{"id":5758,"date":"2023-02-27T19:05:57","date_gmt":"2023-02-27T18:05:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.city-magazin.at\/?p=5758"},"modified":"2023-11-06T17:50:32","modified_gmt":"2023-11-06T16:50:32","slug":"krisen-manager","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/krisen-manager\/","title":{"rendered":"Krisen-Manager"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\"><span style=\"color: #000000;\">K\u00fchlen Kopf<\/span> bewahren<br \/>\n<\/span><\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4>LH Thomas Stelzer \u00fcber Dauerkrisen, neue Chancen und ganz viel Zuversicht.<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><div><b><i>Herr Landeshauptmann, wie geht es Ihnen?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Das ist ja mal ein netter Anfang (lacht). Danke, gut. In der Anfangsphase eines Jahres bin ich wie die meisten Landsleute noch hoffnungsvoll und denke besonders positiv.<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<div><b><i>Wird ein Regierungschef angesichts so vieler Krisen nicht auch einmal krisenm\u00fcde?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Nat\u00fcrlich ist das auch f\u00fcr mich eine fordernde Zeit. Dennoch bin ich von Natur aus schon eher ein zuversichtlicher Typ und sehe somit in jeder Krise eben auch eine Chance. Das macht es leichter. <br aria-hidden=\"true\" \/><b><i>Viele Menschen bekunden in Umfragen, dass diese Dauerkrisen ihnen zu schaffen machen. Sind Sie nicht auch mal geschafft?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Klar, jeder kennt das Gef\u00fchl. Und bekanntlich sind ja auch Politiker Menschen (zwinkert). Aber einerseits denke ich eben grunds\u00e4tzlich positiv und anderseits geben mir die vielen Begegnungen mit engagierten Menschen im Land auch pers\u00f6nlich Berge. Regierungschefs m\u00fcssen au\u00dferdem gerade in schwierigen Zeiten stets motiviert sein und einen k\u00fchlen Kopf bewahren. An guten Tagen kann ja jeder regieren, die weniger guten aber sind die wahre Herausforderung. Und auch die nehme ich jeden Tag gerne an.<\/div>\n<div><b><i>Ginge das auch einmal ohne Krawatte?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Nat\u00fcrlich ginge das auch ohne (lacht). Aber es gibt eben in meinem Job als LH auch ganz viele besondere Anl\u00e4sse, wo es sich einfach geh\u00f6rt, auch angemessen angezogen zu sein. Deshalb trage ich gerne Krawatten \u2013 auch als Zeichen der Wertsch\u00e4tzung meinen Landsleuten gegen\u00fcber.<\/div>\n<div><b><i>Reden wir \u00fcber die Teuerung, die bekanntlich ja nicht einmal der Bundeskanzler einfach wegzaubern kann. Was konnten Sie f\u00fcr Land und Leute diesbez\u00fcglich tun?\u00a0<\/i><\/b><\/div>\n<div>Wir wollten m\u00f6glichst breit helfen, bis hin zum Mittelstand. Weil auch dort f\u00fcr viele Mitmenschen das t\u00e4gliche Leben zu einer enormen Herausforderung geworden ist. Wir unterst\u00fctzen als Land O\u00d6. also etwa Familien dort, wo sie wirklich unter Druck stehen \u2013 etwa bei Schulveranstaltungen, beim Heizen oder auch beim Pendeln. O\u00d6 ist ja ein Pendlerland, weshalb wir auch hier helfen. Und auch beim Thema Wohnen und Energie werden wir gemeinsam mit dem Bund noch einmal t\u00e4tig. Ein wichtiger Bereich sind zudem die Sozialm\u00e4rkte, wo wir ganz besonders die unterst\u00fctzen, die es jetzt halt auch doppelt schwer haben. Wir versuchen also als Land, m\u00f6glichst breit aufgestellt zu helfen. Nur gemeinsam kommen wir gut durch diese Krisen.<\/div>\n<div><b><i>Soll der Bund noch mehr helfen oder muss man den Menschen nicht auch vermitteln, dass der Staat, schon rein rechnerisch begr\u00fcndet, einfach keine Vollkaskoversicherung anbieten kann?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Da ist schon was dran. Und das muss man auch ehrlich aussprechen d\u00fcrfen: Der Staat ist kein All Inclusive Club. Es braucht zudem eine breite Leistungsbereitschaft. Im Gegenzug kann und soll die Allgemeinheit dann aber daf\u00fcr auch \u00fcberall dort helfen, wo der Einzelne sich selbst eben nicht mehr helfen kann.