{"id":3942,"date":"2019-09-30T23:32:21","date_gmt":"2019-09-30T21:32:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.city-magazin.at\/?p=3942"},"modified":"2019-10-29T00:26:18","modified_gmt":"2019-10-28T23:26:18","slug":"interview-mit-lippert-herbert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/interview-mit-lippert-herbert\/","title":{"rendered":"Interview mit Lippert Herbert"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\">Operette<\/span> neuem NIVEAU.<\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4>HERBERT LIPPERT \u00fcber sein Gastspiel in Linz und seine Liebe zu O\u00d6.<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p>Der geb\u00fcrtige Linzer Herbert Lippert\u00a0 (61) ist einer der gefragtesten Ten\u00f6re unserer Zeit, aber auch als Maler erfolgreich. Welches interessante Projekt er im Oktober auf die Brucknerhaus-B\u00fchne bringt, verriet er <span class=\"\"><i class=\"\">City!<\/i><\/span>-Redakteurin Hilde Weber im exklusiven Talk.<!--more--><\/p>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">CITY!:<\/i><\/b><\/span><b class=\"\"><i class=\"\"> Am 23. Oktober gastieren Sie mit dem von Ihnen gegr\u00fcndeten Projekt \u201eO-MIA \u2013 Operette Made In Austria\u201c im Linzer Brucknerhaus. Worauf darf sich das Publikum freuen?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\">Lippert:<\/b> Auf ein modern inszeniertes, multimediales Event mit historischen und sozialkritischen Aspekten, das die Operette in den Vordergrund stellt. Wir pr\u00e4sentieren dem Publikum die gro\u00dfen Schlager der Operette, informieren aber auch \u00fcber das Leben und die Lebensumst\u00e4nde in der Entstehungszeit dieser Werke.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Was waren Ihre Intentionen, das Projekt \u201eO-MIA\u201c auf die Beine zu stellen?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">In meiner fr\u00fchesten Zeit als Staats-<br class=\"\" \/>operns\u00e4nger hat mich Marcel Prawy unter seine Fittiche genommen, mich mit seiner Affinit\u00e4t zur Operette angesteckt und in mir als jungem S\u00e4nger diese Faszination geweckt. Ich besch\u00e4ftige mich also schon seit fast 40 Jahren sehr intensiv mit der Operette und war seit l\u00e4ngerem schon mit dem, wie man heute Operette auf kitschigen Klamauk reduziert, nicht mehr einverstanden. Diese Plumpheit, sich zeigend in Dialogen oder Uralt-Witzen, die man schon 100fach geh\u00f6rt hat, ist mir einfach auf die Nerven gegangen.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Mit \u201eO-MIA\u201c wollten Sie gegensteuern?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">Schauen Sie, in jeder Operette gibt es geniale Melodien \u2013 nur, unsere Jugend kennt sie \u00fcberhaupt nicht mehr. Und mit d\u00fcmmlichen Dialogen werden wir junge Menschen nicht erreichen k\u00f6nnen. Meine Fragen waren: \u201eWas interessiert die Jugend von heute? Wie k\u00f6nnen wir ihr die Schlager von damals nahebringen?\u201c Das geht nur multimedial, denn nahezu jeder, insbesondere die Jungen, hat heutzutage ein Handy, einen Laptop, ein I-Pad. Also bedarf es einer Show mit LED-Wand, Lichttechnik und gro\u00dfem Spektakel, um junges Publikum \u2013 und dazu z\u00e4hle ich auch 35-40j\u00e4hrige, die sich bisher noch nie mit Operette befasst haben \u2013 in ein Konzerthaus zu bringen und ihnen die gro\u00dfen Operetten-Hits von damals nahezubringen.<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Hat das Genre Operette also aus Ihrer Sicht diesen Relaunch gebraucht?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Das gesamte \u201eO-MIA\u201c-Team m\u00f6chte sich hier sicher nicht auf das Stockerl heben, der Operette ein neues Bild zu verschaffen. W\u00e4hrend unsere Tournee 2021 in China jetzt schon fast ausverkauft ist, begegnet man uns hierzulande mit Skepsis. Das mag in der Mentalit\u00e4t des \u00d6sterreichers liegen, der meint: \u201eWir sind ein Kulturland, wir kennen die Operette seit 150 Jahren \u2013 was brauchen wir also nun einen Lippert, der die Operette neu interpretieren will?