{"id":4201,"date":"2020-01-27T23:45:01","date_gmt":"2020-01-27T22:45:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.city-magazin.at\/?p=4201"},"modified":"2023-03-15T09:38:36","modified_gmt":"2023-03-15T08:38:36","slug":"zeitgeschichte-motorisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/zeitgeschichte-motorisierung\/","title":{"rendered":"Zeitgeschichte MOTORISIERUNG"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1>Anfang der <span style=\"color: #e20714;\">Motorisierung.<\/span><\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><div class=\"\">\n<div class=\"\"><span class=\"\">Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert geriet die Landeshauptstadt zunehmend in Fahrt.<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"\">\n<div class=\"\"><\/div>\n<\/div><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p><span class=\"\">A<\/span><span class=\"\">b 1897 verkehrte die \u201eElektrische Stra\u00dfenbahn\u201c in Linz, gleichzeitig kamen die ersten Automobile auf. Vereinzelt gab es schon \u201eBenzinabgabestellen\u201c in der Stadt, Vorl\u00e4ufer der heutigen Tankstellen. Da viele glaubten, das Gesetz des St\u00e4rkeren w\u00fcrde alles regeln, wurden moderne Verkehrsregeln und Verkehrsunterricht immer notwendiger. 1901 entstanden die ersten Fahrschulen, auch war die Zulassung von Motorfahrzeugen an eine Bewilligung einer Sachverst\u00e4ndigenkommission gebunden<\/span>.<!--more--><\/p>\n<div class=\"\">\n<div class=\"\"><span class=\"\">Die Linzer begannen sich langsam an den Automobilverkehr zu gew\u00f6hnen, der anfangs mehr noch ein Sport war. Zumindest konnte man bei der Zwei-Etappenfahrt Salzburg\u2013Linz\u2013Wien im Jahr 1900 schon ein wenig in die Zukunft blicken und sich ausmalen, wie es bald auch auf den Stra\u00dfen zugehen w\u00fcrde. Autounf\u00e4lle mit Personenschaden standen zwar nicht an der Tagesordnung \u2013 umso ausf\u00fchrlicher wurde in den Zeitungen dar\u00fcber berichtet; dennoch musste die Beh\u00f6rde auf das steigende Gefahrenpotenzial reagieren: 1906 wies ein Regierungserlass die Schuldirektoren an, die Sch\u00fcler von Zeit zu Zeit auf die Gefahren aufmerksam zu machen.\u00a0 <\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\">Der Verkehr wird mehr. <\/b> <\/span>Hatten zun\u00e4chst nur Adelige oder hohe Staatsbeamte Automobile gelenkt, so betraf die Motorisierung bald auch b\u00fcrgerliche Schichten, wenngleich Automobile ein au\u00dferordentliches Luxusgut waren. 1904 sa\u00df auch der k.k. Statthalter von O\u00d6. (heute w\u00fcrde man \u201eLandeshauptmann\u201c sagen) in einem Dienstauto. Dieses wurde \u201eGelbe Gefahr\u201c genannt, weil es erstens gelb lackiert war und zweitens ohne Vorwarnung \u00fcberall auftauchen konnte. Im selben Jahr wurde auch der O\u00d6. Automobil-Club gegr\u00fcndet, nach der Steiermark der zweite Automobil-Landesverband in \u00d6sterreich.<\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\">\u00d6ffentliche Dienste. <\/b><\/span>1907 begann bei der Linzer Post die amtliche Motorisierung: drei Motorr\u00e4der wurden zur Leerung der Postk\u00e4sten in Dienst gestellt. Im Dezember desselben Jahres fuhren schlie\u00dflich die ersten Autobusse, nachdem die Pferdepostlinie Linz\u2013Eferding im Fr\u00fchjahr 1907 eingestellt worden war. Es musste dabei eine \u201eVerzehrungssteuer\u201c, die beim \u00dcberschreiten der Stadtgrenze anfiel, entrichtet werden. Es war \u00fcbrigens die erste Autobuslinie im heutigen \u00d6sterreich, die Linzer waren hier fortschrittlich. 1912 folgten die Linien Linz\u2013Gallneukirchen und Linz\u2013Freistadt.<\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\">Die Anf\u00e4nge der Verkehrslawine. <\/b><\/span>Daneben stieg das Aufkommen im privaten Autoverkehr, was in der \u00d6ffentlichkeit bald als eine Art Bedrohung diskutiert wurde. Viele Linzer Zeitungen erhielten besorgte Leserzuschriften, wie beispielsweise diese vom 20. Mai 1913: \u201eDer Automobilverkehr hat in Linz gerade in letzter Zeit sehr stark zugenommen. Es wird nicht allein die Zahl der durchfahrenden Automobile immer gr\u00f6\u00dfer, es haben in Linz in letzter Zeit auch Kreise, die sich den Kraftwagen gegen\u00fcber ablehnend verhielten, sich zur Anschaffung von Automobilen entschlossen und die Anzahl der Automobilbesitzer unserer Stadt d\u00fcrfte im letzten Jahre eine relativ gro\u00dfe Vermehrung erfahren haben. Es fehlt aber noch immer eine geeignete Vorschrift f\u00fcr einen geregelten Verkehr, was sich besonders an Tagen zeigt, wo, wie gestern, eine gro\u00dfe Anzahl fremder Automobile in Linz verkehren. Unsere Sicherheitswache ist mit den Anforderungen, die der moderne Automobilverkehr an die Stra\u00dfenpolizei stellt, noch nicht recht vertraut.