<\/div>\n<div><b><i>Die Krise kostet Geld. Sie sind auch oberster S\u00e4ckelwart in Ober\u00f6sterreich. Steht uns eine neue Schuldenkrise bevor?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Das hoffe ich nicht. Wir im Land investieren vorausschauend und besonnen. Ja, wir haben bei einem Budget von 8 Mrd. Euro nun 90 Millionen\u00a0 an Neuschulden. Aber diese Summe ist vertretbar und vor allem\u00a0 wird sie nachhaltig investiert.<\/div>\n<div><b><i>Also keine schlaflosen N\u00e4chte wegen der Verbindlichkeiten?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Nein. Insbesondere aber auch deshalb nicht, weil wir schon in guten Zeiten damit begonnen haben, vorzusorgen und uns somit bereits vor den Weltkrisen sehr solide positioniert und Altschulden auch abgebaut haben.<\/div>\n<div><b><i>Immer wieder besch\u00e4ftigt die Menschen im Land das Thema Asyl. \u00d6sterreich ist hier in der EU verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stark betroffen.\u00a0 Viele Landsleute sind mittlerweile auch schon der Meinung, dass ein kleines Land wie \u00d6sterreich st\u00e4ndig \u00fcberfordert wird und die Hilfsbereitschaft langsam Grenzen haben m\u00fcsse. Wird es Grenzen geben?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Ich bin zun\u00e4chst den B\u00fcrgern sehr dankbar f\u00fcr die riesige Hilfsbereitschaft. Das war schon fr\u00fcher so und ist auch jetzt etwa bei der Hilfe f\u00fcr die Vertriebenen aus der Ukraine deutlich sp\u00fcrbar. Aber eines ist schon auch klar: Alles hat seine Grenzen. Deshalb bin ich Bundeskanzler Karl Nehammer auch sehr dankbar, dass er in Br\u00fcssel einen Umdenkprozess in Gang gesetzt hat. Erstmals ist nun auch dort die Bereitschaft zum besseren Schutz unser Au\u00dfengrenzen erkennbar. Man will mehr Geld daf\u00fcr in die Hand nehmen und hat offenbar erkannt, dass man dieses Problem nur gemeinsam und auf internationaler Ebene l\u00f6sen kann. Jedenfalls ist endlich Bewegung in dieser Frage sp\u00fcrbar. Das stimmt mich schon zuversichtlich. Wir m\u00fcssen als kleines Land diesbez\u00fcglich aber weiter klar Kante zeigen und auf Missst\u00e4nde aufmerksam machen.<\/div>\n<div><b><i>O\u00d6. ist ein wirtschaftlicher Mustersch\u00fcler mit Vollbesch\u00e4ftigung. Allerdings suchen viele Betriebe h\u00e4nderingend nach Personal. Gleichzeitig gibt es gar nicht wenige Landsleute, die nicht mehr bereit sind, mehr als eine Teilzeitbesch\u00e4ftigung auszu\u00fcben. Wie sollen wir als Gesellschaft damit gerade jetzt umgehen?\u00a0<\/i><\/b><\/div>\n<div>Die Suche nach Mitarbeitern ist tats\u00e4chlich zu einer extremen Herausforderung geworden, die uns wohl leider noch l\u00e4nger besch\u00e4ftigen wird. Daf\u00fcr spricht alleine schon die demografische Entwicklung. Wir m\u00fcssen deshalb unbedingt mit Anreizen daf\u00fcr werben, dass die Menschen wieder l\u00e4nger und mehr arbeiten wollen. Ich bin deshalb auch sehr daf\u00fcr, dass es Erleichterungen f\u00fcr die gibt, die Leistungsbereitschaft zeigen und mehr arbeiten. Auch steuerlich soll es sich mehr auszahlen. Und glauben Sie mir, wenn es sich wieder mehr auszahlt, werden die Leute daf\u00fcr auch gerne wieder mehr arbeiten.<\/div>\n<div><b><i>Jetzt einige Stichwort-Fragen mit der Bitte um eine m\u00f6glichst kurze Antwort. Wind-<br aria-hidden=\"true\" \/>r\u00e4der in Ober\u00f6sterreich?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Die gibt es schon, und es wird k\u00fcnftig noch mehr geben.<\/div>\n<div><b><i>Verbrenner-Aus in der EU?\u00a0<\/i><\/b><\/div>\n<div>Vom Zeitpunkt her zu fr\u00fch. Ich glaube auch, dass es f\u00fcr den Standort Europa nicht gut ist.<\/div>\n<div><b><i>Klimakleber?\u00a0<\/i><\/b><\/div>\n<div>Sie st\u00f6ren die Abl\u00e4ufe in unserer Gesellschaft und \u00fcbertreiben aus meiner Sicht mit den gew\u00e4hlten Methoden.<\/div>\n<div><b><i>Tierschutz, Tierwohl?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Ganz wichtig. Ober\u00f6sterreich ist ein Landwirtschaftsland, wo die Tierhaltung einen besonderen Stellenwert hat und auch Vorbildwirkung f\u00fcr andere L\u00e4nder haben soll.