{"id":7408,"date":"2026-02-23T20:40:16","date_gmt":"2026-02-23T19:40:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.city-magazin.at\/?p=7408"},"modified":"2026-03-23T21:09:54","modified_gmt":"2026-03-23T20:09:54","slug":"witzany-trifft-siegfried-haudum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.city-magazin.at\/index.php\/witzany-trifft-siegfried-haudum\/","title":{"rendered":"WITZANY TRIFFT Siegfried Haudum"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\"  style='background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:0px;padding-bottom:20px;padding-left:0px;'><div class=\"fusion-builder-row fusion-row \"><div  class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1  fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1\"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'>\n\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-column-wrapper\" style=\"padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;\"  data-bg-url=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h1><span style=\"color: #e20714;\"><span style=\"color: #000000;\">Mut zum<\/span> Neuanfang\u00a0<\/span><\/h1><\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-sep-none fusion-title-size-one\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:31px;\"><h1 class=\"title-heading-left\"><h4>HiFi-TV-Video-Pionier Siegfried Haudum \u00fcber Aufstieg und Umbruch in neue Zeiten.<\/h4><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text\"><p>Diesmal ist bei mir ein ehemaliger Unternehmer zu Gast, der \u00fcber Jahrzehnte hinweg das Geschehen der Unterhaltungselektronik in Ober\u00f6sterreich gepr\u00e4gt hat: Siegfried Haudum.<!--more--><\/p>\n<p>Der geb\u00fcrtige Linzer, der heute in St. Florian lebt,\u00a0 feierte erst k\u00fcrzlich seinen 75er und blickt mit mir auf eine turbulente Entwicklung der Elektrobranche zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong><em>Du bist ja vielen noch als echter Pionier der Unterhaltungselektronik bekannt. Wie hat alles begonnen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Meine Frau Lydia und ich haben 1977 in der Haunspergerstra\u00dfe im Keferfeld gestartet \u2013 mit einer Werkstatt f\u00fcr Fernsehreparaturen. Ich war damals noch parallel Vertreter bei Hitachi. Wir haben also klein angefangen, dann Wohnungen in dem Haus zugemietet und Garagen als Lager verwendet. Schritt f\u00fcr Schritt ist ein Handelsunternehmen mit elf Filialen daraus geworden, u.a. in Wels, Kirchdorf, Attnang, Traun und in der Plus City. Unsere Zentralwerkst\u00e4tte war sp\u00e4ter in Linz am Grundbachweg. In der besten Zeit hatten wir 90 Mitarbeiter.<\/p>\n<p><strong><em>Was waren f\u00fcr Dich als Technik-Freak so die Highlights der damaligen Zeit?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir waren der erste Betrieb in Ober\u00f6sterreich, der alle Filialen \u00fcber Standleitungen vernetzt hatte. Das hat fr\u00fcher eine Stange Geld gekostet. Unsere EDV-Anlage von Siemens Nixdorf bestand aus zwei Einheiten so gro\u00df wie K\u00fchlschr\u00e4nke, ein Modem kostete unglaubliche 36.000 Schilling. Aber wir wollten vorne dabei sein. Wir haben auch als Erste beim ORF Ober\u00f6sterreich einen CD-Player pr\u00e4sentiert \u2013 Anfang der 80er-Jahre, Preis: 29.990 Schilling. TV-Moderator Hans Peter Heinzl war Stargast. Und schlie\u00dflich organisierten wir sogar Hifi-Messen, zuerst im Volkshaus Bindermichl, sp\u00e4ter mit anderen Firmen im Brucknerhaus, woran Du Dich sicher erinnerst, lieber Walter, weil Du diese Veranstaltungen damals moderiert hast. Auch beim Video als neuem Medium waren wir dabei und haben sogar die erste Videothek in Linz er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><strong><em>Irgendwann wurde die Nahversorger-Rolle in der Hifi-Branche schwierig&#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Jahr 1993 war die erste Z\u00e4sur. Neue Elektrom\u00e4rkte wie MediaMarkt kamen ins Land, massiv unterst\u00fctzt von Gro\u00dfkonzernen im Hintergrund. Gleichzeitig haben wir die Firma St\u00f6ger in Attnang \u00fcbernommen \u2013 vier Filialen, auch mit Fremdkapital. Bis dahin hatten wir ja alles Wachstum stets nur aus dem Cashflow finanziert. Im Nachhinein war diese letzte \u00dcbernahme \u2013 gemeinsam mit dem neuen Wettbewerbsdruck \u2013 der Wendepunkt. Es wurde schwierig. Auch personell ist viel von unserem Know-how an die Ketten abgewandert. Wir mussten schlie\u00dflich in den Zwangsausgleich gehen. Ende 2001 haben wir das Unternehmen dann positiv liquidiert. Wir haben kein Schlachtfeld hinterlassen, ganz im Gegenteil. Meine Tochter Angela und mein Schwiegersohn h\u00e4tten sogar den Betrieb noch \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, aber ich habe ihnen davon abgeraten.