{"id":5058,"date":"2021-09-20T00:26:58","date_gmt":"2021-09-19T22:26:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.city-magazin.at\/?p=5058"},"modified":"2023-09-19T15:40:40","modified_gmt":"2023-09-19T13:40:40","slug":"witzany-interview-mit-lh-stelzer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/witzany-interview-mit-lh-stelzer\/","title":{"rendered":"Witzany Interview mit LH Stelzer"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4>Landeshauptmann Thomas Stelzer und ich treffen einander im Linzer Caf\u00e9 Traxlmayr. Eine Premiere \u2013 f\u00fcr beide. Ich interviewe jetzt f\u00fcr das CITY! Magazin,\u00a0er stellt sich erstmals einer Wahl als Landeshauptmann.\u00a0Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Gott und die Welt.<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p><span class=\"\">S<\/span>eine politische Karriere hat nicht erst am 6. April 2017 mit der Amts\u00fcbergabe durch VP-Langzeit-Regierungschef Josef P\u00fchringer begonnen, sondern schon als Landesobmann der Jungen \u00d6VP, als Linzer Gemeinderat oder als Klubobmann des \u00d6VP-Landtagsklubs. Geboren wurde Stelzer am 21. Februar 1967. Mit seiner Frau Bettina hat er zwei Kinder: Lukas ist 21, Lena 17.<!--more--><\/p>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Was machen Ihre Kinder, Herr Landeshauptmann?\u00a0<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Lukas studiert in Wien Jus und Wirtschaftsrecht. Lena kommt jetzt in die Maturaklasse.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Wie erkl\u00e4rt Thomas Stelzer einem v\u00f6llig Unbedarftem seinen Job?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">Der Landeshauptmann ist der Regierungschef im Land, vertritt das Land auch nach au\u00dfen und ist daher bei allen wichtigen Fragen miteingebunden. Meine ganz konkreten Zust\u00e4ndigkeiten sind die Landesfinanzen, das Landespersonal und die Kultur, was mich \u00fcbrigens besonders freut, weil Ober\u00f6sterreich eine breit aufgestellte und wirklich aktive Kulturszene hat. Und dann gibt es <br class=\"\" \/>nat\u00fcrlich auch die gesamte Verwaltung des Landes und die Verantwortung f\u00fcr unsere Tochterunternehmen.\u00a0<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Wollten Sie immer schon Landeshauptmann werden \u2013 wir erinnern uns an Bundeskanzler Gusenbauer, der schon in der Sandkiste davon tr\u00e4umte, Kanzler zu werden \u2013 oder hat sich das ergeben?\u00a0<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Das hat sich ergeben, weil mich mein sehr verehrter Vorg\u00e4nger Josef P\u00fchringer gefragt und dann auch vorgeschlagen hat. Das kann man auch nicht planen oder sich gar darum bewerben. Das muss sich einfach wirklich durch die Aktivit\u00e4t &#8211; was man tut und wie man es tut und miteinander umgeht &#8211; ergeben.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Jetzt steht man als LH rund um die Uhr fast in der Auslage. Immer ein sch\u00f6ner Anzug, wei\u00dfes Hemd, Krawatte. Wer sucht denn bei Ihnen das Gewand aus?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Also (lacht), ich kaufe selber ein und suche auch alles wirklich selber aus, weil ich ja auch ein schneller Eink\u00e4ufer bin. Bei mir muss es Ruckzuck gehen. Ich habe da eine klare Vorstellung. Aber es gibt mich nat\u00fcrlich nicht nur im Anzug (lacht). Aber eines ist richtig: Landeshauptmann ist man immer, da ist man nie ganz privat unterwegs. Die Leute kennen einen Gott sei Dank, reden einen auch an. Und das kann genauso beim Einkaufen, beim Spazierengehen oder bei offiziellen Anl\u00e4ssen sein.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Ist das mitunter l\u00e4stig, bzw. sagt man sich hin und wieder: \u201eMah, ich h\u00e4tte jetzt gerne meine Ruhe&#8230;?\u201c<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Also, ich sehe es positiv. Es w\u00e4re ja auch f\u00fcr mich total schlecht, wenn die Menschen mich als Landeshauptmann nicht kennen oder nicht auf mich zugehen w\u00fcrden. Da ist es mir andersherum bedeutend lieber. Und die meisten Begegnungen sind zudem ja auch sehr angenehm und freundlich.