<\/div>\n<div><b><i>Auf Bundesebene leidet die \u00d6VP in den Umfragen schwer. Ganz anders die Situation in O\u00d6. Was machen Sie denn so viel besser als Ihre Wiener Parteifreunde?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Als Landes-VP sind wir die Ober\u00f6sterreich-Partei und haben da offenbar auch einen Vertrauensbonus, was\u00a0 auch die aktuellen Umfragen gerade wieder beweisen. Selbiges w\u00fcnsche ich mir nat\u00fcrlich auch auf Bundesebene f\u00fcr die \u00d6VP. Bundeskanzler Nehammer bem\u00fcht sich sehr und macht meines Erachtens nach einen guten Job. Deshalb bin ich diesbez\u00fcglich doch sehr zuversichtlich, dass wir letztlich auch im Bund wieder ganz vorne mit dabei sein werden.<\/div>\n<div><b><i>In Skisport gen\u00fcgt eine Hundertstel-Sekunde Vorsprung und man ist gefeierter Weltmeister. In der Politik z\u00e4hlen offenbar nur noch Gewinne und Verluste. Man kann also Stimmenst\u00e4rkster sein und trotzdem der gro\u00dfe Verlierer. \u00c4rgert Sie das manchmal?\u00a0<\/i><\/b><\/div>\n<div>Ja, im Skisport ist das anders. Beneidenswert (lacht). Aber ich lebe in der Politik damit. Das muss man aushalten und auch menschlich sehen. Jedes Plus macht eine breite Brust und ein Minus ist halt ein Minus. Das macht niemanden froh. Trotzdem ist und bleibt der 1. Platz in Hinblick auf die Regierungsbildung nat\u00fcrlich extrem wichtig. Nur eines noch: Mit zus\u00e4tzlichen Mitbewerbern wird es naturgem\u00e4\u00df auch immer schwieriger, eine deutliche Mehrheit zu halten.<\/div>\n<div><b><i>Sie leben privat in Wolfern bei Steyr, sind aber geb\u00fcrtiger Linzer und arbeiten hier im Landhaus mitten in der City. Was bedeutet dem Landeshauptmann seine Landeshauptstadt?<\/i><\/b><\/div>\n<div>Nat\u00fcrlich bin ich sehr stolz auf die Landeshauptstadt, die sich auch international sehen lassen kann. Das Sch\u00f6nste an Linz aber ist, dass die Stadt in Ober\u00f6sterreich liegt \u2013 einem Land mit ganz vielen sch\u00f6nen Regionen. <br aria-hidden=\"true\" \/><b><i>O\u00d6 2030 \u2013 Ihre Vision?\u00a0<\/i><\/b><\/div>\n<div>Ich will, dass wir uns am Ende des Jahrzehnts wieder an der Spitze Europas befinden. Das ist eine Aufgabe, gerade bei den vielen technologischen Herausforderungen. Aber ich bin sicher: Wir schaffen das!<\/div>\n<div><b><i>Viele wollen heuer im Sommer verreisen. Sie auch?\u00a0<\/i><\/b><\/div>\n<div>Meine Familie und ich, wir \u00fcberlegen noch. Fix ist nix.<\/div>\n<h4><strong><span style=\"color: #ff0000;\">ZUR PERSON: LH TOM STELZER<\/span><\/strong><\/h4>\n<p><strong>Thomas Stelzer<\/strong><\/p>\n<div class=\"XbIp4 Vi1QO GNqVo yxtKT allowTextSelection\" tabindex=\"-1\" role=\"region\" aria-label=\"Nachrichtentext\">\n<div>\n<div class=\"rps_4df4\">\n<div dir=\"ltr\">\n<div>\n<div>(geb. 21.02.1967) ist seit 6. April 2017 Landeshauptmann von Ober\u00f6sterreich. Zuvor war er von 1997 bis 2015 Abgeordneter zum O\u00d6.-Landtag. Der gelernte Jurist ist mit seiner Frau Bettina verheiratet und Vater von zwei Kindern, Lukas und Lena.<\/div>\n<div><b>Ehrgeizige Ziele.<\/b> Mit dem \u201eOber\u00f6sterreich-Plan\u201d blickt Stelzer optimistisch in die Zukunft des Landes. Rund 1,2 Mrd. Euro werden f\u00fcr ein breites B\u00fcndel an Ma\u00dfnahmen in allen Bereichen und allen Regionen des Landes investiert. Im Zeitraum von 2020 bis 2026 l\u00f6sen diese Investitionen des Ober\u00f6sterreich-Plans eine gesamtwirtschaftliche Wertsch\u00f6pfung im Umfang von 4 Mrd. Euro aus und schaffen voraussichtlich 14.000 Arbeitspl\u00e4tze.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto fusion-carousel-border\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"no\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"13\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><\/ul><div class=\"fusion-carousel-nav\"><span class=\"fusion-nav-prev\"><\/span><span class=\"fusion-nav-next\"><\/span><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-text\"><p style=\"text-align: center;\">Fotos: \u00a9 Land O\u00d6. \/ Peter Mayr<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Landeshauptmann, wie geht es Ihnen? Das ist ja mal ein netter Anfang (lacht). Danke, gut. 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