{"id":3111,"date":"2018-07-03T02:05:00","date_gmt":"2018-07-03T00:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.city-magazin.at\/?p=3111"},"modified":"2019-01-29T21:27:45","modified_gmt":"2019-01-29T20:27:45","slug":"martina-mara","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/martina-mara\/","title":{"rendered":"MARTINA MARA"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\">Bl\u00f6der <\/span>werden wir nicht.<\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4>MARTINA MARA \u00fcber k\u00fcnstliche Intelligenz, Verantwortung und Visionen.<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p>Staubsauger- und Rasenm\u00e4her- Roboter geh\u00f6ren schon zum Alltag, selbstfahrende Autos sind keine Vision mehr. Inwieweit beeinflussen, ja bestimmen Roboter bereits unser Leben? Und was kommt noch? Dar\u00fcber plauderte City!-Redakteurin Hilde Weber mit Roboterpsychologin Dr. Martina Mara (36).<!--more--><\/p>\n<p><strong>CITY!: Sie sind seit kurzem Professorin f\u00fcr Roboterpsychologie an der Johannes Kepler Universit\u00e4t \u2013 was darf man sich darunter vorstellen?<\/strong><br \/>\n<strong>Mara:<\/strong> Also, bei mir liegen keine Roboter auf dem Freud\u00b4schen Sofa. Daf\u00fcr gibt es auch gar keinen Bedarf, denn Roboter haben keine Psyche. In meiner Arbeit geht es darum, wie Menschen Roboter oder andere autonome Maschinen erleben, wie es ihnen im Umgang damit geht. Welche \u00c4ngste gibt es gegen\u00fcber k\u00fcnstlicher Intelligenz? Wann f\u00fchlen sich Menschen von Maschinen dominiert? Und was kann man dagegen tun?<\/p>\n<p><strong>Ein interessanter Job. Wie war Ihr Weg dorthin?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe urspr\u00fcnglich Kommunikationswissenschaften studiert, hatte dort schon einen sehr technikpsychologischen Fokus und bin im Doktorat dann auf Psychologie umgestiegen. Vor knapp 10 Jahren habe ich den japanischen Robotiker Hiroshi Ishiguro getroffen \u2013 ein Enfant terrible in der Technik-Szene, weil er es sich zum Ziel gesetzt hat, Roboter zu entwickeln, die vom Menschen nicht mehr zu unterscheiden sind. Er hat einen robotischen Zwilling von sich gebaut und diesen beim Linzer Ars Electronica Festival pr\u00e4sentiert. Es war h\u00f6chst interessant zu sehen, wie die Menschen auf dieses \u201eDing\u201c reagierten, welche \u00c4ngste und welcher Grusel, aber auch welche Faszination ausgel\u00f6st wurden. Aus sozialwissenschaftlicher, auch psychologischer Perspektive war das sehr interessant und so habe ich das zu einem Forschungsschwerpunkt f\u00fcr mich gemacht.<\/p>\n<p><strong>Die technologische Entwicklung geht rasant voran. Wie wird die Zukunft aussehen?<\/strong><\/p>\n<p>Es wird noch einiges auf uns zukommen, da sehr viele Dinge in der Entwicklung sind. Erste selbstfahrende Autos und auch digitale Assistenten wie Alexa oder Siri gibt\u2019s bereits. Mit vielen positiven Seiten. Aber manche Entwicklung bereitet selbst mir, die ich t\u00e4glich mit der Materie zu tun habe, Unbehagen. So hat Google erst k\u00fcrzlich einen Assistenten pr\u00e4sentiert, der sich am Telefon als Mensch ausgeben und z.B. Friseurtermine oder eine Tischreservierung im Restaurant ausmachen kann \u2013 und zwar so \u201eecht\u201c, dass der Gespr\u00e4chspartner am anderen Ende der Leitung nicht bemerkt, dass er hier mit einem Roboter kommuniziert. Diese Entwicklung finde ich sehr bedenklich, denn hier handelt es sich um bewusste Irref\u00fchrung.<\/p>\n<p><strong>M\u00fcssen wir uns f\u00fcrchten?