{"id":7348,"date":"2026-01-26T21:00:27","date_gmt":"2026-01-26T20:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.city-magazin.at\/?p=7348"},"modified":"2026-04-27T16:54:59","modified_gmt":"2026-04-27T14:54:59","slug":"interview-mit-lh-thomas-stelzer-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/interview-mit-lh-thomas-stelzer-2\/","title":{"rendered":"Interview mit LH Thomas Stelzer"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\">Keine Zeit <\/span>zum Tr\u00f6deln<\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4>LH Thomas Stelzer \u00fcber zu wenig Reform-Tempo in Wien, Wirtschaftswachstum im eigenen Land und das Verm\u00e4chtnis von Vor-Vorg\u00e4nger Josef Ratzenb\u00f6ck.<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p>Seit neun Jahren regiert VP-Landeschef Thomas Stelzer (58) Ober\u00f6sterreich. Im Interview mit <em>CITY! <\/em>Chefredakteur Christian Horvath spricht der Regierungschef \u00fcber Krisen am laufenden Band, zu wenig Reform-Tempo in Wien und seine Ziele f\u00fcr die restliche Legislaturperiode bis Herbst 2027. Dann werden Landtag, Gemeinder\u00e4te und B\u00fcrgermeister in O\u00d6 gleichzeitig gew\u00e4hlt werden.<!--more--><\/p>\n<p><strong><em>Herr Landeshauptmann Stelzer, erst k\u00fcrzlich mussten wir Abschied von Josef Ratzenb\u00f6ck nehmen. Welche Bedeutung hatte der legend\u00e4re Alt-Landeshauptmann f\u00fcr Ober\u00f6sterreich und Sie pers\u00f6nlich?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, tats\u00e4chlich, Josef Ratzenb\u00f6ck war schon zu Lebzeiten eine Legende. Das hat damit zu tun, dass er ein Br\u00fcckenbauer war und bis zum letzten Atemzug Mensch geblieben ist. Bodenst\u00e4ndig, bescheiden, immer auf alle zugehend. Damit war er auch Grundsteinleger f\u00fcr dieses ber\u00fchmte Ober\u00f6sterreich-Klima. Zudem hat er wahrlich Gro\u00dfes geleistet. Wir d\u00fcrfen n\u00e4mlich bei allen aktuellen Herausforderungen nicht vergessen, dass die Zeit von 1977 bis 1995, als er Landeshauptmann war, f\u00fcr Ober\u00f6sterreich mit der \u00d6l- und Verstaatlichtenkrise auch sehr fordernd war. Viele haben damals schon damit gerechnet, dass die Industrie sich nicht mehr erholen wird. Er aber hat die \u00dcbersicht bewahrt, in Krisen stets auch Chancen gesehen und so letztlich aus Ober\u00f6sterreich einen hochmodernen Industriestandort gemacht. Dieses politische Verm\u00e4chtnis wirkt noch bis heute nach.<\/p>\n<p><strong><em>Wieviel LH Ratzenb\u00f6ck steckt in LH Stelzer?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Viel. Er ist ein echtes Vorbild f\u00fcr mich. Vor allem auch sein Einsatz f\u00fcr mehr Zusammenhalt und Miteinander hat mich nachhaltig gepr\u00e4gt. Bis zuletzt habe ich jede Begegnung mit ihm und seiner Frau Anneliese sehr gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p><strong><em>Von krisenhafte Zeiten, die Ratzenb\u00f6ck noch erlebt hat, zu den Herausforderungen von heute. Vor allem auf Bundesebene brennt der Finanzhut. Doch die seit einem Jahr im Amt befindliche Bundesregierung aus \u00d6VP, SP\u00d6 und NEOS kommt irgendwie nicht auf Touren, auch die Umfragewerte sind miserabel. Viele Landsleute diagnostizieren mangelnden Reformeifer. Gibt es da nicht tats\u00e4chlich noch reichlich Luft nach oben?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, ganz sicher. Auch wenn Einigungen zwischen drei Parteien naturgem\u00e4\u00df nicht immer leicht zu erzielen sind und Bundeskanzler Stocker sich ehrlich bem\u00fcht. Es braucht jetzt mehr Tempo. Wir haben keine Zeit zum Tr\u00f6deln. Es braucht glasklare Reformschritte. Die j\u00fcngsten Ergebnisse der Regierungsklausur zeigen zwar schon in die richtige Richtung. Aber das Beschlossene muss jetzt eben auch rasch umgesetzt und der Reformeifer fortgesetzt werden.<\/p>\n<p><strong><em>Ich frage auch deshalb, weil Sie ja in zwei Jahren selbst eine Wahl in O\u00d6 zu schlagen haben. Und wenn die Lage nicht besser wird, k\u00f6nnten Sie am Ende zum Leidtragenden werden. Auch wenn Sie pers\u00f6nlich und die O\u00d6VP\u00a0 derzeit in den meisten Umfragen noch vor der FP\u00d6 liegen \u2013 mit Gegenwind aus Wien wird es bestimmt nicht einfacher f\u00fcr Sie&#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, da haben Sie schon recht. R\u00fcckenwind w\u00e4re mir nat\u00fcrlich auch lieber. Aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert. Zudem setze ich darauf, dass die Umfragewerte der \u00d6VP auf Bundesebene wieder steigen, sobald die Bev\u00f6lkerung sp\u00fcrt, dass es da in Wien ein ehrliches Bem\u00fchen und ein seri\u00f6ses Miteinander zum Wohl von Land und Leuten gibt. Au\u00dferdem: Die Ober\u00f6sterreicher wissen zwischen Bundes- und Landtagswahlen zu unterscheiden. Ich stelle mich 2027 in O\u00d6 der Wiederwahl. Bis dahin gebe ich mein Bestes und vertraue danach auf die W\u00e4hler, und die haben bekanntlich immer recht.