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Ist LH zu sein manchmal nicht trotzdem auch eine m\u00fchselige Geschichte?\u00a0<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Es ist jedenfalls eine, wo man oftmals auch Anspannung f\u00fchlt, weil nat\u00fcrlich schon viel Verantwortung damit verbunden ist. Entscheidungen sind zu treffen und man hat ja nie die Garantie, dass die Dinge immer so kommen, wie man sich das selber w\u00fcnscht. Aber in Summe ist es wirklich eine sch\u00f6ne Aufgabe, weil ich in einem Bundesland bin, wo vieles weitergeht und wo auch viele helfend zur Seite stehen. Das geh\u00f6rt auch einmal gesagt. <br class=\"\" \/><b class=\"\"><i class=\"\">Welche Eigenschaften soll und muss ein Politiker haben?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Es braucht ganz vielf\u00e4ltige Eigenschaften. Grunds\u00e4tzlich muss man aber einmal Menschen m\u00f6gen und gern mit Menschen arbeiten und sich mit ihnen unterhalten, dabei auch offen zuh\u00f6ren k\u00f6nnen. Als Politiker sollte man auch die F\u00e4higkeit haben, immer\u00a0 das Positive im Gegen\u00fcber zu sehen. Mitunter braucht man dazu auch einmal l\u00e4nger (lacht), aber letzten Endes ist es mir immer noch gelungen. Sogar in der Politik; egal, was einen sachpolitisch auch oft trennt. Dann sollte man die Einstellung haben, etwas erreichen und umsetzen zu wollen. Dem Motto \u201eGeht net, gibt\u2019s net\u201c etwa kann ich als Politiker viel abgewinnen. Denn man muss immer danach trachten, etwas zu bewegen, zu l\u00f6sen und \u2013 das habe ich von meinen Vorg\u00e4ngern gelernt \u2013 auch immer zu wissen, dass es kein kleines Problem gibt. Weil jemand, der etwas will oder dir etwas von seinen Sorgen und Problemen anvertraut, f\u00fcr den ist das eben sein Anliegen. Auch wenn es f\u00fcr einen selber vielleicht auf den ersten Blick gar nicht so bedeutend erscheint, kann es f\u00fcr den anderen extrem wichtig sein. <br class=\"\" \/><b class=\"\"><i class=\"\">Und wenn etwas nicht gelingt? F\u00e4llt es schwer, sich damit abzufinden?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Das ist wie bei jedem anderen Beruf. Auch bei meinem. Es kann nicht immer alles gelingen, ich kann nicht jedes Problem l\u00f6sen. Aber ich muss mich zumindest jeden Tag darum aufs Neue bem\u00fchen.\u00a0 <br class=\"\" \/><b class=\"\"><i class=\"\">Wann geht denn der Tag in der Fr\u00fch los?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Das ist unterschiedlich. Je nach dem ersten Termin, aber so gegen 6 Uhr.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Setzt man sich dann selbst ins Auto und f\u00e4hrt zum Landhaus &#8211; oder wird man vom Chauffeur abgeholt? Wie ist das?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Ich werde vom Chauffeur abgeholt, was auch gut ist, denn eigentlich beginnt die Arbeit ja sobald man ins Auto einsteigt. Diese Fahrzeit n\u00fctze ich \u2013 ebenso wie Josef P\u00fchringer vor mir \u2013 zum Aktenstudium oder zum Telefonieren.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Wie lange dauert der Tag bzw. wie kurz ist die Nacht?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">In letzter Zeit wurden die Tage durch Veranstaltungen wieder l\u00e4nger. Gott sei Dank, weil das ganze Veranstaltungsgetriebe endlich wieder an Fahrt aufgenommen hat. Aber ich versuche zumindest sp\u00e4testens gegen Mitternacht wieder Zuhause zu sein.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Ober\u00f6sterreich ist ja ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Land. Heuer war am 22. August der sogenannte \u201eWeltersch\u00f6pfungstag\u201c. Seither betreibt die Menschheit dieses Jahr wieder Ressourcen-Raubbau. Wie sollen wir hier damit umgehen, um diese Welt f\u00fcr die weiteren Generationen zu erhalten?