{"id":4083,"date":"2019-11-25T23:44:59","date_gmt":"2019-11-25T22:44:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.city-magazin.at\/?p=4083"},"modified":"2024-06-02T18:58:00","modified_gmt":"2024-06-02T16:58:00","slug":"stadtpfarrtuermer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/stadtpfarrtuermer\/","title":{"rendered":"STADTPFARRT\u00dcRMER"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\">Als Linz <\/span><span class=\"\">noch von echten\u00a0<\/span>T\u00fcrmern bewacht wurde.<\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><div class=\"\">\n<div class=\"\"><span class=\"\">Auch in fr\u00fcheren Zeiten f\u00fchrten Karrieren schon hoch hinaus, allerdings\u00a0<\/span><span class=\"\">war dies ebenfalls mit einem hohen Ma\u00df an Verantwortung verbunden<\/span>.<\/div>\n<\/div><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p>Die Silhouette von St\u00e4dten, auch von Linz, war gepr\u00e4gt von vielen T\u00fcrmen und T\u00fcrmchen, die als Bestandteil von Wehranlagen oder Kirchen in den Himmel ragten.<!--more--><\/p>\n<div class=\"\">\n<div class=\"\">Und auf manchen von ihnen sa\u00dfen M\u00e4nner in luftiger H\u00f6he, die nicht nur einen guten Ausblick \u00fcber die Stadt genossen, sondern selbige auch bei Gefahr zu warnen hatten. Es waren die T\u00fcrmer \u2013 ein V\u00f6lkchen, \u00fcber das bis heute nur wenig bekannt ist. Im Dienst des Feuermeldewesens standen vor allem der Schmidtor-, der Pfarr- und der Landhaust\u00fcrmer. In den Turmkammern des Schmidtorturms hausten, seit der Mitte des 16. Jahrhunderts bezeugt, die Turmw\u00e4chter. Im s\u00fcdlichen Turm, dem Schmidtorturm, wohnten einst die\u00a0 Thurnermeister (Volksmund Ableitung Turmmeister) mit ihren Gesellen. Das st\u00e4dtische Amt des Thurnermeisters diente der Versorgung der weltlichen Musik, sp\u00e4ter auch der Kirchenmusik; die Obliegenheiten der Linzer Thurnmeister sind in Thurnermeisterordnungen genau bestimmt und festgesetzt.<\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\">Viele Pflichten. <\/b><\/span>Weil der Linzer Stadtthurnermeister als Entgelt f\u00fcr den Musikdienst von der Stadt freies Quartier im Schmidtorturm erhielt, hatte er neben seinen musikalischen Dienstpflichten anf\u00e4nglich auch die Wacht \u00fcber die Stadt zu halten und musste bei Feuersbr\u00fcnsten oder bei Ann\u00e4herung des Feindes die Stadtbewohner von solchen Ereignissen mit seiner Trompete benachrichtigen. 1828 musste der bauf\u00e4llig gewordene Turm abgetragen werden. Mit ihm verschwand auch sein letzter Stadtthurnermeister, der \u00fcbrigens eine ber\u00fchmte Pers\u00f6nlichkeit war. Sein Name war Franz Xaver Gl\u00f6ggl, seine Vorfahren betrieben dieses Amt bereits seit vielen Generationen. Er war ein begabter Musiker und bekleidete auch das Amt des Linzer Domkapellmeisters. Gl\u00f6ggl, der sich auch kompositorisch bet\u00e4tigt hat, war mit Mozart und Beethoven befreundet und stand mit den beiden Gro\u00dfmeistern der Musik w\u00e4hrend ihres Linzer Aufenthaltes in Verbindung. Beethoven schrieb f\u00fcr seinen Linzer Freund sogar drei Equale f\u00fcr vier Posaunen, die auch beim Begr\u00e4bnis des gro\u00dfen Meisters in Wien zur Wiedergabe kamen.<\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\">Feuerspektakel. <\/b><\/span><span class=\"\">Den weitaus wichtigsten Posten hatte allerdings der Stadtpfarrt\u00fcrmer. Als \u201eKirchturner\u201c ist seine Existenz schon 1550 belegt. Er gab das erste Signal im Brandfall, was die restlichen T\u00fcrmer weitergeben mussten. Aus der Zahl der Schl\u00e4ge konnte man heraush\u00f6ren, wo es brannte. Dazu wurden rote Fahnen, bei Nacht Laternen ausgesteckt. Teilweise wurde die Brandrichtung auch durch Sprachrohre angegeben, um ein H\u00f6llen-<br class=\"\" \/>spektakel loszutreten: Hornisten bliesen vor den Kasernentoren, Feuerwehr-Signalisten in den Stra\u00dfen. Bei Nacht kamen noch die H\u00f6rner der Gew\u00f6lbew\u00e4chter hinzu. \u00a0 \u00a0 <\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\">Genervte B\u00fcrger. <\/b><\/span><span class=\"\">Dass der Alarm auch bei kleinen oder Landfeuern ausgebracht wurde, gereichte manchen Linzern zum \u00c4rgernis. Der Ausspruch: \u201eIch sehe nicht ein, warum ich in Linz nicht schlafen darf, wenn in Leonding ein Misthaufen brennt!