<\/p>\n<p><strong><em>Leichter h\u00e4tten Sie es jetzt nat\u00fcrlich trotzdem, wenn in diesen bewegten Zeiten FP\u00d6-Chef Herbert Kickl diese Bundesregierung als Bundeskanzler f\u00fchren m\u00fcsste. Ein Strategiefehler Ihrer Parteikollegen in Wien?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nein, Herr Kickl hatte es ja selbst in der Hand. Aber er hat sich halt vor der Regierungsverantwortung gedr\u00fcckt. Die FP\u00d6 hat so gesehen also nichts aus dieser Nr.1-Position gemacht. Aber mit einem haben Sie nat\u00fcrlich schon recht: Von der Oppositionsbank l\u00e4sst sich alles bequem und leicht kritisieren.<\/p>\n<p><strong><em>Die politische Gro\u00dfwetterlage ist auch alles andere als g\u00fcnstig. Die EU droht zwischen den USA, Russland und China zerrieben zu werden, wirkt auf viele Landsleute zunehmend hilf- und orientierungslos. Wie sehen Sie das als Regional-Politiker?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Auch ich w\u00fcnsche mir in der EU eine z\u00fcgigere und geeintere Vorgangsweise. Es sind in den letzten Jahren in Br\u00fcssel zudem Fehler gemacht worden. Die Einschr\u00e4nkungen etwa auf gewisse Technologien oder die vielen Verbote. Aber das wurde erkannt und repariert. Man hat also aus Fehlern gelernt, und das muss man der EU zugutehalten. Nur eines noch: Diese ausgleichende, nicht polternde Politik Br\u00fcssels wird Europa oft als Schw\u00e4che ausgelegt. In Wahrheit aber ist es doch viel eher eine St\u00e4rke. Denn sie ist so zu einer demokratische Werte-Gemeinschaft geworden. Es schafft in der EU auch kein Einzelner nach Lust und Laune an. Wir in Europa leben Demokratie, erhalten so Frieden und Freiheit. Ein hohes Gut.<\/p>\n<p><strong><em>Was k\u00f6nnen Sie in global bewegten Zeiten tun, damit Ober\u00f6sterreich gut durch diese St\u00fcrme kommt? Oder anders gefragt: Sind Sie mittlerweile nicht schon mehr Passagier als Pilot?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nein, um es sinnbildlich zu sagen: Ich bleibe am Steuer und halte bestm\u00f6glich dagegen. Denn nat\u00fcrlich kann man immer etwas tun. Und selbst wenn wir im Vergleich zur gro\u00dfen, weiten Welt als Ober\u00f6sterreich relativ klein sind, so sind wir dennoch schlau, innovativ und flei\u00dfig. Das zeichnet uns seit jeher aus. Ja, nat\u00fcrlich ist nicht alles perfekt. Und ja, nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir momentan besonders auf die Finanzen achten. Dennoch werden wir gerade jetzt in diesen st\u00fcrmischen Zeiten als Land investieren. So werden wir alleine heuer 800 Millionen Euro aus Landesmitteln daf\u00fcr einsetzen, um den Wirtschaftsumschwung herbeizuf\u00fchren. So k\u00f6nnen wir Jobs absichern helfen und innovative Zukunfstprojekte schneller umsetzen. Ober\u00f6sterreich ist ja immer schon die Ideenschmiede der Republik gewesen. Auf das setzen wir auch jetzt \u2013 etwa mit K\u00fcnstlicher Intelligenz. Damit wir einen weiteren Vorsprung herausholen.<\/p>\n<p><strong><em>Was halten Sie von Gemeindezusammenlegungen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, wenn die Bev\u00f6lkerung das mittr\u00e4gt. Ich bin nur dagegen, dass etwas von oben verordnet wird. Wir haben au\u00dferdem bereits jetzt viele Gemeinden, die bestens miteinander zusammenarbeiten und so Kosten einsparen.<\/p>\n<p><strong><em>Was, wenn jemand aus einer anderen Partei eine tolle Idee hat?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Her damit, machen wir (lacht).<\/p>\n<p><strong><em>Im Herbst 2027 wird gew\u00e4hlt. Was wollen Sie in den verbleibenden 19 Monaten f\u00fcr O\u00d6 noch tun?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Wichtigste ist, dass wir jetzt die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Denn alles, was wir gestalten oder ausgeben wollen, m\u00fcssen wir zuerst ja einmal erwirtschaften. Das geht nur mit einer wachsenden Wirtschaft. Dann gibt es Gro\u00dfprojekte, wie die Mauthausner Donaubr\u00fccke, die wir jetzt endlich angehen k\u00f6nnen. Auch die Stadtbahn oder der Westring seien hier an dieser Stelle erw\u00e4hnt. Und wir haben auch kulturelle Gro\u00dfprojekte wie heuer die Communale und n\u00e4chstes Jahr die KulturEXPO, die auch das ausl\u00e4ndische Interesse nach O\u00d6 lenken wird. Es gibt also noch viel zu tun.