\u00a0<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">In Ihrer Frage, Herr Witzany, kommt das wichtige Wort Welt vor. Ja, dieses Thema betrifft die ganze Welt. Darum k\u00f6nnen nur wir in Ober\u00f6sterreich dieses Riesen-Thema nat\u00fcrlich auch nicht alleine l\u00f6sen. Was aber bitte gar nicht als bequeme Ausrede f\u00fcr ein Nichtstun dienen soll. Aber ich glaube ehrlich, dass gerade Ober\u00f6sterreich, wenn wir uns etwa am Standort Linz umschauen, als Industriebundesland bisher viele Probleme gel\u00f6st hat. Denken Sie zur\u00fcck. In unserer Jugend war Linz als dreckige, schmutzige Industriestadt verschrien. Wenn man heute schaut, wie sauber unsere Luft ist, wie gut erhalten unsere Umwelt ist, erkennt man schon, dass hier Fortschritte in Richtung Umwelt- und Klimaschutz gelungen sind. Darauf d\u00fcrfen wir uns nat\u00fcrlich nicht ausruhen. Aber wir d\u00fcrfen auf das bisher Erreichte schon ein wenig stolz sein. Das motiviert ja auch alle, weitere Verbesserungen zu erreichen.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Ich habe mal ein Radiointerview mit einem Mitarbeiter von Global 2000 gef\u00fchrt. Den habe ich gefragt: \u201eSagen Sie, wie schaut denn die Welt in 200 Jahren aus?\u201c Und seine Antwort war f\u00fcr mich ersch\u00fctternd: \u201eDas wollen sie jetzt lieber net wissen.\u201c Wie interpretiert der Landeshauptmann so eine Aussage?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">Ich interpretiere es so, dass es viele gibt, die sich \u00fcber unsere Umwelt, unsere Lebensweise, zu Recht Gedanken machen. Ich tue das auch. T\u00e4glich. Schritt um Schritt soll und muss es ja auch Verbesserungen gerade im Umwelt- und Klimaschutz geben. Der heurige Sommer und einige Unwetterkatastrophen haben uns das ja auch wieder deutlich vor Augen gef\u00fchrt. Aber keiner kann 200 Jahre vorausschauen. Wenn wir im Jetzt aber Verantwortung \u00fcbernehmen, wenn wir die Chancen, die wir durch Forschung und Technologie haben, auch ergreifen, dann k\u00f6nnen wir den n\u00e4chsten Generationen immer noch eine lebenswerte Welt hinterlassen. Aber das ist nat\u00fcrlich kein Selbstl\u00e4ufer! Man muss schon ordentlich etwas daf\u00fcr tun, etwa neue Antriebsformen entwickeln, mehr erneuerbare Energie nutzen und auch an vielen kleinen R\u00e4dchen drehen. Und wenn zumindest die meisten auf der Welt da mitmachen, dann schaffen wir das. Das will ich als Vater nat\u00fcrlich auch f\u00fcr meine Kinder. \u00a0 \u00a0<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Was geht Ihnen zu langsam?<\/i><\/b><\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">Die, die mich kennen, wissen, dass mir immer alles zu langsam geht. Denn ich m\u00f6chte was anpacken und es am besten schon erledigt haben. Aber wenn wir gerade \u00fcber Klimaschutz reden, dann muss einem einfach bewusst sein, dass das eben schon eine weltweite Kraftanstrengung verlangt. Und wenn gro\u00dfe Teile Asiens nicht mitmachen, dann werden wir auf der Welt auch nicht wirklich im gro\u00dfen Stil vorankommen. Aber noch einmal: Das soll keine Ausrede sein. Wir werden sowieso unser Bestes geben, brauchen aber auch die Welt dazu. Was mir auch zu langsam geht und weh tut, ist, dass es uns noch nicht gelungen ist, dieses elendige Coronavirus endlich in die Knie zu zwingen. Das besch\u00e4ftigt uns ja alle. Wir haben jetzt zwar M\u00f6glichkeiten gefunden, es zur\u00fcck zu dr\u00e4ngen. Es wird uns aber weiterhin begleiten \u2013 und eigentlich m\u00f6chte ich gerne, dass wir in eine Phase kommen, in der wir mit Corona dann genau so leben wie mit anderen, schon gewohnten Krankheiten auch. Das w\u00e4re wichtig, damit wir uns einschr\u00e4nkende Ma\u00dfnahmen k\u00fcnftig sparen k\u00f6nnen. \u00a0<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Ober\u00f6sterreichs Impfrate ist nicht gerade ber\u00fchmt. Wie erkl\u00e4rt man einem Impfskeptiker die Notwendigkeit einer Impfung? Wie tun Sie das, Herr Landeshauptmann, zumal Sie ja auch schon geimpft sind?