<\/strong><\/p>\n<p>Ich finde grunds\u00e4tzlich, dass wir das Konkurrenzdenken zwischen Mensch und Maschine ablegen sollten. Wir brauchen positive Zukunftsbilder, auf die man hinarbeiten kann. Es bringt uns ja auch nicht weiter, wenn wir nur d\u00fcster in die Zukunft blicken. Wir sollten uns daher nicht f\u00fcrchten, sondern daran mitarbeiten, dass bei der digitalen Transformation etwas Gutes rauskommt. Dass ein Roboter einen Menschen in seinem gesamten Wesen ersetzt, wird ohnehin nicht m\u00f6glich sein. Aber es gibt viele Bereiche, in denen Roboter Arbeiten abnehmen, in denen k\u00fcnstliche Intelligenz uns unterst\u00fctzen kann. Sei es in der Fertigung am Flie\u00dfband, im Warentransport, bei stupiden, sich st\u00e4ndig wiederholenden T\u00e4tigkeiten oder in der medizinischen Datenanalyse.<\/p>\n<p><strong>Roboter in der Altenpflege, in der Kinderbetreuung, als Kuscheltiere \u2013 ist das nicht auch irgendwie traurig?<\/strong><\/p>\n<p>In allen Bereichen, in denen Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen gefragt ist, wo es um Kommunikation und Erfahrungsaustausch geht, wird der Roboter den Menschen nicht ersetzen k\u00f6nnen. Wir d\u00fcrfen uns da selbst nicht untersch\u00e4tzen! Au\u00dferdem zeigen europaweite Studien, dass sich in sozialen Bereichen wie der Pflege kaum jemand den Einsatz von Robotern w\u00fcnscht. Niemand braucht einen Roboter, der der Oma im Altenheim den Arm streichelt. Aber wir brauchen Roboter, die Pflegerinnen und Pfleger unterst\u00fctzen, damit ihnen mehr Zeit Denken Sie einmal 60 Jahre zur\u00fcck. Damals haben sicher viele Menschen gesagt: \u201eIch lasse meine sch\u00f6ne Bluse doch nicht von einer Maschine waschen, das mache ich schon selber. Die Maschine macht sie mir doch h\u00f6chstens kaputt.\u201c Heute ist eine Waschmaschine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Nat\u00fcrlich werden wir in manchen Bereichen Kompetenzen verlieren, wie etwa auch bei der Handschrift, was ich im \u00dcbrigen sehr bedauerlich finde. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob meine Tochter noch einen klassischen F\u00fchrerschein wird machen m\u00fcssen. Aber ehrlich: Was hindert uns denn daran, manche Dinge weiterhin zu tun? Was h\u00e4lt uns davon ab, einen Brief mit der Hand zu schreiben? Dort, wo der Benefit einer Technologie die Melancholie \u00fcber etwaige Kompetenzverluste \u00fcbertrifft, werden wir sie wohl n\u00fctzen. Was uns selbst sehr wichtig ist, werden wir uns erhalten. Und eines ist auch sicher: Bl\u00f6der werden wir nicht. Nachweislich wird der Mensch immer intelligenter, und eine gro\u00dfe Chance der Automatisierung liegt darin, dass wir uns in der Zukunft mehr in Richtungen bewegen, die uns besonders liegen: Forschung, Erfindergeist, Kreativit\u00e4t, Kunst, Kommunikation.<\/p>\n<p><strong>Themenwechsel. Welche Urlaubspl\u00e4ne haben Sie f\u00fcr diesen Sommer?<\/strong><\/p>\n<p>Wir werden heuer in \u00d6sterreich bleiben und verbringen einige entspannte Tage in der Wachau und danach in einer H\u00fctte am Katschberg. Als Fernreise kommt wahrscheinlich bald wieder einmal Japan an die Reihe. Nachdem mein Mann beruflich in einem \u00e4hnlichen Bereich zu tun hat wie ich, ist Japan f\u00fcr uns immer interessant und faszinierend. Wir waren schon oft dort und wann immer es m\u00f6glich ist, h\u00e4ngen wir ein paar Urlaubstage in der Gegend Kyotos dran.<\/p>\n<p><strong>Was machen Sie in Ihrer Freizeit?