<\/p>\n<p><strong><em>Das Beispiel Mauthausen zeigt, dass viele Verfahren sehr lange dauern?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>So ist es. Ich glaube, dass wir uns viel zu komplizierte Regeln geschaffen haben. Wir wollen niemandem ein Recht wegnehmen, aber Entscheidungen m\u00fcssen k\u00fcnftig einfach z\u00fcgiger gef\u00e4llt werden. Sonst sind uns andere Standorte \u00fcberlegen.<\/p>\n<p><strong><em>Kennen Sie eigentlich schon den genauen Wahltermin?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nein, der wird in der Regierung gemeinsam beschlossen. Er wird aber, wie Sie vorhin schon sagten, irgendwann im Herbst 2027 sein.<\/p>\n<p><strong><em>Wird spannend, weil gleichzeitig auch Gemeinder\u00e4te und die B\u00fcrgermeister gew\u00e4hlt werden. Ihr Wahlziel?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wieder ein starker Erster werden.<\/p>\n<p><strong><em>Im Gegensatz zu Wien wurde das O\u00d6.-Kulturbudget nicht gek\u00fcrzt. Ist f\u00fcr Kulturschaffende im Land also wohl ein Vorteil, wenn der Kulturreferent zugleich auch der Finanzreferent ist?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nein (lacht), das hat andere Gr\u00fcnde. Kultur verbindet Menschen. Das sorgt f\u00fcr ein Mehr an Miteinander, Innovation und auch f\u00fcr so manch \u00fcberraschende Effekte. Kultur spricht in uns zudem auch das an, was man nicht nur ganz technokratisch mit Zahlen begreifen kann, was uns ganzheitlich als Mensch ausmacht. Und ein gutes Kulturangebot hilft der Gesellschaft auch mental in herausfordernden Zeiten.<\/p>\n<p><strong><em>Dann wird es Sie ja doppelt freuen, dass das Landestheater im Vorjahr so gut bilanziert hat&#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, sehr. Das Landestheater hat ja einen Gestaltungs- und Bildungsauftrag, den Intendant Hermann Schneider, Finanzchef Thomas K\u00f6nigstorfer und Chefdirigent Markus Poschner mit einer Mischung aus Klassikern und Neuem bravour\u00f6s umgesetzt haben. Sch\u00f6n, dass das vom Publikum belohnt wird.<\/p>\n<p><strong><em>Wann waren Sie eigentlich zuletzt einmal im Theater?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Unl\u00e4ngst habe ich \u201eEichmann vor Gericht\u201c im Landesgericht gesehen.<\/p>\n<p><strong><em>Herr Landeshauptmann, Sie feiern am 21. Februar Ihren 59. Geburtstag. Wissen Sie schon wie?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ist es wirklich schon wieder soweit? Kinder, wie die Zeit vergeht (lacht). Nein, ich habe noch keine Pl\u00e4ne, lasse mich also \u00fcberraschen (zwinkert).<\/p>\n<p><strong><em>Wie l\u00e4uft der Fasching im B\u00fcro?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Sie haben mich das schon einmal gefragt (lacht). Also, egal ob bei Faschingssitzungen oder am Faschingsdienstag im B\u00fcro: Krapfen und Humor geh\u00f6ren dazu. Es soll ja niemand behaupten, dass meine Mitarbeiter bei mir nix zu lachen h\u00e4tten (zwinkert).<\/p>\n<p><strong><em>Letzte Frage: Die Winter-Olympiade steht vor der T\u00fcr &#8211; werden auch Sie etwas Zeit zum Zuschauen bzw. Daumen dr\u00fccken finden?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, wenn es der Terminkalender zul\u00e4sst und Ober\u00f6sterreicher am Start sind. Ein Vincent Kriechmayr etwa sorgt bei uns im Land immer wieder f\u00fcr G\u00e4nsehaut-Momente. Ich w\u00fcnsche jedenfalls allen Athleten viel Erfolg und dass alle gesund heimkehren.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-auto lightbox-enabled\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"yes\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"6\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"auto\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><li class=\"fusion-carousel-item\"><div class=\"fusion-carousel-item-wrapper\"><div class=\"fusion-image-wrapper hover-type-liftup\"><a data-rel=\"iLightbox[gallery_image_1]\" data-caption=\"MACHTZENTRUM IM LANDHAUS.\nDer Arbeitsplatz von LH Thomas Stelzer (58) -\nam Schreibtisch stets frische Blumen. Vom 2. 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