\u201c<\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\">Der Ruf nach Regeln. <\/b><\/span>Dabei wurde der Sicherheitswache gar kein Vorwurf gemacht, stammte doch die Stra\u00dfenpolizei-Ordnung noch aus dem Jahr 1889, wo ein Automobilverkehr noch nicht einmal vorstellbar war. Bem\u00e4ngelt wurde allerdings, dass es in der ganzen Stadt nur drei Stra\u00dfenposten gibt: bei der Donaubr\u00fccke, auf dem Taubenmarkt und an der Kreuzung bei der B\u00fcrgerstra\u00dfe. Gefordert sei allerdings auch das \u201ePublikum\u201c, das sich dem modernen Automobilverkehr ebenso anpassen m\u00fcsse wie seinerzeit dem aufkommenden Fahrradverkehr. Es solle vielmehr im Automobil \u201enicht immer nur den Sport oder sogar \u00dcbermut sehen, sondern das moderne Verkehrsmittel. Allerdings ist es auch Sache des Automobilfahrers, hierzu beizutragen.\u201c Damit war ein gem\u00e4\u00dfigtes Tempo gemeint, das nicht wenige Automobilisten in Linz offenbar vermissen lie\u00dfen. Und es fehlte noch, was in Gro\u00dfst\u00e4dten schon selbstverst\u00e4ndlich war: das Zeichen mit der Hand, womit der Fahrer dem Wachmann oder den Fu\u00dfg\u00e4ngern signalisierte, in welche Richtung er fahren wollte.<\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\">Paris\u2013Wien 1902 durch Ebelsberg.<\/b><\/span> Es war das erste internationale Automobilrennen \u00fcberhaupt, die Wettfahrt von Paris nach Wien, die im Jahr 1902 auch durch Linz f\u00fchrte. Insgesamt 207 Fahrzeuge waren am 26. Juni in Paris gestartet. Am 28. passierten sie um 9 Uhr fr\u00fch die Kontrollstation Ebelsberg, in einer betr\u00e4chtlichen Staubwolke und \u201emit rasender Geschwindigkeit\u201c, wie man im Linzer Tagblatt lesen konnte. Rasende Geschwindigkeit bedeutete: 60 km pro Stunde, f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse nicht ungef\u00e4hrlich, weswegen alle Ortschaften, durch die das Rennen ging, zu \u201eneutralen Zonen\u201c erkl\u00e4rt wurden und ein Aufgebot von 70 Mann der Ebelsberger Feuerwehr die Stra\u00dfe bis nach Pichling sicherte. Tausende Schaulustige waren zu dem Gro\u00dfereignis gekommen; zu Fu\u00df, denn Stra\u00dfenbahn gab es damals noch keine nach Ebelsberg. Radfahrer des Linzer Radfahrvereins \u201eDie Wanderer\u201c begleiteten die Kolonne, hatten aber M\u00fche, das Tempo zu halten. Ein Radfahrer hielt sich mit der linken Hand an einem Automobil fest und kam zu Sturz, dabei ging das Rad zu Bruch. Die Sicherheitsvorschriften waren noch vage, sie besagten lediglich, dass die Fahrgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften nicht gr\u00f6\u00dfer sein durfte \u201eals die eines Pferdes in frischem Trabe\u201c. Das Rennen endete am fr\u00fchen Nachmittag in Wien: Nach mehr als 1.400 km und \u00fcber 26 Stunden fuhr der Franzose Marcel Renault \u2013 der nat\u00fcrlich auch in einem Renault-Wagen sa\u00df \u2013 \u00fcber die Ziellinie. Von den 207 gestarteten Fahrzeugen sahen 147 das Ziel. Abgesehen von einigen Leichtverletzten war niemand zu Schaden gekommen.<\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\">Automobile Leistungsschau. <\/b><\/span><span class=\"\">Ein Jahr sp\u00e4ter, beim Rennen von Paris nach Madrid, war die Bilanz jedoch eine traurige: Bei einem einzigen Unfall waren acht Tote zu beklagen, darunter der Sieger von 1902 und einige Zuschauer. Von da an waren Stadt-zu-Stadt-Rennen verboten \u2013 bis im Jahr 1906 neuerlich eine von Frankfurt aus gestartete Konkurrenz (\u201eHerkomer\u201c) durch Linz ging: \u00fcber die Landstra\u00dfe, Schillerstra\u00dfe, beim S\u00fcdbahnhof vorbei. Dort, in der S\u00fcdbahnhofhalle, wurden die Wagen \u00fcber Nacht abgestellt und die Linzer konnten die modernsten Automobile, die es damals in Europa gab, bewundern. Diesmal hatte man Vorkehrungen getroffen: in der Stadt durften nur 15 km pro Stunde gefahren werden, auf dem offenen Land 45, ansonsten drohte die Disqualifikation. Von Staubwolken war keine Rede mehr.<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"\"><\/div>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto fusion-carousel-border\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"no\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"13\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><li class=\"fusion-carousel-item\"><div class=\"fusion-carousel-item-wrapper\"><div class=\"fusion-image-wrapper hover-type-none\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1338\" height=\"700\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2020-02-Zeitgeschichte-2.png?fit=1338%2C700&amp;ssl=1\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2020-02-Zeitgeschichte-2.png?resize=200%2C105&amp;ssl=1 200w, 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class=\"fusion-image-wrapper hover-type-none\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"961\" height=\"700\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2020-02-Zeitgeschichte-4.png?fit=961%2C700&amp;ssl=1\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2020-02-Zeitgeschichte-4.png?resize=200%2C146&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2020-02-Zeitgeschichte-4.png?resize=300%2C219&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2020-02-Zeitgeschichte-4.png?resize=400%2C291&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2020-02-Zeitgeschichte-4.png?resize=600%2C437&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2020-02-Zeitgeschichte-4.png?resize=768%2C559&amp;ssl=1 768w, 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