\u201c, war stadtbekannt. Auf dem Landhausturm wurde Ende der 1830er-Jahre auf Anregung des Paters Resslhuber, der sp\u00e4tere Abt und ber\u00fchmte Astronom des Stiftes Kremsm\u00fcnster, ein sogenanntes Toposkop in Betrieb genommen. Der Turmw\u00e4chter konnte mithilfe dieses Apparates an Hand eines genauen Orts- und H\u00e4userplanes mit ziemlicher Genauigkeit das Brandobjekt feststellen. Der Landhausturm selbst fiel schon 1800 den verheerenden Flammen, vor denen sein T\u00fcrmer die Stadt getreu gewarnt hatte, zum Opfer. Er wurde als erster Teil des abgebrannten Landhauses wieder neu errichtet. Ab 1883 hatte der Stadtpfarrt\u00fcrmer auch ankommende Schiffe anzuzeigen. N\u00e4herte sich ein Dampfer aus Richtung Wien oder Passau, steckte er eine schwarze Tafel aus, sodass die Dienstm\u00e4nner, Fiaker und Postbeamten sich zum Landungsplatz begeben konnten. \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\">Weiter Blick aus enger Stube. <\/b><\/span><span class=\"\">F\u00fcr den Stadtpfarrt\u00fcrmer war das Bauwerk nicht nur Arbeitsplatz, sondern Wohnung zugleich. In einer winzigen Stube \u201ehauste\u201c er mit seiner Familie. Ein Verlassen dieser Stube war f\u00fcr \u00e4ltere T\u00fcrmer kaum mehr m\u00f6glich, denn der Abstieg f\u00fchrte \u00fcber steile Wendeltreppen. So musste die\u00a0 T\u00fcrmersgattin Rei\u00df 1900 in der Wohnung verbluten, da es nicht m\u00f6glich war, rechtzeitig Hilfe heranzubringen. Ihr Sarg wurde unter den Augen der Schaulustigen m\u00fchevoll abgeseilt. Als 1898 in Linz eine st\u00e4ndige Feuerwache eingef\u00fchrt wurde, h\u00f6rte die \u00f6ffentliche Alarmierung der Stadt auf. Es war ein lokales Ereignis, als am 28. August 1898 die Linzer Feuerwehr ihre Erstlingsfahrt unternahm. Erstmals unterblieb der altert\u00fcmliche Feueralarm. Der Pfarrt\u00fcrmer hatte lediglich den Brand telefonisch an die Feuerwehrzentrale gemeldet. Da nun jeder sofort die stets bereite Feuerwehr an den Brandplatz rufen konnte, war die Einstellung der Turmwache blo\u00df eine Frage der Zeit. Zun\u00e4chst wurde im J\u00e4nner 1910 die Turmwacht am Stadtpfarrturm eingestellt, weil die Aussicht vom Turm im Laufe der Zeit ohnedies stark eingeschr\u00e4nkt worden war. An seiner statt diente ab 1895 die Franz-Josephs-Warte als Ausschau. Eine Turmwache im Domturm zu etablieren war indessen nicht gelungen, weil sich das bisch\u00f6fliche Ordinariat dagegen ausgesprochen hatte. Der Landhausturm blieb noch bis ins Jahr 1931 besetzt<\/span>.<\/div>\n<\/div>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span class=\"\"><b class=\"\">STADTPFARRT\u00dcRMER<\/b><\/span><\/p>\n<div class=\"\">\n<div class=\"\"><span class=\"\">D<\/span><span class=\"\">er Stadtpfarrt\u00fcrmer Bartholom\u00e4us Rei\u00df war von 1854 bis 1885 das wachsame Auge der Stadt. Diese T\u00e4tigkeit wurde \u00fcber Generationen hinweg innerhalb der Familie \u201evererbt\u201c. So war auch dessen Vater Bartholo<\/span><span class=\"\">m\u00e4us Rei\u00df sen. (*1805 ?1892) bereits Turmw\u00e4chter. Auch Georg Rei\u00df (*1805 ?1907) bekam 1873 eine Anstellung als Landhaust\u00fcrmer. 1885 \u00fcbernahm er dann den hohen Posten am Stadtpfarrturm. Im Juni 1902 trat der Schwiegersohn Rudolf Schwarz an seine Stelle \u2013 er war zuvor W\u00e4chter im Landhausturm. Der letzte W\u00e4chter auf dem Landhausturm war jedoch Johann Lang. Dieser waltete immerhin 31 Jahre seines Amtes. Zuerst noch viele Jahre auf dem Pfarrturm, dann 1902 auf den Landhausturm. Im M\u00e4rz 1931 verschwand mit ihm schlie\u00dflich der letzte T\u00fcrmer von Linz.<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto fusion-carousel-border\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"no\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"13\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><li class=\"fusion-carousel-item\"><div class=\"fusion-carousel-item-wrapper\"><div class=\"fusion-image-wrapper hover-type-none\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1219\" height=\"700\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/2019-12-Stadtpfarrturm-3.png?fit=1219%2C700&amp;ssl=1\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/2019-12-Stadtpfarrturm-3.png?resize=200%2C115&amp;ssl=1 200w, 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