcber, ob es fair sei, dass sie f\u00fcr die gleiche Arbeit um ein Viertel weniger bekommen wie M\u00e4nner \u2013 ein unfassbarer Zustand, der sich leider bis heute nicht ge\u00e4ndert hat. Sie haben auch nicht \u00fcber Politik geredet, sondern \u00fcber ihre Sexualit\u00e4t, und das auf sehr lustvolle Art. Und deshalb habe ich jetzt so viel Hoffnung f\u00fcr unsere Kids. Wie zum Beispiel junge Menschen in den USA nun an Probleme wie Schulmassaker, Rechtsruck oder \u201eTrumpismus\u201c lustvoll herangehen, wie sie lachend dagegen protestieren, wie sie Spa\u00df am politischen Widerstand haben, das freut mich. Das ist die Lebensader der Revolution. Die f\u00e4ngt immer im Bauch an und der Kopf folgt.<\/p>\n<p><strong><em>Was w\u00fcrden Sie jungen Menschen von heute raten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich brauche ihnen nichts zu raten, sondern muss froh sein, wenn sie mir Beratung zukommen lassen. Sie sind so viel weiter als ich es in den letzten Jahren je erlebt habe. Das Ziel junger Menschen von heute ist nicht, wie viele annehmen, m\u00f6glichst viel Kohle mit m\u00f6glichst wenig Aufwand zu verdienen. Ihr Ziel ist der Sinn im Leben \u2013 und darum geht es nicht nur bei der Berufswahl, sondern auch in kleinen Dingen des Alltags wie z.B. dem Kauf eines neuen Handys, das fair gehandelt sein muss, bei dem besonders harte Ma\u00dfst\u00e4be betreffend seltene Erden angelegt werden, das zur Reparatur gegeben werden kann usw. Hier w\u00e4chst eine Generation heran, die \u00fcber ihr Konsumverhalten Wirtschaft und Industrie zu neuen Ma\u00dfst\u00e4ben erzieht. Darauf hoffe ich.<\/p>\n<p><strong><em>Wollten Sie jemals etwas Anderes werden als Schauspieler\/ Entertainer?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich wollte immer eine kraftvolle, kreative T\u00e4tigkeit haben. Es h\u00e4tte mich auch interessiert, Dirigent, Journalist oder Verleger f\u00fcr Kunstb\u00fccher zu werden. Der Weg, den ich letztendlich als K\u00fcnstler gegangen bin, war sicher eine gute Entscheidung. Aber die Suche h\u00f6rt nie auf, ich bin nach wie vor einer der neugierigsten Menschen, ich hole mir Arbeit, wo immer ich sie kriegen kann.<\/p>\n<p><strong><em>Man sagt oft, Sie seien ein Macho. Stimmt das?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nun, man braucht als K\u00fcnstler ein \u00f6ffentliches Bild und wenn man nicht selbst daf\u00fcr sorgt, dann tun es andere. Das geht dann meistens schief. Als mein Lied \u201eDieser K\u00f6rper ist der nackte Wahnsinn\u201c vor Jahren ein Hit war, wurde ich in einem Interview gefragt: \u201eSind Sie denn ein Macho?\u201c Meine Antwort: \u201eAls solcher empfinde ich mich nicht, aber ich habe auch nichts dagegen. Ich sehe mich als Macho mit Augenzwinkern.\u201c Daraus wurde \u201eIch bin ein Macho!\u201c Und die letzten zwei Worte habe ich nie mehr wieder in den Satz hineinbekommen. \u00dcbrigens denken ja heute noch viele, das sei ein Lied \u00fcber meinen K\u00f6rper. Was mich \u00fcber viele Jahre in einen furchtbaren Stress gebracht hat. Ich bin aus dem Fitness-Center gar nicht mehr rausgekommen, einfach weil ich daran gemessen wurde. Und ich kann heute in kein Freibad gehen, weil sofort aus jeder Ecke kommt: \u201eNa, der nackte Wahnsinn ist er nimmer!\u201c<\/p>\n<p><strong><em>Sie sind auch als Autor aktiv \u2013 eines Ihrer B\u00fccher tr\u00e4gt den Titel \u201eGute Gef\u00fchle\u201c. Was erzeugt bei Ihnen gute Gef\u00fchle?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich liebe es, wenn ich ein gutes Gespr\u00e4ch f\u00fchren kann, bei dem ich die Gewissheit habe, etwas lernen zu k\u00f6nnen. Das Gespr\u00e4ch ist immer der Schritt Nummer 1. Ein Beispiel: Emp\u00f6rung hat noch keine Gesellschaft ver\u00e4ndert \u2013 ge\u00e4u\u00dferte Emp\u00f6rung ist der erste Schritt. Man muss sich der Auseinandersetzung stellen und ich mache das sehr gerne, weil mich als Mann der Sprache jedes gute Wort inspiriert. Mir fallen Geschichten, St\u00fccke, Programme ein \u2013 ohne Kommunikation ginge das nicht.