DANKE!

Im Kampf gegen das Virus dürfen wir auf viele Mitbürger stolz sein

Die letzten Wochen waren wohl für die meisten von uns eine enorme Herausforderung und die Geschehnisse rund um dieses Virus werden sich wohl auch noch auf die nächsten Jahre auswirken – insbesondere im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes. Viel wird derzeit auch darüber diskutiert, ob der Kurs der Regierung richtig war oder ob die Maßnahmen überzogen wurden und damit der Wirtschaft zu sehr geschadet hätten.

Fahren auf Sicht. Tatsache ist, dass so gut wie alle Staaten irgendwann die Notwendigkeit von Maßnahmen erkannt haben – manche früher, manche später. Tatsache ist auch, dass dies für alle eine völlig neue Situation war und ist, für die es noch keine bewährte Strategie gab und gibt. Solche Ereignisse erfordern daher auch ein gewisses Maß an Improvisation, bei der man „auf Sicht fährt“ bzw. behutsam einen Schritt nach dem anderen setzt, um erst einmal zu sehen, welche Konsequenzen daraus entstehen. Das Wort „Improvisation“ hat für manche zwar einen schalen Beigeschmack, jedoch bedeutet es nichts anderes als „Verbesserung“. Wir alle haben in diesem Szenario also einen Lernprozess durchgemacht, und dabei war es auch gut, dass manche Länder durchaus andere Schritte gesetzt haben als wir. Eine einheitliche europäische Vorgangsweise, wie dies manche gefordert haben, wäre wahrscheinlich nicht so zielführend gewesen. Denn das Virus trifft in einem Europa der Vielfalt auch auf ganz unterschiedliche Voraussetzungen: Da gibt es andere Prioritäten bei den Gesundheitssystemen bzw. mehr oder weniger Kapazitäten in den Intensivstationen, eine unterschiedliche Bevölkerungsdichte, andere soziale Verhältnisse, weshalb etwa in Italien und Spanien viele junge Paare noch bei den Eltern wohnen. Aus all diesen Gründen ist es daher sowohl für Experten als auch letztlich für Politiker schwer ein „Universalrezept“ gegen eine solche Pandemie abzuleiten. Im Gegenteil, die unterschiedlichen Länder-Voraussetzungen haben eben auch zu unterschiedlichen Erfahrungen geführt, woraus jeder lernen konnte.

Endspurt. Wir in Österreich hatten das Glück, dass wir unmittelbar von unseren italienischen Nachbarn lernen und rechtzeitig gegensteuern konnten, da einerseits die Ausbreitung bei uns zeitverzögert stattfand und andererseits auch die alljährliche Grippewelle im Abflauen war. Wenn wir weiterhin so wie bisher zusammenhalten, dann können wir die Zeit, die wir durch die Maßnahmen gewonnen haben, jetzt auch nutzen, um die Wirtschaft erfolgreich hochzufahren und auch hier zu schauen, dass möglichst keiner auf der Strecke bleibt. Die Wahrscheinlichkeit, dass noch heuer eine wirksame Therapie oder eine Impfung gegen Covid-19 zur Verfügung steht, ist laut den Experten hoch. Wir werden mit dieser Bedrohung also nicht laufend leben müssen, sondern können davon ausgehen, dass sich die Situation schrittweise verbessern wird. Nun etwa sperren sogar schon – viel früher als erwartet – Kinos und die meisten Fitnessstudios auf. Die Talsohle scheint überwunden und all jenen Menschen, die uns in den Spitälern, in Pflegeberufen, im Handel, in der Logistik etc. dabei geholfen haben, gebührt unser Dank. Gleiches gilt natürlich auch für die Einsatzkräfte, die Essenszusteller, die Grundwehr- und Zivildiener und für jene, welche die Infrastruktur aufrecht erhielten. Zudem ist zu bemerken, dass die Arbeit der Spitzenpolitiker unter diesen Umständen sicher auch kein Honiglecken ist. Ihnen allen sagen wir deshalb ein „Dankeschön“.