<\/p>\n<p><strong><em>Du bist jetzt 75, wirkst zufrieden&#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Schau, ich bin 1951 geboren und somit in der Wirtschaftswunder-Nachkriegszeit aufgewachsen. Meine Kindheit war unbeschwert \u2013 selbst wenn es naturgem\u00e4\u00df Entbehrungen gab, wir empfanden es damals nicht so. Wir waren als Kinder den ganzen Tag im Freien, spielten bei den Schreberg\u00e4rten am Bindermichl, lebten und lachten einfach. Heute blicke ich mit Sorge auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung. Meine Enkel und Urenkel wachsen in einer viel komplexeren Welt auf. Das schmerzt mich oft.<\/p>\n<p><strong><em>Hast du eigentlich heute noch Kontakt zu ehemaligen Mitarbeitern?\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Satz \u201eBeim Haudum habe ich gelernt\u201c war ein echtes Qualit\u00e4tsmerkmal. Viele Mitarbeiter waren Jahrzehnte bei uns. Und ja, manche treffe ich auch noch heute, was mich immer sehr freut.<\/p>\n<p><strong><em>Als die Firma Haudum 2001 f\u00fcr immer geschlossen hat, warst Du erst knapp \u00fcber 50. Wie ging es weiter?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gut. Ich habe nach einer kurzen Auszeit als Coach beim FAB des BFI in Wels zu arbeiten begonnen und dort Langzeitarbeitslose zur\u00fcck ins Berufsleben begleitet. Eine wundersch\u00f6ne Aufgabe. Noch heute denke ich ger\u00fchrt an besondere Dankesbriefe. Einer lautete: \u201eLieber Siegi, ich habe schon lange nicht mehr so sorgenfreie Weihnachten gefeiert. Danke, dass Du da gewesen bist f\u00fcr mich.\u201c Da bekomme ich jetzt noch G\u00e4nsehaut. Ein toller Erfolg, der mir heute noch mehr bedeutet als jede Top-Bilanz zuvor.<\/p>\n<p><strong><em>Und Lydia ist die Frau Deines Lebens. Privat wie beruflich&#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, absolut. Ohne sie h\u00e4tte ich all das nie schaffen k\u00f6nnen. Sie f\u00fchrte die Buchhaltung, k\u00fcmmerte sich um die beiden T\u00f6chter, organisierte unseren privaten Hausbau in St. Florian\u2013 ihr geh\u00f6rt meine Liebe und meine Wertsch\u00e4tzung. Seit nunmehr fast 60 Jahren, obwohl uns als ganz junges Paar (17 &amp; 18) der Standesbeamte eine kurze Ehe prophezeite. Wir sind aber nicht aus Trotz so lange zusammen geblieben (zwinkert). Mir bedeutet Familie alles \u2013 wenn etwas ist, bin ich da. Selbst, wenn wir mit dem Wohnmobil in Griechenland unterwegs w\u00e4ren \u2013 wir w\u00fcrden umdrehen. Und wenn etwas kaputt geht, hei\u00dft es: Der Opa richtet das. Unl\u00e4ngst etwa habe ich meiner Enkeltochter beim Notebook geholfen. Technik begeistert mich immer noch (lacht).<\/p>\n<p><strong><em>Und dann gibt es \u2013 neben Deiner Frau, 2 T\u00f6chtern, 4 Enkerl und 4 Urenkerl, bald 5 \u2013 noch eine Leidenschaft &#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Richtig. Das Reisen und eben unser Wohnmobil. Fr\u00fcher sind wir ja viel geflogen \u2013 etwa nach Amerika oder Fernost. Oft wurden wir f\u00fcr Top-Ums\u00e4tze auch von der Industrie in die Konzernzentralen eingeladen. Irgendwann wollten wir aber nicht mehr fliegen. Und nach einem Wohnmobil-Urlaub in den USA\u00a0 war klar: So reisen wir weiter. Heute sind wir autark unterwegs. Ich habe sogar den C-F\u00fchrerschein gemacht, weil das Fahrzeug gr\u00f6\u00dfer ist. E-Bikes sind integriert, technisch habe ich vieles selbst nachger\u00fcstet. Ich bin fast jede freie Minute mit Verbesserungen besch\u00e4ftigt. Im Fr\u00fchjahr zieht es uns auf die iberische Halbinsel, im Herbst f\u00fcr zwei Monate nach Griechenland. Und irgendwann bleiben wir ja vielleicht dort (zwinkert).<\/p>\n<p><strong><em>DANKE, lieber Siegi, und alles Gute!<\/em><\/strong><\/p>\n<h4><span style=\"color: #ff0000;\">HINTERGRUNG<\/span><\/h4>\n<p><strong>Ein Mensch mit sozialer Ader<\/strong><\/p>\n<p>Schon als Chef war Siegi hilfsbereit<\/p>\n<p><strong>IMMER NAH DRAN.<\/strong> Siegfried Haudum war nicht nur ein beliebter Arbeitgeber, sondern hat &#8211; egal ob als Coach f\u00fcr Langzeitarbeitslose oder Firmenchef &#8211; stets auch soziales Engagement gezeigt und dabei sogar mit Promis zusammengearbeitet. Legend\u00e4r sind beispielsweise die Treffen mit dem Schauspieler Karl-Heinz B\u00f6hm oder dem Rallye-Fahrer Franz Wittmann.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-image-carousel fusion-image-carousel-fixed lightbox-enabled\"><div class=\"fusion-carousel\" data-autoplay=\"yes\" data-columns=\"5\" data-itemmargin=\"6\" data-itemwidth=\"180\" data-touchscroll=\"no\" data-imagesize=\"fixed\"><div class=\"fusion-carousel-positioner\"><ul class=\"fusion-carousel-holder\"><li class=\"fusion-carousel-item\"><div class=\"fusion-carousel-item-wrapper\"><div class=\"fusion-image-wrapper hover-type-none\"><a data-rel=\"iLightbox[gallery_image_1]\" data-caption=\"COOL. Gesch\u00e4ft im 70er Jahre-Style.\" data-title=\"2026-03-Haudum-2\" aria-label=\"2026-03-Haudum-2\" href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-03-Haudum-2.png\" target=\"_self\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"202\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.city-magazin.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-03-Haudum-2.png?resize=320%2C202&amp;ssl=1\" class=\"attachment-blog-medium size-blog-medium\" alt=\"COOL. 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