{"id":6328,"date":"2024-02-26T20:28:52","date_gmt":"2024-02-26T19:28:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.city-magazin.at\/?p=6328"},"modified":"2024-06-02T18:41:37","modified_gmt":"2024-06-02T16:41:37","slug":"witzany-trifft-sos-menschenrechte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/witzany-trifft-sos-menschenrechte\/","title":{"rendered":"Witzany trifft \u201eSOS-Menschenrechte\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\">Eine <\/span>zweite Chance<\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4>Ein Neuanfang: SOS-Menschenrechte st\u00e4rkt junge Asylsuchende in Linz mit einer zweiten Chance.<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p><span class=\"\">S<\/span><span class=\"\">OS-Menschenrechte, ein gemeinn\u00fctziger Verein f\u00fcr eine offene Gesellschaft, die von Demokratie, Pluralit\u00e4t und Toleranz gepr\u00e4gt ist, haben wir j\u00fcngst besucht. Denn die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen machen mich aktuell sehr nachdenklich.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Man sollte tats\u00e4chlich wieder mehr mit den Menschen sprechen als blo\u00df \u00fcber sie. SOS-Menschenrechte betreut in Linz Fl\u00fcchtlinge, darunter auch in einer Wohngemeinschaft junge Frauen, die schlimme Erfahrungen hinter sich haben. Christian Bauer (48), der Hausleiter der WG, erz\u00e4hlt \u00fcber die aktuellen Herausforderungen seiner T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p><strong><em>Was hat Sie motiviert, die Leitung hier zu \u00fcbernehmen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich war lange in der Kinder- und Jugendhilfe t\u00e4tig, und bin dann eher zuf\u00e4llig auf dieses Projekt mit seinen unterschiedlichen und sehr ergreifenden Asylgeschichten gesto\u00dfen.<\/p>\n<p><strong><em>Was sind die besonderen Herausforderungen bei einer solchen T\u00e4tigkeit?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Einerseits ist es schon die politische Lage. Denn es gibt viele kritische Stimmen, weil die Leute oft unreflektiert \u00fcber andere urteilen, ohne die betroffenen Menschen und deren Geschichte zu kennen. Andererseits ist unsere Arbeit auch von Ressourcen abh\u00e4ngig, und gegenw\u00e4rtig sind wir mit niedrigen Tags\u00e4tzen konfrontiert. Dennoch ist es wichtig, sich in diesem Bereich zu engagieren. Alle, die hier im Haus untergebracht sind, sind integrations- und arbeitswillig und auch nett und motiviert. Und sie verdienen eine Chance auf ein besseres Leben.<\/p>\n<p><strong><em>Das Umfeld ist momentan ja wirklich nicht gerade motivierend. Gab es bei Ihnen auch schon Momente, wo Sie gesagt haben, \u201eIch mag jetzt nicht mehr\u201d?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberhaupt nicht! Wenn ich hierherkomme und in die Gesichter der jungen Menschen schaue, bin ich jeden Tag aufs Neue motiviert. Die Herausforderungen sind politisch gepr\u00e4gt, und daf\u00fcr k\u00f6nnen unsere Jugendlichen nichts.<\/p>\n<p><strong><em>Wie denken Sie, k\u00f6nnte man die Stimmung verbessern?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Man merkt, dass es viele Vorurteile in der Bev\u00f6lkerung gibt. Die Lage ist momentan aufgeheizt, und man sagt schnell etwas nach, obwohl man die Leute gar nicht kennt. Tats\u00e4chlich aber dealt der Gro\u00dfteil der Asylsuchenden nicht mit Drogen und k\u00f6nnte ein Gewinn f\u00fcr unsere Gesellschaft sein \u2013 vor allem in den Mangelberufen. Wenn die Bev\u00f6lkerung diese Menschen und deren Fluchtgeschichten kennen w\u00fcrden, dann w\u00fcrden auch viele ihre Meinung \u00e4ndern. Wir m\u00fcssten nur ein St\u00fcck aufeinander zugehen.<\/p>\n<p><strong><em>Es gibt aber auch die schwarzen Schafe. Wie soll man mit solchen Jugendlichen umgehen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, die gibt es tats\u00e4chlich. Ich bedaure das sehr, weil \u00d6sterreich immer eine Tradition darin hatte, Menschen aus Krisenregionen zu helfen und solche schwarzen Schafe die positive Meinung zerst\u00f6ren. Missst\u00e4nde m\u00fcssen daher auch beim Namen genannt werden, da kann man nicht einfach dar\u00fcber hinwegsehen. Auch wenn es oft gefordert wird, ist es tats\u00e4chlich nicht so einfach, straff\u00e4llig gewordene Fl\u00fcchtlinge abzuschieben. Man kann auch nicht pauschal sagen, was man mit solchen Systemsprengern machen soll. Hier braucht es individuelle Konzepte, denn ganz allgemein befinden sich die Jugendlichen ja in keinem leichten Alter. Die jungen Leute brauchen Orientierung, eine Aufgabe und Struktur. Umgekehrt ben\u00f6tigen sie aber auch Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung. In meinem p\u00e4dagogischen Alltag erlebe ich die jungen Menschen auch so, dass sie eh wissen wollen, was sie machen sollen, um nicht anzuecken. Und bei unseren Burschen ist es \u00e4hnlich wie oft auch bei jungen \u00d6sterreichern, dass sie halt noch lernen m\u00fcssen, was M\u00e4dchen jetzt gut finden oder nicht.