Mehr Zeit für die Pflege
Eine Welser Firma verblistert Medikamente – das spart Zeit und gibt Sicherheit.
Viele ältere und pflegebedürftige Menschen nehmen täglich eine große Anzahl an Medikamenten ein – oft bis zu 15 verschiedene Präparate pro Tag.
Für Betroffene selbst, aber auch für Angehörige und Pflegekräfte ist es eine Herausforderung, den Überblick über Dosierungen und Einnahmezeitpunkte zu behalten. Fehler bei der Medikamentengabe oder organisatorischer Mehraufwand sind keine Seltenheit.
FH-Projekt. Genau hier setzte ein Entwicklungsprojekt in Oberösterreich an. Die FH Oberösterreich in Wels arbeitete gemeinsam mit dem Welser Unternehmen Medventuro daran, die sogenannte Verblisterung von Medikamenten weiterzuentwickeln. Professor Paul Brandl und Studentin Jessica Maier analysierten die Arbeitsprozesse in der Pflege, um die Medikamentenversorgung noch besser an die Praxis anzupassen.
Unverzichtbar. Beim „Verblistern“ handelt es sich um das Verpacken von Tabletten in kleine, transparente Kunststoffhüllen – allerdings nicht mehr in Standardpackungen, sondern individuell zusammengestellt für jeden einzelnen Patienten. Die einzelnen Blisterstreifen tragen klare Beschriftungen, etwa „Montag Früh“ oder „Dienstag Abend“. Patienten sehen damit sofort, welche Medikamente zu welchem Zeitpunkt einzunehmen sind. Heute wird diese Form der patientenindividuellen Verpackung erfolgreich eingesetzt und bringt Vorteile für alle Beteiligten. „Neun Linzer Vorort-Apotheken versorgen die 10 Seniorenzentren der Stadt Linz unter anderem mit neuverblisterten Medikamenten. Gerade in Zeiten eines akuten Fachkräftemangels im Pflegebereich ist das eine unverzichtbare Leistung“, so Mag. Peter Eder von der St. Magdalena Apotheke in Linz.
Weniger Wege. Mag. Stefan Mayr von der Kreuz Apotheke in Leonding sieht ebenfalls ein großes Potenzial „Es hat nur Vorteile für den Patienten: Er erhält das richtige Medikament in der richtigen Dosierung zum richtigen Zeitpunkt. Wir kümmern uns auch um das Einholen der Rezepte, somit sparen sich die Patienten viele Wege.“
Weiteres Potenzial
Verblisterung für Privatpersonen
komfort. Neben den Pflegekräften in den Heimen können mit der Verblisterung der Medikamente aber auch pflegende Angehörige enorm entlastet werden. Auch sie müssen dann die Medikamente nicht mehr mühsam aus verschiedenen Packungen zusammenstellen, wodurch auch Fehler vermieden werden.
Fotos: © Peter Echt, Medventuro