\u00a0<\/i><\/b><\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">Es ist eine vertrackte Geschichte: Am Anfang haben alle gesagt: \u201eHoffentlich gibt es die bald.\u201c Dann folgte ein Gedr\u00e4nge um den ersten Stich, obwohl wir noch gar nicht so viele Impfdosen hatten. Jetzt haben wir gen\u00fcgend Impfstoff, aber das Interesse sinkt \u2013 egal wie niederschwellig wir das Angebot auch anbieten. Mittlerweile hat die Impfung sogar das echte Potenzial zu einem Spaltpilz\u00a0 der Gesellschaft zu werden. Das m\u00f6chte ich nicht. Und daher kann man nur auf den positiven Weg der \u00dcberzeugung setzen und sagen: \u201eSchau her, wie man es auch dreht und wendet, das einzig wirksame Schutzmittel gegen das Virus ist derzeit die Impfung. Sie ist erprobt, wir sehen es an den Zahlen, wir sehen, dass gerade die \u00e4lteren Mitb\u00fcrger, die in den Pflegeheimen wohnen, de facto zur G\u00e4nze gesch\u00fctzt sind, seitdem wir die Impfung haben.\u201c Wir werden das immer und immer wieder an die Bev\u00f6lkerung heranbringen. Ich bin also letzten Endes trotzdem davon \u00fcberzeugt, dass wir schon noch einen Schub nach vorne bei den Impfzahlen machen werden.\u00a0<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Sind Sie der Ansicht, dass die Medien hier eine positive Rolle einnehmen?<\/i><\/b><\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">Ich habe schon den Eindruck. Ich glaube \u00fcberhaupt, dass durch die Pandemie die Medien als gestaltender Faktor einer Demokratie noch einmal an Bedeutung gewonnen haben und dass auch viele Medien verantwortungsvoll mit diesem Thema umgehen. Medien sind dazu da, alle Seiten darzustellen und darum gibt es nat\u00fcrlich auch kritische Stimmen, die sich zur g\u00e4ngigen Praxis \u00e4u\u00dfern.\u00a0<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Jetzt verlassen wir das Thema Corona und gehen zu einem Geschehen, das mir sehr am Herzen liegt: Afghanistan. Vor kurzem hat ja der Bundespr\u00e4sident appelliert, Menschen aufzunehmen. Vom Herrn Bundeskanzler sieht man zwei erhobene, abwehrende H\u00e4nde. Der sagt \u201eNein\u201c. Wie denken Sie dar\u00fcber?<\/i><\/b><\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">Afghanistan ist nat\u00fcrlich eine Katastrophe \u2013 insbesondere f\u00fcr die dortige Bev\u00f6lkerung. Es ist momentan zwar ein sehr aktuelles Beispiel, aber nur eines f\u00fcr viele Krisenherde, die es auf unserer Welt gibt und wo Menschen in Zust\u00e4nden leben m\u00fcssen, die wir uns gar nicht vorstellen k\u00f6nnen. Trotzdem muss ich sagen, kann der Ansatz Europas auf Dauer nicht jener sein, dass man dort, wo Probleme auftreten, sagt: \u201eWir nehmen euch alle in Europa auf und Europa ist die Zuflucht.\u201c Das ist nicht verkraftbar und das muss man aufgrund der Erfahrungen auch n\u00fcchtern sagen: Es gibt bei diesem furchtbaren Thema der Flucht so viel Gesch\u00e4ftemacherei und Leute, die das einfach ausnutzen. Und denen sind in Wahrheit die Menschen ganz egal. Darum ist alles, was falsche Signale sendet, einfach nicht zielf\u00fchrend. Ich bin sehr daf\u00fcr, dass man sagt: \u201eDort, wo die Not entsteht, wo die Not gro\u00df ist, dort hilft man vor Ort. Da hat Ober\u00f6sterreich eine gro\u00dfe Vorbildwirkung. Das brauche ich Ihnen nicht erz\u00e4hlen. Sie kennen sich als engagierter F\u00f6rderer von Sozialprojekten da bestens aus. Denn es ist gescheiter, den Leuten in der Region oder in sicherer N\u00e4he ihres Heimatlandes eine Perspektive zu bieten. Dazu geh\u00f6rt auch die M\u00f6glichkeit, sobald es wieder geht, in die Heimat zur\u00fcckzukehren. Nat\u00fcrlich geht es daher darum, dort f\u00fcr lebensw\u00fcrdige Umst\u00e4nde zu sorgen. Wir machen das z.B. gerade in einem Fl\u00fcchtlingslager in Lipa in Bosnien. Dort bauen wir als Land Ober\u00f6sterreich die Wasserversorgung auf, damit dort die Leute ordentlich Leben k\u00f6nnen, solange sie