<\/p>\n<p><strong><em>Woher kommen die jungen Frauen, die hier in der WG betreut werden?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Sie stammen aus Syrien und Somalia und waren bei der Flucht auch Gewalt ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, dass wir ihnen hier einen sicheren Ort bieten k\u00f6nnen und eine Trauma p\u00e4dagogische Ausrichtung haben.<\/p>\n<p><strong><em>Wie lange dauert es, bis solche schlimmen Erfahrungen \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das kommt auf die Person und deren jeweiligen psychischen Abwehrkr\u00e4fte an \u2013 und nat\u00fcrlich auch auf das Umfeld mit seinen positiven und stabilisierenden Sozialkontakten. Wir arbeiten hier auch mit einer erfahrenen Psychotherapeutin zusammen.<\/p>\n<p><strong><em>Ab wann verlassen die Jugendlichen diesen sch\u00fctzenden Ort?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mit einem positiven Asylbescheid und guten Deutschkenntnissen werden die Jugendlichen dann in anderen betreuten Wohnformen untergebracht, wo sie auch eine mobile Betreuung haben.<\/p>\n<p><strong><em>Gibt auch Beispiele, wo Sie sagen k\u00f6nne, dass da die Integration besonders gelungen ist?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, da gibt es zum Beispiel einen Jugendlichen, der mittlerweile sehr gut deutsch kann und sich selbst ehrenamtlich engagiert. Er macht gerade seinen Pflichtschulabschluss und ist mit Meilensteinen unterwegs. Er ist einer von vielen F\u00e4llen, denen alles nicht schnell genug gehen kann.<\/p>\n<p><strong><em>Ist nicht auch die Wokeness bzw. das, was man unter politischer Korrektheit kennt, etwas Schuld daran, dass wir Schwierigkeiten haben, aufeinander zuzugehen. So ist ja schon die Frage nach der Herkunft, etwas, was man unterlassen sollte. Aber wie kann ich dann mehr \u00fcber das Schicksal eines gefl\u00fcchteten Menschen erfahren?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das ist zum Schluss jetzt schon eine gemeine Frage (schmunzelt). Denn mir sind solche Themen sehr wichtig, aber wenn wir f\u00fcr alles im menschlichen Kontakt Regeln aufstellen wollen, verlieren wir uns in Details. Wenn wir jedoch achtsam aufeinander zugehen, braucht es diese Debatten nicht. Auch als \u201esupergescheiter\u201d P\u00e4dagoge, kann ich damit die Menschen nicht abholen, die halt ihre eigenen Umgangsformen und ihre eigene Sprache haben.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Hintergrund<\/span><\/strong><\/p>\n<p><b class=\"\">DER VEREIN IN LINZ:<\/b> SOS-Menschenrechte ist parteipolitisch und konfessionell ungebunden. In der WG Ohana finden rund 18 Jugendliche einen sicheren Ort. Darunter ist z.B. Rayan (16): Sie ist mit ihrem Vater aus Syrien \u00fcber die T\u00fcrkei zu uns gekommen. Elhan (18) hingegen stammt aus Somalia und kam mit ihrem Onkel \u00fcber Ungarn hierher. Die Jugendlichen m\u00fcssen nicht nur die Gefahren und Belastungen der Flucht auf sich nehmen, sondern auch die Schwierigkeiten, die das Asylverfahren in \u00d6sterreich mit sich bringt, bew\u00e4ltigen. Die junge Betreuerin Karmina Mersdorf arbeitet auch mit m\u00e4nnlichen Fl\u00fcchtlingen zusammen und hat sich bei ihrer Arbeit selbst immer sicher gef\u00fchlt. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen auch Sie helfen. Spendenkonto: SOS-Menschenrechte, IBAN: AT89 1860 0000 1061 6365, BIC: VKBLAT2L<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto fusion-carousel-border\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"no\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"13\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><\/ul><div class=\"fusion-carousel-nav\"><span class=\"fusion-nav-prev\"><\/span><span class=\"fusion-nav-next\"><\/span><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-text\"><p style=\"text-align: center;\">Fotos: \u00a9 T.Duschlbauer<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":6331,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[1,30],"tags":[],"class_list":["post-6328","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-zeitlos"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2024-03-SOS-1.png?fit=933%2C700&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7QK0n-1E4","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6328","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6328"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6328\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6330,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6328\/revisions\/6330"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6331"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6328"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6328"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6328"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}