Mag. Dorit Waldbauer

Inhaberin der emotion-apotheke in Linz

Aufeinander schauen

Die engagierte Apothekerin war mit ihrem Team an vorderster Front für ihre Kunden da. „Die Bedingungen waren schon sehr herausfordernd, zumal es besonders zu Beginn fast täglich neue Verordnungen gab, die es teilweise über Nacht umzusetzen galt. Zum Glück haben unsere Kunden die notwendigen Maßnahmen wie Desinfektion und Mundschutz, aber auch längere Wartezeiten mit großem Verständnis angenommen.“ Bewältigt hat sie die Situation dank eines motivierten Teams und ihrer Familie, die auch bei Hauszustellungen nach Dienstschluss mitgeholfen hat. Worauf sie sich freut: „Darauf, wieder ohne Mundschutz und Handschuhe arbeiten zu können, meinen Kunden auch mit Berührungen, Schulterklopfen nahe zu sein. Das distanzierte Arbeiten ist schon gewöhnungsbedürftig.“

Dr. Marco Angelini

Arzt am Klinikum Wels-Grieskirchen

Schätzen, was wir haben

Zum Berufsbild eines Arztes gehört es, auch in Zeiten der Gefahr für die Patienten da zu sein. „Auch, wenn bei uns im Klinikum rasch und äußerst professionell reagiert wurde, war die menschliche Herausforderung sehr groß. Niemand von uns hat eine derartige Situation zuvor schon einmal durchgemacht.“ Der Gedanke, sich selbst nicht zu infizieren, war stets auch in seinem Kopf – umso mehr, als er im Herbst Vater wird. In die Zukunft blickend meint er: „Wir können nicht zur Normalität kommen, wenn genau diese Normalität das Problem war. Es ist nicht selbstverständlich, einen Job zu haben, versorgt zu sein, seine Lieben um sich zu haben, in Frieden zu leben. Ich wünsche mir mehr Demut und Dankbarkeit – und dass bald niemand mehr mit Sorgen schlafen gehen muss.“

Noémi Budjacova, 24h-Heimpflegerin aus Slowenien

Mit letzter Kraft

Die Pflegerinnen und Pfleger in den Altenheimen und zuhause bei ihren Patienten haben sehr viel dazu beigetragen, dass das System nicht kollabiert ist. Manche Pflegerinnen aus der Slowakei, Ungarn und Rumänien, die zuletzt bei uns nicht gerade mit erfreulichen Neuerungen konfrontiert wurden, haben oft über Monate hinweg rund um die Uhr bei ihren Pfleglingen ausgeharrt, weil es keinen Ersatz gab, die Grenzen geschlossen waren oder umständliche Quarantänemaßnahmen in Kauf genommen werden mussten. „Ich habe meine beiden Kinder mehr als sieben Wochen lang nicht mehr gesehen und mein Vater hat kürzlich seinen 70. Geburtstag gefeiert. Jetzt bin ich schon froh, dass ich nach Hause fahren kann, obwohl ich in der Slowakei gleich in Quarantäne komme und die ganze Zukunft ungewiss ist. Denn es ändern sich laufend die Regelungen.“

Wolfgang Lehner, Moderator im ORF Studio OÖ

Aus Liebe zu diesem Land

Der „Morgenwecker“ des Landes begab sich freiwillig für mehrere Wochen im Landesstudio in Isolation. Warum? „Es war mir und meinen Kollegen wichtig, dass die Berichterstattung sichergestellt ist und alle nötigen Informationen über Radio, TV und Internet bei unseren Landsleuten ankommen. Mir persönlich war es aber auch ein Anliegen, den Hörern gute Laune zu vermitteln.“ Besonders vermisst hat er in dieser Zeit seine Frau Karin, das eigene Bett und ausgedehnte Bergtouren als Ausgleich zum Job. Bei vielen Mitmenschen konnte er auch ein Umdenken feststellen: „Ein harmonisches Miteinander, Freundschaft, Zusammenhalt und Toleranz sind wichtiger als Börsenkurse. Wenn uns diese Krise ein Stück näher auf diesem Weg bringt, dann hätten wir in schwerer Zeit eine Chance echt genutzt.“