\u201c. Der \u00d6sterreicher identifiziert sich wohl mit unserer Kultur, mit einem Mozart, Mahler und Beethoven ebenso wie mit Schiele und Klimt \u2013 auch wenn er sich nicht unbedingt damit besch\u00e4ftigt. Gleiches gilt f\u00fcr Operettenkomponisten wie Johann Strau\u00df, Leo Fall oder Edmund Eysler. Ich gebe zu, dass mich das fuxt \u2013 es ist mir aber gleichzeitig auch Motivation und gibt mir Energie. Ich liebe die Operette und m\u00f6chte mit \u201eO-MIA\u201c das Interesse der Menschen wecken f\u00fcr diese wunderbare Musik, aber auch f\u00fcr die Zeit, in der sie entstanden ist.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Zur\u00fcck zum 23. Oktober im Brucknerhaus. Ist das f\u00fcr Sie als geb\u00fcrtigen Linzer ein Heimspiel?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Ich freue mich schon sehr darauf. Ich bin halt ein eingefleischter Ober\u00f6sterreicher. Sobald ich von Wien kommend \u00fcber die Enns fahre und das Schild \u201eWillkommen in Ober\u00f6sterreich\u201c sehe, fange ich zu juchzen an. Ich verbringe meine Urlaube in Ober\u00f6sterreich, am Traunsee oder am Attersee, und ich mache hier auch gerne Konzerte oder Ausstellungen. Es ist f\u00fcr mich jedes Mal wie Heimkommen.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Ihr zweites Standbein ist ja die Malerei. Ist das Ihr Ausgleich zur Musik?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Zweites Standbein stimmt nicht ganz, denn ich habe zuerst Malerei studiert und dann erst Gesang. Heute bin ich in der gl\u00fccklichen Lage, dass ich beide Kunstrichtungen verbinden kann. So habe ich z.B. zu den 24 Liedern in Schuberts \u201eWinterreise\u201c 24 riesige \u00d6lbilder gemalt, die dann im Gustav-Mahler-Saal der Wiener Staatsoper ausgestellt wurden und ich hab die \u201eWinterreise\u201c dazu gesungen \u2013 mit sehr gro\u00dfem Erfolg. Derzeit arbeite ich an einem neuen Projekt, diesmal mit Blickwinkel Oper. Ich werde Arien aus allen Werken, die ich an der Staatsoper gesungen habe, vortragen und dazu gibt es auch jeweils ein von mir gemaltes Bild. Diese Symbiose von Gesang und Malerei ist f\u00fcr mich ebenso faszinierend wie befriedigend.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Sie waren ja in beiden Bereichen \u2013 Musik und Malerei \u2013 schon fr\u00fch t\u00e4tig. Gab es jemals einen \u201enormalen\u201c Berufswunsch?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Nun, als 8j\u00e4hriger tr\u00e4umt wahrscheinlich jeder Bub einmal davon, so was wie Stra\u00dfenbahnschaffner zu werden. Als Wiener S\u00e4ngerknabe war mir mein Weg aber schon irgendwie vorgegeben, auch wenn es eine Zeit gab, in der ich mit dem Singen keine richtige Freude mehr hatte. Ich bin bei meinen Gro\u00dfeltern aufgewachsen und mein Gro\u00dfvater hat mich oft dazu gedr\u00e4ngt, bei irgendwelchen Festivit\u00e4ten am Land \u2013 seien es Begr\u00e4bnisse oder Hochzeiten \u2013 zu singen. Das ist mir damals ziemlich auf die Nerven gegangen und darum habe ich auch nach der Matura mit dem Studium der Malerei begonnen. Der Gesang ist dann sp\u00e4ter wieder dazu gekommen. Eine andere Berufsausbildung stand aber nie wirklich zur Debatte.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">In Ihrem Wohnzimmer steht ein Grammy, und erst k\u00fcrzlich wurden Sie mit dem \u00d6sterreichischen Musiktheaterpreis 2019 ausgezeichnet. Was bedeuten solche Auszeichnungen f\u00fcr Sie?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Ich bin keiner, der auf irgendwelche Titel oder Auszeichnungen gro\u00dfen Wert legt. Eigentlich sind sie mir ziemlich wurscht. Und obwohl ich der einzige \u00d6sterreicher bin, der mit einem Grammy ausgezeichnet wurde, stand der bei mir daheim 15 Jahre lang irgendwo hinten im Kasten. Erst vor einigen Jahren ist mir bewusst geworden, dass ein Grammy die h\u00f6chste Auszeichnung ist, die ein Musiker bekommen kann. Heute bin ich stolz darauf und freue mich ungemein, dass das Ding bei mir im Wohnzimmer steht. Titel hingegen sind mir v\u00f6llig egal \u2013 ich bin der, der ich bin!