{"id":689,"date":"2016-07-02T10:31:10","date_gmt":"2016-07-02T08:31:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.city-magazin.at\/test00\/?p=689"},"modified":"2017-02-03T09:41:58","modified_gmt":"2017-02-03T08:41:58","slug":"timna-brauer-musik-kann-bruecken-bauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/timna-brauer-musik-kann-bruecken-bauen\/","title":{"rendered":"Timna Brauer. Musik kann Br\u00fccken bauen"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\">Timna Brauer.<\/span> Musik kann Br\u00fccken bauen.<\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4>Die S\u00e4ngerin \u00fcber ihr Faible f\u00fcr j\u00fcdische Musik und ihren Sommerauftritt in Linz<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p>Sie ist eine der vielseitigsten und mit Sicherheit multikulturellsten K\u00fcnstlerinnen \u00d6sterreichs. In ihrem schmucken Haus in Wien gab S\u00e4ngerin Timna Brauer <em>City!<\/em>-Redakteurin Hilde Weber sehr pers\u00f6nliche Einblicke in ihr Leben.<!--more--><br \/>\n<strong><em>CITY!: Am 27. Juli treten Sie gemeinsam mit Ihrem langj\u00e4hrigen musikalischen Partner Elias Meiri im Rahmen von \u201eWort und Klang\u201c im Botanischen Garten in Linz auf.<\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Und ich freue mich sehr darauf! Weil dieser Platz ein Garten Eden f\u00fcr mich ist. Dort herrscht eine ganz andere spirituelle Energie als in einem Konzertsaal oder einer Kirche. Diese Atmosph\u00e4re inspiriert mich sehr. Schlie\u00dflich reagieren ja auch Pflanzen auf Musik.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: <\/em><\/strong><strong><em>Worauf darf sich denn das Publikum freuen?<\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Wir kommen mit unserem Programm \u201eYiddisch Tango\u201c. Darin geht es jedoch nicht um Tango im herk\u00f6mmlichen Sinn und auch nicht nur um j\u00fcdisch-zentraleurop\u00e4ische Musik. Es werden Widerstandslieder gegen den Faschismus, sogenannte Ghettolieder, ebenso erklingen wie fr\u00f6hliche Hochzeits- und Festlieder, die zum Mittanzen einladen.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: Und tanzt das Publikum dann auch mit?<\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Manchmal schon. Wir haben hier in \u00d6sterreich ein eindeutiges Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle. Wenn ich z.B. in K\u00e4rnten auftrete, dann gibt es \u00f6fter Standing Ovations bzw. sprechen mich danach Menschen aus dem Publikum, besonders Frauen, darauf an, dass sie gerne mitgetanzt h\u00e4tten. Wenn am 25. Juli in Linz jemand tanzen sollte, w\u00e4re es f\u00fcr mich der sch\u00f6nste Beweis, dass ich mit meiner Musik die Herzen der Menschen erreichen konnte.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: In Ihrem breit gef\u00e4cherten Reper- toire hat j\u00fcdische Musik einen besonderen Stellenwert. Warum?<\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Urspr\u00fcnglich f\u00fchlte ich mich ja zum Jazz hingezogen, habe sogar Schubert und Mozart verjazzt und viel freie Musik gemacht. Dass ich schlie\u00dflich bei j\u00fcdischer Musik h\u00e4ngen geblieben bin, hat sicher mit meinen eigenen Wurzeln zu tun. Diese Musik mit ihrer Vielfalt, mit orientalischen und arabischen Einfl\u00fcssen, hat aber auch eine gro\u00dfe Tradition, die ich erhalten und weiter tragen m\u00f6chte.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: Sie entstammen einer sehr k\u00fcnstle- rischen Familie. Wollten Sie jemals etwas Anderes werden als S\u00e4ngerin? <\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Nein, ich habe schon als Kind sehr gerne gesungen. Mit vier Jahren bekam ich meine erste Gitarre und schon damals habe ich mit einem alten Kassettenrekorder meine Lieder aufgenommen. Als ich dann den Film \u201eThe Sound of Music\u201c sah, war f\u00fcr mich klar: Ich werde einmal S\u00e4ngerin.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: Sie haben \u00d6sterreich ja 1986, vor unglaublichen 30 Jahren, in Norwegen beim Eurovision Song Contest vertreten. Welche Erinnerungen haben Sie daran? <\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Ich wurde seinerzeit vom ORF nominiert, habe damals in Paris studiert und der Song Contest war der Anlass, warum ich nach \u00d6sterreich zur\u00fcck gekommen bin. Mein Lied \u201eDie Zeit ist einsam\u201c war ein sehr sch\u00f6ner Song. 1986 war jedoch das Jahr der \u201eCausa Waldheim\u201c und ich musste bei der Punktevergabe den Kopf hinhalten f\u00fcr etwas, f\u00fcr das ich gar nichts konnte. So hat es nur zur einer Platzierung im hinteren Teilnehmerfeld gereicht. Trotzdem habe ich den Song Contest total positiv in Erinnerung. Es ist auch eine Ehre und damit verbunden eine gro\u00dfe Verantwortung, ein Land auf einer so gro\u00dfen B\u00fchne zu repr\u00e4sentieren. F\u00fcr mich als junge K\u00fcnstlerin war es ein Meilenstein in meiner Karriere.