Kurt Geyer, Kolonnenführer, LINZ AG Abfall

Dem Müll eine Abfuhr erteilen

Die Menschen blieben zuhause und bestellten und bestellten und bestellten und … Dadurch fiel während der Corona-Maßnahmen ungewöhnlich viel Müll an. „Abfälle müssen entsorgt werden, damit sie die Stadt nicht belasten. Wenn der Müll nicht abgeholt würde, könnte das irgendwann auch die Gesundheit gefährden. Und das wäre in Zeiten der Corona-Pandemie doppelt schlecht.” Ende April waren es gar 1.000 Tonnen Hausmüll wöchentlich – soviel wie etwa das Aufkommen zu Weihnachten ausmacht. „Die Menschen in Linz haben uns aber motiviert. Immer wieder stand jemand am Balkon oder am Fenster und hat geklatscht oder den Daumen hoch gehalten. So ein Zuspruch freut einen dann schon.”

Felix Larcher, Zivildiener aus Ansfelden

Eine prägende Erfahrung

Am 1. April traten rund 3.500 außerordentliche Zivildiener in Österreich ihren Dienst an. 2.000 davon sind ehemalige Zivildiener, die sich freiwillig gemeldet haben. 1.500 sind Aktive, die verlängert wurden. Felix Larcher pendelt seit April zwischen Ansfelden und dem Krankenhaus in Kirchdorf, wo er seinen Zivildienst verlängert hat. „Ich habe den Zivildienst vorher schon gemacht und mich nach einer kurzen Pause nun freiwillig gemeldet. Als Musiker kann ich momentan mit meiner Band ja nicht auftreten. Viele Konzerte mussten abgesagt werden, weshalb ich etwas Sinnvolles mit dieser Zeit anfangen wollte. Hier im Krankenhaus fühle ich mich wohl und kann den Patienten helfen. Es ist für mich auch eine sehr prägende Erfahrung, wobei ich schon froh bin, dass langsam wieder die Normalität einkehrt und wir dann nicht mehr gebraucht werden.“

Werner Steinecker, Generaldirektor Energie AG 

Kritische Infrastruktur aufrecht erhalten

Der Generaldirektor der Energie AG wollte es sich nicht nehmen lassen, sich hier auch persönlich bei seinen Mitarbeitern für das Engagement und die Leistungen während der Pandemie-Maßnahmen zu bedanken: „Ein geregelter Betrieb unserer kritischen Infrastruktur und die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten und haben oberste Priorität. Das ist notwendig, damit sich die Menschen auf eine sichere Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserversorgung verlassen können, dass das Internet funktioniert und die Entsorgungsdienstleistungen wie gewohnt erbracht werden.” Dankeschön!

Julia Geisberger, Stellvertretende Leitung Unimarkt St. Florian

Dem Ansturm gewachsen

Die Lebensmittelmärkte erlebten einen gigantischen Run, weshalb die Regale ständig neu befüllt werden mussten. „Nudeln, Mehl, Germ, Dosen und natürlich Toilettpapier waren die gefragtesten Dinge, und wir hatten mit dem verfügbaren Personal schon zu tun, um das alles zu bewältigen – auch weil es so schnell ging. Mittlerweile hat sich alles normalisiert. Ab und zu gibt es Großeinkäufe, aber das war auch schon vor Corona so.”

Roland Pfaffenberger, Hauptbrandmeister Berufsfeuerwehr Linz

Zusammenwachsen in Freud und Leid

Die Feuerwehr musste auch während der Pandemiemaßnahmen für alle Fälle gerüstet sein. Um dies zum Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten, wurden die Teams für jeweils zwei Wochen auf der Feuer-
wache isoliert. „Die Zeit der Isolation, in der wir auch von der Familie getrennt waren, war von den Einsätzen her eher ruhig, aber nicht so, dass nichts gewesen wäre. Wir haben die Zeit auch für Schulungen genutzt und um das Material zu warten. Es durfte auch niemand für Arbeiten zu uns kommen, weshalb wir auch gemeinsam gekocht und geputzt haben. Das hat uns ein Stück zusammengeschweißt.”

Fotos: © privat, Redaktion, ORF, AdobeStock

2020-06-02T22:11:27+02:00