dort bleiben m\u00fcssen. Au\u00dferdem wird das Land Ober\u00f6sterreich mit 200.000 Euro Soforthilfe Fl\u00fcchtlinge in und um Afghanistan unterst\u00fctzen. Und abrundend gesagt, und das meine ich mit gro\u00dfem Respekt: Im Vergleich zur unserer Gr\u00f6\u00dfe hat \u00d6sterreich, insbesondere Ober\u00f6sterreich, in Europa die meisten Fl\u00fcchtlinge aufgenommen, integriert und so auch geholfen. Ich sage das deshalb mit gro\u00dfer Bewunderung, weil hier meistens B\u00fcrger ehrenamtlich einen Beitrag leisten. Das sind Freiwillige, die sich sehr einbringen und engagieren, und das ist auch ein Markenzeichen unseres Landes.\u00a0<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Ist dies auch der \u00d6ffentlichkeit als positives Markenzeichen bewusst oder wird dieses Markenzeichen gar kritisiert?<\/i><\/b><\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">Das ist wie meist in der Gesellschaft: Es wird immer verschieden beleuchtet. Aber ich bin \u00fcberzeugt, dass es zur Grundstimmung in unserem Land und zum Grundverst\u00e4ndnis geh\u00f6rt, dass wir eine hilfsbereite und \u00fcber unsere Landesgrenzen hinaus solidarische Gesellschaft sind.<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Zum Abschluss erlauben Sie mir, Herr Landeshauptmann, etwas zu tr\u00e4umen. Warum k\u00f6nnen sich US-Pr\u00e4sident Joe Biden und Russlands Wladimir Putin nicht einfach einmal zusammen auf ein Kaffeeplauscherl treffen? Warum ist es so schwierig diesen direkten Draht zu finden? W\u00e4re es nicht lohnend, zu sagen: \u201eKomm, setzen wir uns zusammen, reden wir \u00fcber die Probleme der Welt.\u201c\u00a0<\/i><\/b><\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\">Am Ende kommt es wie \u00fcberall darauf an, ob die f\u00fchrenden K\u00f6pfe auch miteinander k\u00f6nnen und eine Vertrauensbasis aufbauen. Das hat sich in der ganzen Weltgeschichte gezeigt. Darum ist der Schwenk der USA hin zur Diplomatie und zu direkten Gespr\u00e4chen mit einer klaren Agenda auch f\u00fcr die Weltgemeinschaft und f\u00fcr den Weltfrieden nun ein Gewinn. Es wird aber wohl noch eine Zeit lang dauern, bis Ihr traumhaftes Kaffeeplauscherl zwischen Biden und Putin zustande kommt.<\/span><\/div>\n<div class=\"\"><span class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Und wovon, Herr Landeshauptmann, tr\u00e4umen Sie privat und in der Politik?\u00a0<\/i><\/b><\/span><\/div>\n<div class=\"\">\n<p><span class=\"\"><span class=\"\">Ich tr\u00e4ume davon, dass Ober\u00f6sterreich eine friedliche und wirtschaftlich prosperierende Region samt klarem Bekenntnis zur \u00d6kologie bleibt. Ich arbeite auch konsequent daran, dass Ober\u00f6sterreich ein Land der M\u00f6glichkeiten wird. Au\u00dferdem hoffe ich, dass uns solche \u00dcberraschungen wie Corona k\u00fcnftig erspart bleiben. Privat tr\u00e4ume ich eigentlich nur davon, dass ich ein gl\u00fccklicher alter Mann werde.<\/span><\/span><\/p>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Kommen wir wieder zur\u00fcck in unser Land. Da gibt es neuerdings etwas Positives: Das Klimaticket in \u00d6sterreich und O\u00d6 ab dem 26. Oktober. Wie schaut das jetzt f\u00fcr den Konsumenten aus?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Das wird eine enorme Verg\u00fcnstigung bringen f\u00fcr all jene, die den \u00f6ffentlichen Verkehr nutzen. In O\u00d6 kann man au\u00dferhalb der drei gro\u00dfen St\u00e4dte Linz, Wels und Steyr im Jahr um 365 Euro den \u00f6ffentlichen Verkehr nutzen. Wenn man alle drei St\u00e4dte mitnutzen will, kommt man auf einem Betrag von 640 Euro. Es ist eine Verg\u00fcnstigung von hunderten Euro pro Jahr, je nachdem, wo man her ist und welche \u00d6ffis man frequentieren will. Was mir allerdings immer wichtig ist: Es soll nicht nur das \u00d6ffi-Ticket alleine geben. Ein attraktiver Tarif ist schon wichtig, aber es braucht auch das richtige Angebot. Und genau darum beginnen wir in Linz das gro\u00dfe Stadtregional-Bahnprojekt zu planen und dann auch zu bauen. Es geht hier um eine neue Schienenachse, auch durch Linz, wo v.a. die Spitalsviertel angebunden sind und wo die umliegenden Bahnen, wie etwa die M\u00fchlkreisbahn, eingebunden werden und wir in Richtung Kepler-Uni und dann hinauf in Richtung Pregarten eine neue Linie bauen. Das wird also wirklich einen enormen Schub im Angebot des \u00f6ffentlichen Verkehrs bringen. Gerade in der Hauptstadtregion hilft das hoffentlich auch, die Verkehrsstr\u00f6me zu entlasten.