WENIGER WARTEN beim Arzt.

Gesundheitsdaten mit neuem Smartphone-Assistenten selbst verwalten.

Ein digitales Programm, das die Kommunikation zwischen Arzt und Patient vereinfachen und das Gesundheitssystem nachhaltig entlasten soll: dem Linzer Start-Up „BlockHealth“ könnte das gelingen. Das CITY!-Magazin hat den Jungunternehmer Fabian Aschauer (23) zum Gespräch getroffen.

Der sympathische Linzer wurde aus Leidenschaft Krankenpfleger – und hat seinen erlernten Beruf dennoch rasch an den Nagel gehängt: kurz nach Abschluss seiner Diplomprüfung 2016 machte er sich als Gesundheitsberater selbstständig und gründete ein Jahr später – gemeinsam mit Augenarzt Dr. Matthias Bolz (Kepler Universitätsklinikum) und Michael Ring („R’n’B Consulting“) – sein Unternehmen „BlockHealth“. Wer hinter diesem Titel nun eine typische Fitness-Anwendung vermutet, täuscht sich: „BlockHealth hat nichts mit einer klassischen Beratertätigkeit zu tun“, erklärt Aschauer bei einem Glas Soda im Kult-Café Traxlmayr, „sondern mit der sicheren Verwaltung gesundheitsspezifischer Daten über‘s eigene Smartphone.“ Die von Aschauer und seinem Team programmierte Handy-App zielt darauf ab, Menschen einen digitalen Gesundheitsassistenten mit K.I. (künstlicher Intelligenz) zur Verfügung zu stellen, der dabei behilflich ist, Gesundheitsdaten wie Krankenakte und Befunde übersichtlich zu verwahren. So soll die Kommunikation zwischen Arzt und Patient maßgeblich erleichtert werden. „Ich habe als Krankenpfleger erlebt, dass viele Menschen mit einem Therapieplan, den einzunehmenden Medikamenten oder damit zusammenhängenden Arztterminen überfordert sind“, sagt der Jungunternehmer. Die Ärzte hingegen hätten häufig nicht genügend Zeit, um sich individuell mit ihren Patienten auseinanderzusetzen: „Durchschnittlich verbringt ein Arzt mit seinem Patienten nur 7 Minuten.“ Es brauche eine zeitliche Entlastung für Ärzte bei gleichzeitiger Erhöhung der Betreuungsqualität von Patienten.

Innovativ & intelligent. Durch die gut strukturierte Verwahrung medizinischer Dokumente wie Impfpässe und Medikamentenliste sowie Infos über gesundheitsspezifische Themen sollen beim Patienten Übersicht und Verständnis gestärkt und beim Arzt die Beratungsebene optimiert werden. Vitalparameter (z.B. Blutdruck) werden dabei ebenso abgedeckt wie die Möglichkeit, ein Schmerztagebuch zu führen. Zudem kann bei Bedarf die Einstellung eines „Reminders“ getätigt werden, der einen an den anstehenden Arztbesuch, die alljährliche Vorsorgeuntersuchung oder die nächste Medikamenteneinnahme erinnert. Hervorzuheben sei dabei die zielgerichtete Datenfreigabe an den Arzt, sagt der Dipl. Krankenpfleger: „Der Patient gibt über unsere App seine Befunde oder seine Medikationsliste dem jeweiligen Arzt zur Ansicht frei. Das ist zeitsparend und besser als sich immer durch einen Haufen Papierkram wühlen zu müssen.“

Geringere Wartezeit.

„BlockHealth“ bietet seinen Nutzern auch an, als Vorbereitung für ein Arztgespräch bereits im Vorfeld einen digitalen Anamnesebogen auszufüllen, der im Anschluss aufgerufen werden kann. Das bedeute nicht nur für die Patienten eine geringere Wartezeit, sondern genauso für Arzt und Pflegepersonal eine Erleichterung. Dabei behält man laut Aschauer auch den Überblick: „Nachdem man über die App ohnehin all seine Gesundheitsdaten verwaltet, ist es leicht, die benötigten Informationen schnell herauszufiltern. Das ist auch für junge Eltern, die die Krankenakten ihrer Kinder aufbewahren müssen, angenehm – und für pflegende Angehörige. Man hat alles übersichtlich beisammen!“ Das Thema Datenschutz sieht der sportliche Oberösterreicher sehr kritisch: „Nichts ist wichtiger als sensible Daten zu schützen. Daher auch der Name ‚BlockHealth‘ – ‚Block‘ kommt von ‚Blockchain‘, einer Technologie, die digitale Informationen vor Manipulation schützt.“ Klingt kompliziert – aber: „Die Anwendung ist auf Benutzerfreundlichkeit ausgerichtet. Uns ist wichtig, dass jeder damit umgehen kann“, versichert Aschauer. „BlockHealth“ soll nämlich auch Spaß machen: „Das Thema ‚Gesundheit‘ ist häufig negativ besetzt – man hat das Vorurteil, sich immer selbst quälen zu müssen, fühlt sich ausgeliefert. Das Befassen mit der eigenen Gesundheit soll aber etwas Positives sein.“ Er persönlich ist der Überzeugung, dass dabei die mentale Komponente eine entscheidende Rolle spielt. Für ihn selbst bedeutet Gesundheit Lebensqualität: „Eine wertfreie Auseinandersetzung mit Psyche und Körper – ob mit oder ohne Krankheit.“

AUSZEICHNUNG

Edison-Preis

Mit dem technisch-medizinischen Know-how,
der Benutzerfreundlichkeit und dem ganzheitlichen
Gesundheitsaspekt überzeugte „BlockHealth“ auch Experten.
Kürzlich erhielten Fabian Aschauer und sein Team
den „Edison-Award“ in der Kategorie „innovativ-orientierte Ideen“.
Ein Ansporn: bereits im kommenden Herbst sollen ausgewählte
Nutzer den digitalen Gesundheitsassistenten testen können;
2020 soll „BlockHealth“ dann offiziell auf den Markt kommen.
Weitere Infos gibt es auf www.blockhealth.ai

Fotos: © BlockHealth.ai, VisitAsia

2019-06-03T22:36:06+02:00