<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Gibt es etwas, das Sie abseits von Musik und Malerei in Ihrem Leben gerne noch machen m\u00f6chten?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Nein. Ich habe Kinder, Enkelkinder und eine Frau, mit der ich seit 37 Jahren verheiratet bin und die mit mir durch dick und d\u00fcnn gegangen ist. Ich w\u00fcsste nicht, was ich noch brauchen w\u00fcrde. W\u00fcnsche wie \u201eEinmal muss ich noch auf den Hochlecken rauf\u201c sind doch eher fadenscheinig.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Mit wem w\u00fcrden Sie gerne einmal einen Abend verbringen, und warum?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">Wenn ich mir eine Zeit w\u00fcnschen d\u00fcrfte, in die ich zur\u00fcckgehen k\u00f6nnte, dann w\u00e4ren es die Jahre zwischen 1890 und 1915, die gro\u00dfe \u00c4ra der Operette. Ich w\u00fcrde gerne mit Oskar Straus an einem Tisch sitzen, mit Edmund Eysler Wiener Lieder singen oder mit Richard Tauber ein Glas Wein trinken.<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr die Zukunft?<\/i><\/b><\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">Nun, ich bin ein Mensch, der nicht ruhig sitzen kann und f\u00fcr die Sachen, die er macht, brennt. Ich w\u00fcnsche mir, dass mein gro\u00dfes Projekt \u201eO-MIA\u201c auf fruchtbaren Boden f\u00e4llt und dass es irgendwann einmal auch ohne mich weiter geht. Ich bin jetzt 61 und kann und will nicht ewig auf der B\u00fchne stehen. In 10 Jahren m\u00f6chte ich zwar noch dabei sein, aber vielleicht nur mehr eine Arie singen und die gro\u00dfe B\u00fchne jungen Leuten \u00fcberlassen. Die Jugend muss ran und nicht wir alten Deppen.<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><\/div>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">PERSONALAKTE<\/span><\/p>\n<p><strong>Herbert Lippert<\/strong><br \/>\nGeboren: 7. Oktober 1957 in Linz<br \/>\nSternzeichen: Waage<br \/>\nSeit 1984 ist er Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper<br \/>\nLiebesstatus: gl\u00fccklich verheiratet, 5 Kindern<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.herbertlippert.com\">www.herbertlippert.com<\/a><\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto fusion-carousel-border\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"no\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"13\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><li class=\"fusion-carousel-item\"><div class=\"fusion-carousel-item-wrapper\"><div class=\"fusion-image-wrapper hover-type-none\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"932\" height=\"700\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/2019-10-Lippert-03.png?fit=932%2C700&amp;ssl=1\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/2019-10-Lippert-03.png?resize=200%2C150&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/2019-10-Lippert-03.png?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/2019-10-Lippert-03.png?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/2019-10-Lippert-03.png?resize=600%2C451&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/2019-10-Lippert-03.png?resize=768%2C577&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/2019-10-Lippert-03.png?resize=800%2C601&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/2019-10-Lippert-03.png?fit=932%2C700&amp;ssl=1 932w\" sizes=\"auto, (max-width: 932px) 100vw, 932px\" \/><\/div><\/div><\/li><\/ul><div class=\"fusion-carousel-nav\"><span class=\"fusion-nav-prev\"><\/span><span class=\"fusion-nav-next\"><\/span><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-text\"><p style=\"text-align: center;\">Fotos: \u00a9 Redaktion, G\u00fcnther Pichlkostner<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der geb\u00fcrtige Linzer Herbert Lippert\u00a0 (61) ist einer der gefragtesten Ten\u00f6re unserer Zeit, aber auch als Maler erfolgreich. 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