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: Sie sind in Wien geboren, haben eine israelische Mutter mit jemenitischen Wurzeln, sind in \u00d6sterreich, Israel und Frank- reich aufgewachsen und heute musikalisch weltweit unterwegs. Wo ist Heimat f\u00fcr Sie? <\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Dadurch, dass ich so viele Kulturen in mir habe, f\u00fchle ich mich in vielen L\u00e4ndern sehr wohl. Daheim bin ich in Wien \u2013 und ich mag diese Stadt auch deshalb, weil es wenige \u201eechte\u201c Wiener gibt, sondern die meisten von ihnen auch Vorfahren aus aller Herren L\u00e4nder<br \/>\nhaben; denken Sie nur mal an die Donau- monarchie. Dadurch leben hier sehr offene und tolerante Menschen.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: Wenn jemand so multikulturell ist wie Sie \u2013 wie sehen Sie diese V\u00f6lker- wanderung, die derzeit aus dem Nahen Osten und Afrika auf Europa zukommt? <\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Ich bin nat\u00fcrlich durch meine eigene Familiengeschichte gepr\u00e4gt. Mein Vater musste sich vor dem Nazi-Regime verstecken, musste untertauchen und hat sehr lange Zeit als U-Boot gelebt. Ich kann verstehen wie sich Menschen f\u00fchlen, die aus Kriegsgebieten kommen und bei uns Zuflucht suchen. F\u00fcr mich ist die Fl\u00fcchtlingskrise ein politisches Problem. Die EU hat viel zu sp\u00e4t reagiert und versagt nun kl\u00e4glich bei der Bew\u00e4ltigung, und wir m\u00fcssen die Rechnung bezahlen. Ich pers\u00f6nlich f\u00fcrchte den Rechtsextremismus, nicht den Islam.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: Eines Ihrer Projekte hei\u00dft \u201eVoices for Peace \u2013 Stimmen f\u00fcr den Frieden\u201c. Kann Musik Br\u00fccken bauen? <\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Wir haben bei \u201eVoices for Peace\u201c mit S\u00e4ngern und Musikern unterschiedlichster Herkunft \u2013 von orthodoxen Juden bis zu Pal\u00e4stinensern muslimischen und christlichen Glaubens \u2013 ein gemeinsames Projekt verwirklicht, das ein Umdenken in den K\u00f6pfen bewirkt hat. Wo viele Gegens\u00e4tze vorhanden waren, sind Freundschaften entstanden. Gemeinsam hat man etwas Bleibendes erschaffen. Ja, insofern kann Musik Br\u00fccken bauen.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: Themenwechsel. Brauchen wir T\u00f6chter in der Bundeshymne? <\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Solange Frauen in unserer Gesellschaft nicht gleich gestellt sind, solange eine Frau f\u00fcr dieselbe Arbeit weniger Lohn erh\u00e4lt als ein Mann, solange man f\u00fcr Frauen in unterschiedlichsten Funktionen Quoten braucht \u2013 ja. Insofern sind T\u00f6chter in der Hymne ein Signal. Ich pers\u00f6nlich nehme die Sache aber nicht so todernst, sondern eher humorvoll.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: Wie gut kennen Sie Linz? <\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Ziemlich gut, denn ich gab mein erstes Konzert im Posthof und bin auch schon mehrmals im Brucknerhaus aufgetreten. F\u00fcr mich ist Linz die musikalische Hauptstadt \u00d6sterreichs, zumal hier auch ein sehr kultur- interessiertes und musikaffines Publikum vertreten ist.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: Gibt es etwas, das Sie in Ihrem Leben unbedingt noch machen m\u00f6chten? <\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Malen und t\u00f6pfern, bildende Kunst. Das ist f\u00fcr mich introvertiertes Schaffen, Kunst f\u00fcr die Seele, im Gegensatz zur B\u00fchne, wo ich ja aus mir herausgehen muss. Dadurch w\u00e4re es auch ein guter Ausgleich.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: Was macht Timna Brauer eigentlich ganz privat gl\u00fccklich? <\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Brauer:<\/strong> Wenn die Sonne scheint. Ich gestehe, ich bin ein wetterabh\u00e4ngiger Mensch. Sonne, W\u00e4rme, blauer Himmel \u2013 das weckt Gl\u00fccksgef\u00fchle, da f\u00fchle ich mich pudelwohl.<\/p>\n<p><strong><em>CITY!: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch und alles Gute f\u00fcr Ihre weiteren Projekte.<\/em><\/strong><\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ist eine der vielseitigsten und mit Sicherheit multikulturellsten K\u00fcnstlerinnen \u00d6sterreichs. 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