{"id":7225,"date":"2025-12-01T13:29:32","date_gmt":"2025-12-01T12:29:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.city-magazin.at\/?p=7225"},"modified":"2026-02-23T20:46:15","modified_gmt":"2026-02-23T19:46:15","slug":"wenn-das-lebenswerk-ins-wanken-geraet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wenn-das-lebenswerk-ins-wanken-geraet\/","title":{"rendered":"Wenn das Lebenswerk ins Wanken ger\u00e4t"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\">Ein neuer Anfang, <\/span>\u00a0nicht das Ende<\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4>Haka-Chef Gerhard Hackl \u00fcber Freunde und die gr\u00f6\u00dfte Krise seines Lebens(werks).<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p>In einer Zeit, in der unternehmerisches Scheitern oft vorschnell verurteilt wird, braucht es Mut, sich offen zu zeigen und \u00fcber schwierige Phasen zu sprechen. <!--more--><\/p>\n<p>Mein Gast Gerhard Hackl, Eigent\u00fcmer des Trauner Traditionsunternehmens Haka, tut hier im <em>CITY!<\/em> Magazin nun genau das. Nach Monaten wirtschaftlicher Turbulenzen, intensiver \u00f6ffentlicher Diskussionen und pers\u00f6nlicher Angriffe stellt er sich der Situation \u2013 ohne Ausfl\u00fcchte, ohne Besch\u00f6nigungen. Er spricht \u00fcber seine Verantwortung, Loyalit\u00e4t und den langen Atem, den er nun ben\u00f6tigt, um Haka wieder auf Kurs zu bringen.<\/p>\n<p><strong><em>Lieber Gerhard, Du bist doch unternehmerisch schon ein Routinier. Wie konnte es mit Haka soweit kommen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht ist das gerade aus der Routine entstanden, weil ich nach Corona zu sehr im Tagesgesch\u00e4ft drinnen war und aufgrund der gewaltigen Nachfrage nach weiteren Kapazit\u00e4ten Ausschau hielt. So kam es zum Kauf des Standortes in Mondsee, der uns zudem Zugang zu wirklich top-qualifizierten Mitarbeitern aus der Region erm\u00f6glichte. F\u00fcr die waren die letzten Monate besonders schlimm, weil ja der Verkauf durch den Vorbesitzer bereits ein Schock f\u00fcr sie gewesen ist. Wir waren im Vorjahr also zun\u00e4chst am Limit und konnten mit M\u00fch und Not unsere Liefertermine einhalten. Und jeder wei\u00df, wie wichtig mir das immer schon war. Und dann kam pl\u00f6tzlich der Einbruch, deutlich weniger Nachfrage. Viele Bauprojekte wurden einfach eingestellt \u2013 auch weil die KIM-Verordnung f\u00fcr viele die Finanzierung erschwerte. Gleichzeitig mussten wir aber dann nat\u00fcrlich h\u00f6here Energiekosten, L\u00f6hne und Materialkosten stemmen. Ein Rechenfehler bei einem Gro\u00dfprojekt hat uns ebenfalls zu schaffen gemacht. Vor Corona h\u00e4tte man so einen Fehler vielleicht noch irgendwie wegstecken k\u00f6nnen, aber unter diesen Umst\u00e4nden, bei dieser Gemengelage, ist das einfach nicht mehr m\u00f6glich. Diese Spielr\u00e4ume hat man nicht mehr. Ein Teufelskreis.<\/p>\n<p><strong><em>Haka galt lange als Inbegriff von Ehrlichkeit, Flei\u00df und Qualit\u00e4t. Hat sich dieses Bild nun ver\u00e4ndert?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In der medialen Darstellung jedenfalls. Pl\u00f6tzlich ist das Image besch\u00e4digt und du bist der B\u00f6se. \u00dcber Jahrzehnte habe ich Arbeitspl\u00e4tze geschaffen und das Unternehmen stabil gef\u00fchrt. Doch wenn dann einmal etwas schiefgeht \u2013 in unserem Fall eine versp\u00e4tete Auszahlung, die wir drei Wochen sp\u00e4ter vollst\u00e4ndig nachgeholt haben \u2013 kippt die Au\u00dfenwirkung sofort. Aus einer einzelnen Verz\u00f6gerung wird dann in manchen Zeitungen schnell ein riesiges Drama. Das f\u00e4ngst du nicht mehr ein.<\/p>\n<p><strong><em>Wie sehr hat Dich als jemanden, der das Unternehmen in bereits 3. Generation f\u00fchrt, menschlich getroffen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Sehr. Ich bin im Unternehmen gro\u00df geworden, habe schon 32 Jahre lang Verantwortung im Unternehmen getragen. Und wir haben schon einige Krisen erfolgreich gemeistert. Und dann hei\u00dft es pl\u00f6tzlich, ich h\u00e4tte das Familienwerk zerst\u00f6rt. Dabei habe ich doch zuvor sehr viel aufgebaut, nur halt leider &#8211; wie jeder andere Mensch auch &#8211; Fehler gemacht, f\u00fcr die ich jetzt ohnehin selbst geradestehe. Aber ich habe die Firma doch nicht \u201eruiniert\u201c.<\/p>\n<p><strong><em>Wie hat Dein Vater reagiert?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Er war zu dieser Zeit im Ausland, als die Berichte erschienen. Sogar im Urlaub wurde er darauf angesprochen, was ich angeblich alles falsch gemacht h\u00e4tte. Aber er steht hinter mir, weil er die Fakten kennt, ein Ehrenmann und deshalb auch mein Vorbild ist.<\/p>\n<p><strong><em>Wie ist die Situation heute?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir f\u00fchren beide Werke weiter, jedoch mit reduzierter Belegschaft. Mit rund 120 Mitarbeitern produzieren wir an zwei Standorten in Ober\u00f6sterreich. Das Sanierungsverfahren hat uns Luft verschafft und unsere Handelspartner halten uns die Treue. Der Direktvertrieb hat unter der negativen Berichterstattung gelitten, aber wir haben durchgehend p\u00fcnktlich geliefert und so viele positive R\u00fcckmeldungen seitens der Kunden wie nie zuvor.