<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich verbringe ich gerne Zeit mit meiner kleinen Tochter \u2013 zeichnen, basteln, spielen. Eine nerdige Ader habe ich schon auch: Ich mag Computerspiele, am liebsten Jump\u2019N\u2019Runs der Sorte Super Mario und ich liebe Live Escape Games, bei denen man komplexe R\u00e4tsel l\u00f6sen muss, um sich aus einem Raum zu befreien. Mein gr\u00f6\u00dftes Hobby ist aber wahrscheinlich kochen, sehr gerne asiatisch. Da haben mir japanische Freunde einige Tricks verraten und so stehen bei uns \u00f6fter Teriyaki-Lachs, Udon-Nudeln, Gyoza oder Tempura auf dem Speisenplan.<\/p>\n<p><strong>Mit wem w\u00fcrden Sie gerne einmal einen Abend verbringen, und warum?<\/strong><\/p>\n<p>Am liebsten allein mit meinem Mann. Ist man erst einmal Mama und Papa, lernt man sch\u00f6ne Abende in Zweisamkeit ja wieder zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr die Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p>Wie lang darf denn die Liste sein? Spontan w\u00fcrde ich mir w\u00fcnschen, dass wir den Plastikm\u00fcll aus den Meeren bekommen. Dass f\u00fchrende Online-H\u00e4ndler aufh\u00f6ren, neue Ger\u00e4te, M\u00f6bel oder Schuhe zu zerst\u00f6ren, nur weil sie Platz im Lager brauchen. Und dass Technologie nicht zu weniger, sondern zu mehr Menschlichkeit f\u00fchrt: Die Menschen m\u00fcssen wieder mehr miteinander reden, mehr Toleranz f\u00fcreinander aufbringen. Mangelnde Offenheit f\u00fcr die Blickwinkel Anderer, das Einnisten in der eigenen Filterblase, sehe ich als gro\u00dfe gesellschaftliche Probleme.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">PERSONALAKTE<\/span><\/p>\n<p><strong>MARTINA MARA<\/strong><br \/>\nGeboren: 1981, ist Technikpsychologin, Publizistin<br \/>\nund seit April 2018 Professorin f\u00fcr<br \/>\nRoboterpsychologie an der JKU Linz. Sie<br \/>\npromovierte 2014 an der Universit\u00e4t Koblenz-<br \/>\nLandau zu menschen\u00e4hnlichen Robotern und<br \/>\nwar viele Jahre als Forscherin am Ars Electronica Futurelab<br \/>\nt\u00e4tig. Sie ist au\u00dferdem Mitglied des \u00d6sterreichischen Rats f\u00fcr<br \/>\nRobotik und Kolumnistin der Ober\u00f6sterreichischen Nachrichten.<br \/>\nMartina Mara ist verheiratet, Mutter einer dreij\u00e4hrigen<br \/>\nTochter und lebt mit ihrer Familie in Linz.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto fusion-carousel-border\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"no\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"13\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><li class=\"fusion-carousel-item\"><div class=\"fusion-carousel-item-wrapper\"><div class=\"fusion-image-wrapper hover-type-none\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"390\" height=\"487\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/2018-07-Linz-Mara2.jpg?fit=390%2C487&amp;ssl=1\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/2018-07-Linz-Mara2.jpg?resize=200%2C250&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/2018-07-Linz-Mara2.jpg?resize=240%2C300&amp;ssl=1 240w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/2018-07-Linz-Mara2.jpg?fit=390%2C487&amp;ssl=1 390w\" sizes=\"auto, (max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><\/div><\/div><\/li><\/ul><div class=\"fusion-carousel-nav\"><span class=\"fusion-nav-prev\"><\/span><span class=\"fusion-nav-next\"><\/span><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-text\"><p style=\"text-align: center;\">Fotos: \u00a9 Wakolbinger, Markus Thums<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Staubsauger- und Rasenm\u00e4her- Roboter geh\u00f6ren schon zum Alltag, selbstfahrende Autos sind keine Vision mehr. 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