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Jetzt gehen wir weg vom Verkehr. Wenden wir uns dem Eigenheim zu. Gibt es da nicht auch eine F\u00f6rderung seit dem 30. Juli? <\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Die gibt es neu und zwar deswegen, weil wir bisher schon die Errichtung von Eigenheimen immer gut f\u00f6rderten. Durch die Zinslandschaft, die wir in Europa haben \u2013 das Geld kostet gegenw\u00e4rtig de facto nichts \u2013 ist die F\u00f6rderung unattraktiver geworden. Aber man muss dazu sagen, dass wir l\u00e4ngerfristig denken: Nur weil jetzt ein paar Jahre lang die Zinsen g\u00fcnstig sind, hei\u00dft es nicht, dass in 15, 20 Jahren das immer noch so sein wird. Und viele Familien finanzieren ihre Eigenheime \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg. Und exakt hier sehen wir uns als \u00f6ffentliche Hand in der Rolle, dass wir auch entsprechend langfristig unterst\u00fctzen. Darum ist die Eigenheimf\u00f6rderung neu aufgestellt worden.<\/div>\n<div class=\"\"><b class=\"\"><i class=\"\">Kommen wir jetzt zu Ihnen als Privatperson. Ihre bekannten Hobbys: Lesen, Wandern, Theater &#8230; was noch?<\/i><\/b><\/div>\n<div class=\"\">Ja, stimmt. Auch Skifahren, selbstverst\u00e4ndlich. Ich versuche aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden ein paar Mal in der Woche zu laufen, drau\u00dfen oder am Hometrainer, je nachdem, wie es sich zeitlich ausgeht. Da kann man ganz gut dabei entspannen.<\/div>\n<\/div>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto lightbox-enabled fusion-carousel-border\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"yes\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"13\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><li class=\"fusion-carousel-item\"><div class=\"fusion-carousel-item-wrapper\"><div class=\"fusion-image-wrapper hover-type-none\"><a data-rel=\"iLightbox[gallery_image_1]\" data-caption=\"In Summe habe ich eine sch\u00f6ne\nAufgabe, weil ich in einem Bundesland\nbin, wo vieles weitergeht.\" data-title=\"2021-10-LH-Stelzer-2\" aria-label=\"2021-10-LH-Stelzer-2\" href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021-10-LH-Stelzer-2.png\" target=\"_self\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"933\" height=\"700\" 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Finde ich auch ;-)\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021-10-LH-Stelzer-4.png?resize=200%2C150&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021-10-LH-Stelzer-4.png?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021-10-LH-Stelzer-4.png?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021-10-LH-Stelzer-4.png?resize=600%2C450&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021-10-LH-Stelzer-4.png?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021-10-LH-Stelzer-4.png?resize=800%2C600&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021-10-LH-Stelzer-4.png?fit=933%2C700&amp;ssl=1 933w\" sizes=\"auto, (max-width: 933px) 100vw, 933px\" \/><\/a><\/div><\/div><\/li><\/ul><div class=\"fusion-carousel-nav\"><span class=\"fusion-nav-prev\"><\/span><span class=\"fusion-nav-next\"><\/span><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-text\"><p style=\"text-align: center;\">Fotos: \u00a9 Andreas Maringer, privat<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seine politische Karriere hat nicht erst am 6. 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