<\/p>\n<p><strong><em>Ihr seid auch international gefragt?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Schwerpunkt liegt in Ober\u00f6sterreich, aber wir beliefern ganz \u00d6sterreich und auch die Schweiz.<\/p>\n<p><strong><em>Was hast Du aus der Krise gelernt?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Kennzahlen m\u00fcssen konsequent und permanent \u00fcberwacht werden \u2013 egal wie \u201esafe\u201d man auch glaubt zu sein. Und man darf sich nicht zu sehr im operativen Hamsterrad verlieren, sondern muss Raum f\u00fcr zeitgerechte strategische Entscheidungen schaffen. Denn es ist in Firmen wie mit einer Lokomotive: Selbst nach einer Notbremsung kommt sie nicht sofort zum Stillstand, braucht auch einen viel l\u00e4ngeren Bremsweg als ein Auto. Und das muss man gerade heutzutage noch mehr ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><strong><em>Wie geht es Dir heute pers\u00f6nlich?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Diese Krise hat Spuren hinterlassen. Schlaflose N\u00e4chte, st\u00e4ndiges Gr\u00fcbeln \u2013 all das geh\u00f6rt jetzt zu meinem Leben. Aber ich habe mich schon etwas stabilisiert. Die Loyalit\u00e4t der Mitarbeiter, der Zuspruch meiner Familie, die Treue vieler Kunden und Partner hat mir dabei enorm geholfen. Trotzdem wei\u00df ich: Es wird noch dauern, bis ich dr\u00fcber hinweg bin.<\/p>\n<p><strong><em>Gab es auch Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Lage?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gott sei Dank, ja. Die H\u00e4ndler etwa sind selbst ja auch Unternehmer, wissen um die allgemein schwierige Situation. Und auch die Privatkunden haben ihre Erfahrungen in und mit Krisenzeiten. Jeder wei\u00df mittlerweile auch, dass es keine sicheren Arbeitspl\u00e4tze mehr gibt und die Kosten \u00fcberall sp\u00fcrbar ansteigen. Man k\u00f6nnte also sagen: Scheitern war noch nie so einfach wie jetzt.<\/p>\n<p><strong><em>G\u00f6nnt man Unternehmern hierzulande eigentlich Erfolg?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wenn die Leistung stimmt, ja. Unsere K\u00fcchen stehen seit Jahrzehnten f\u00fcr Qualit\u00e4t und machen den Kunden lange eine Freude \u2013 manche K\u00fcchen sind an die 50 Jahre alt und funktionieren zur Freude der Kunden noch immer einwandfrei.<\/p>\n<p><strong><em>Wenn wir uns in einem Jahr wieder treffen sollten, was w\u00fcrdest Du mir dann gerne erz\u00e4hlen wollen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich hoffe, dass ich dann sagen kann, dass die entscheidenden Phasen erfolgreich gemeistert wurden, dass einige Mitarbeiter mehr Verantwortung im Unternehmen \u00fcbernommen haben und ich wieder besser schlafen kann (lacht).<\/p>\n<p><strong><em>Du hast aber, lieber Gerhard, selbst in diesem Krisenjahr nie Dein soziales Tun vernachl\u00e4ssigt&#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nein, das kann ich nicht. Und das bin ich auch nicht. Wenn man mich ruft und ich helfen kann, bin ich da. Ich habe in der letzten Zeit sogar &#8211; ohne es zu m\u00fcssen- einigen Mitarbeitern private \u00dcberbr\u00fcckungsdarlehen gegeben.<\/p>\n<p><strong><em>Du hast viele Freunde. Immer noch?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Manche, die fr\u00fcher st\u00e4ndig pr\u00e4sent waren, sind pl\u00f6tzlich verschwunden. Andere stehen unver\u00e4ndert an meiner Seite. Ich sage seither, dass ich viele Freunde hatte. Die guten sind mir geblieben.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto fusion-carousel-border\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"no\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"13\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><\/ul><div class=\"fusion-carousel-nav\"><span class=\"fusion-nav-prev\"><\/span><span class=\"fusion-nav-next\"><\/span><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-text\"><p style=\"text-align: center;\">Fotos: \u00a9 T.Duschlbauer<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Zeit, in der unternehmerisches Scheitern oft vorschnell verurteilt wird, braucht es Mut, sich offen zu zeigen und \u00fcber schwierige Phasen zu sprechen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7227,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[1,30],"tags":[],"class_list":["post-7225","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-zeitlos"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2025-12-haka.png?fit=851%2C500&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7QK0n-1Sx","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7225","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7225"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7225\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7262,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7225\/revisions\/7262"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7227"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7225"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7225"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7225"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}