Ein typischer BMW.

Es gibt wenige Marken, die ein so klares und deutliches Image haben wie BMW.

Was manche als Sackgasse bezeichnen würden, ist für die Münchner eine Chance, ihre Werte wie Dynamik und Sportlichkeit in das boomende Segment der SUV´s zu transportieren.

Der deutsche Premiumhersteller hat sich dieser Herausforderung von Anfang an gestellt. Schon der erste X3 ist mehr oder weniger Kreise um seine Herausforderer gefahren, eine Etage höher gelang mit dem X5 das selbe Kunststück. Mittlerweile gibt es auch Angebote abseits der Primzahlen, Stichwort X4 und X2. Letzteren haben wir uns etwas genauer bei einer winterlichen Testfahrt rund um das Falkensteiner Hotel in Bad Leonfelden angesehen.
Ein Fahrerversteher. Er trifft aus unserer Sicht den Zeitgeist am Besten. Er ist zum Beispiel schon ein SUV, doch bestimmt kein böses. Auch ist er ein Sportler, aber mit Sicherheit kein gnadenloser. Er hat Platz und ist variabel, von einem Van aber ist er Lichtjahre entfernt. Der X2 bietet aber auch das bisserl Mehr, dass jeder von uns gerne hat. Gnadenlos perfekte Verarbeitung, dazu Gimmicks wie Head-up Display, Harman Kardon Soundsystem oder WLAN Hotspot und fertig ist die Wohlfühloase. Technisch basiert er auf dem X1, allerdings ist er kürzer, flacher und seine Überhänge sind auf ein Minimum reduziert. Sprich, er steht gedrungener da. Beeindruckend ist seine Front, wo die neu gestaltete Doppelniere und böse blickende Scheinwerfer für mächtigen Wirbel im Rückspiegel sorgen.
Herr der Lage. Die dynamische Seitenansicht und das sexy Heck lassen final Querverweise auf einen Athleten zu. Unser Testwagen macht eine derartige Zuordnung unumgänglich. BMW Austria war so nett, uns ein Modell M Sport zur Verfügung zu stellen, mittels arg nach Testosteron riechenden M-Sportpaket ordentlich auf Dynamik gebürstet. Wir haben das sehr gerne angenommen, wohl wissend, dass die Leistungsausbeute des 190 PS starken Turbo-Diesels mit dem Design locker mithalten kann. Seine 400 Newtonmeter hieven den X2 in entspannten 7,7 Sekunden auf 100 km/h, bei Bedarf rennt der Bayer 221 km/h. Der saftige Durchzug und die spontane Kraftentfaltung machten vom ersten Meter weg extrem viel Freude am Fahren. Gewohnt souverän und immer Herr der Lage – das 8-Gang Sport-Automatik Getriebe. In fünf Tagen, runden 800 Kilometern und ungezählten Kick-downs war nicht ein Fehlgriff dabei. Und glauben Sie uns, dank Allrad, adaptivem Fahrwerk und auf „Sport“ gestellten Fahrerlebnisschalter haben wir weder Automatik, noch Auto oder Fahrer geschont.
Talentiert. Das klingt jetzt nicht sonderlich erwachsen. Na ja, ein paar schneidig genommene Kurven machen nun mal wesentlich mehr Spaß als vernunftorientiertes Gleiten. Wirken auch wesentlich länger nach. Doch irgendwann geht auch das vorbei und man besinnt sich wieder auf andere, nicht minder wichtige Talente. Der X2 erwies sich auch da souverän. Seine herzeigbaren Platzverhältnisse haben wir bereits erwähnt und wollen sie hier noch mit einem Kofferraumvolumen von 470 Litern untermauern. Auch repräsentiert der BMW X2 die Benchmark in Sachen Bedienung. Die Kombination aus perfektioniertem iDrive-Cotroller, Touchscreen und analogen Bedienelementen sucht hier ihresgleichen. Wie nicht anders zu erwarten, offeriert der Münchner modernste Assistenzsysteme. Sicher, das tun andere auch, aber im Vergleich dazu will man jene im BMW ob ihrer nervenschonenden Arbeitsweise nicht ständig deaktivieren. Wie das bei einem klassischen BMW eben so ist. Eine Klasse für sich.
Eine Frage der Garage. BMW bringt selten Modelle auf den Markt, die einen emotional nur peripher tangieren. Der neue Z4 aber geht so richtig mitten ins Herz. Gut, als zweisitziger Roadster ist das quasi eh ein Muss, aber er hat auch ein Stoffverdeck, leistet als Sechszylinder M40i 340 PS und ist, weil in Graz produziert, ein waschechter Österreicher. Ab März darf der Pulsbeschleuniger käuflich erworben werden, neben dem Top-Modell wird es auch zwei Leistungsvarianten vom 2,0 Turbobenziner geben. Sollten dann noch der ein oder andere Quadratmeter in der Garage übrig sein, könnte man einen Blick auf den BMW X7 riskieren. Er ist die neue Speerspitze bei den SUV´s, quasi das Flaggschiff. Understatement ist sein Ding nicht, egal ob das Größe, Technologie, Luxus oder Antriebe betrifft. Aber auch in diesen Sphären wird der Markenidentität Rechnung getragen, Stichwort M-Sportpaket. Auch der E-Mini soll heuer bereit für den Handel sein. Der Mutterkonzern BMW schöpft hier aus seinem bereits gesammelten Wissen rund um den BMW i3.

AKTE

BMW X2 xDrive 20d
Motor: 4-Zylinder Turbo-Diesel
Leistung: 190 PS
Preis: ab 40.500 Euro

Fotos: © Manfred Binder

2019-04-02T00:02:25+01:00