<\/p>\n<p><strong><em>Wenn man Sie mit Ihrer Energie und Kraft auf der B\u00fchne erlebt, kann man kaum glauben, dass Sie im Oktober 65 werden. Wie gehen Sie mit dem Alter um? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wunderbar! Ich bin so stolz auf mich. Ich bin mit 15 zum ersten Mal auf der B\u00fchne gestanden, feiere also heuer mein 50j\u00e4hriges B\u00fchnenjubil\u00e4um \u2013 kaum zu glauben. In meinem Leben ist aber auch alles unglaublich gut gelaufen. Ich war in all den Jahren nicht einen Tag arbeitslos bzw. w\u00e4re es mir niemals eingefallen, mich arbeitslos zu melden, wenn nach dem Ende eines Engagements nicht nahtlos ein weiteres angeschlossen h\u00e4tte bzw. ich mein n\u00e4chstes Programm nicht fertig gehabt h\u00e4tte. Als jemand, der im Vergleich zur ber\u00fchmten alleinverdienenden Mutter an der Kasse sehr gut verdient, sehe ich es als meine Pflicht an, auch mal von pers\u00f6nlichen R\u00fccklagen zu leben. Es w\u00fcrde mir in 100 Jahren nicht einfallen, dem Staat am S\u00e4ckel zu gehen bzw. dieses Geld anderen wegzunehmen, die wirklich von der Notstandshilfe leben m\u00fcssen. Das ist meine Art von Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong><em>Wie halten Sie sich fit?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich versuche nach wie vor, in der schweren Auseinandersetzung mit meinem gleichaltrigen Schweinehund zu obsiegen und ins Fitness-Center zu gehen. Fit h\u00e4lt mich aber auch der Aki, mein Hund, der jeden Tag zweimal raus muss \u2013 und bei ihm bedeutet \u201eraus\u201c gleich mal 2-3 Stunden marschieren im Wienerwald.<\/p>\n<p><strong><em>Mit wem w\u00fcrden Sie gerne einmal einen Abend verbringen, und warum?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mit Cleopatra und mit Margareth Thatcher \u2013 die beiden w\u00fcrden mich interessieren, weil es Frauen sind, denen man nachsagt, sie h\u00e4tten Kriege begonnen. Ich sage ja immer wieder auf der B\u00fchne, dass ich mir mehr Frauen in der Politik w\u00fcnsche \u2013 oder noch besser: eine hodenlose Politik. Ich bin der Meinung, dass das \u201eDicke-Eier-Symptom\u201c Kriege verursacht, dieser \u00fcbersch\u00fcssige Testosterongehalt vieler M\u00e4nner, der einfach Unheil anrichtet. In dieses Risiko sollten wir gar nicht gehen.<\/p>\n<p><strong><em>Was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr die Zukunft?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Eine neue Gespr\u00e4chskultur, eine Zusammenarbeit zwischen Kultur und Wirtschaft auf Augenh\u00f6he, eine gesamtgesellschaftliche Hochachtung K\u00fcnstlern gegen\u00fcber, die Bildung aus den Klauen der Politik zu rei\u00dfen und die ein- f\u00fcr allemal ersatzlose Streichung des Begriffes Macht inkl. all seiner Deutungen. Die Frage kann nur sein: Brauchen wir Macht? Und die Antwort kann nur sein: Ja, wenn sie vern\u00fcnftig gehandhabt wird. Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass es offenbar entweder keine vern\u00fcnftige Macht gibt oder dass Menschen zu sehr verf\u00fchrt sind, die unvern\u00fcnftige Macht zugunsten ihres Egos zu ben\u00fctzen. Das hei\u00dft: wir k\u00f6nnen sie streichen, denn wir haben die Vernunft, mit der wir Menschen \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, das Richtige zu tun. Wir brauchen keine Macht.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto fusion-carousel-border\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"no\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"13\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><li class=\"fusion-carousel-item\"><div class=\"fusion-carousel-item-wrapper\"><div class=\"fusion-image-wrapper hover-type-none\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"333\" height=\"500\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/2018-05-Goebel-7.jpg?fit=333%2C500&amp;ssl=1\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/2018-05-Goebel-7.jpg?resize=200%2C300&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/2018-05-Goebel-7.jpg?fit=333%2C500&amp;ssl=1 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