• Manchmal sind es spontane Eingebungen, manchmal setze ich mich aber auch nur mit einem Stapel weißem Papier und einem Stift hin und taste mich an Silhouetten und Details heran.

Fashion Star.

EMANUEL BURGER über Mode, Visionen und die Liebe zum Beruf.

Das Herz eines der jüngsten Fashion-Designer weltweit schlägt nicht nur für exklusive Damenmode, sondern auch für karitative Projekte. Welche Rolle beides in seinem Leben spielt, verriet Emanuel Burger City!-Redakteurin Hilde Weber im exklusiven City!-Talk.

CITY!: Am 11. Mai 2019 findet in Linz zum zweiten Mal der Dancer against Cancer Ball statt, und Sie sind der Organisator. Wie kam es dazu?

Burger: Nun, Veranstaltungen habe ich früher schon organisiert, und bei einem meiner Events war Yvonne Rueff, die Obfrau des Dancer against Cancer Charity Veranstaltungsvereins, zu Gast. Sie hat mich angesprochen, ob ich mir denn vorstellen könnte, in Linz einen Dancer against Cancer Ball auf die Beine zu stellen. Das Projekt hat mich insofern gereizt, als man mit einem Ball ein breiteres Publikum ansprechen kann als mit einer Modenschau. Im Sinne der Krebshilfe war und ist es mir ein Anliegen, möglichst viele Menschen zum Ball-Besuch zu animieren und damit auch noch Gutes zu tun.

Was ist ist heuer das Besondere am Ball?

Wir haben erstmals ein Ballmotto, „GOLD“. Es wird ein Abend ganz in Gold mit vielen spektakulären Performances und Show-Einlagen.

Woher kommt Ihr Engagement für karitative Projekte?

Ich habe im Jahr 2011, gleich nach der Schule, sehr jung und noch ziemlich blauäugig, meine erste „Fashion & Art Show“ bei freiem Eintritt im AEC veranstaltet. Anmeldungen gab es mehr als genug – doch am Abend dann leere Plätze. Damals habe ich für mich bemerkt: „Was nichts kostet, ist offensichtlich nichts wert“. Es war aber nicht mein Ziel, mit meiner Show Geld zu verdienen – und so habe ich mich entschlossen, bei künftigen Veranstaltungen Eintritt zu verlangen, diese Gelder aber an wohltätige Organisationen zu spenden. Und siehe da, die Leute, die sich angemeldet hatten, kamen dann auch tatsächlich. Über die Jahre hat sich diese Idee bewährt und dieses karitative Engagement ist mir heute nicht nur wichtig, sondern macht mir auch viel Spaß. Ich lerne jedes Mal tolle Menschen kennen, die sich mit viel Herzblut und großer Energie ehrenamtlich in den Dienst der Sache stellen. Sie haben meine volle Hochachtung.

Welches Projekt wird heuer beim Dancer against Cancer Ball unterstützt?

Der Reinerlös der Veranstaltung kommt dem Projekt „Mama/Papa hat Krebs – Unterstützung für Familien in dieser schweren Zeit“ der Krebshilfe Linz zugute.

Themenwechsel. Sie sind einer der jüngsten Fashion-Designer weltweit. Nun ist das ja nicht unbedingt ein klassischer Männerberuf. Woher kommt Ihre Liebe zur Mode?

Dass ich in dieser Branche gelandet bin, war viel Glück und wohl auch Zufall. An der Montessori-Schule, die ich besuchte, gab es als Schulprojekt die Organisation einer Modenschau, und zwar in allen Details vom Design über das Nähen bis hin zur Präsentation, und ich musste dieses Projekt gemeinsam mit einer Mitschülerin umsetzen. Damals wurde meine Begeisterung für Mode geweckt. Hätte ich es in der Schule nicht ausprobieren dürfen, wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen, Mode zu meinem Beruf zu machen. Ich habe die Modeschule absolviert und sollte danach ein Praktikum machen, nachdem mich aber trotz unzähliger Bewerbungen kein Label haben wollte, habe ich mich selbstständig gemacht. Ein Schritt, den ich nie bereut habe.

Sie designen aber nur Damen-Mode…

Damen-Mode ist einfach spannender, man kann sich als Designer viel mehr ausleben, hat viel mehr Möglichkeiten, allein wenn ich an Farben und Muster denke. Bei Herren ist das halt nicht so breit gefächert.

Ihre Inspiration?

Das ist völlig unterschiedlich. Manchmal sind es spontane Eingebungen, manchmal setze ich mich aber auch nur mit einem Stapel weißem Papier und einem Stift hin und taste mich an Silhouetten und Details heran. Und natürlich hängt es vom Material ab. Ich schaue auf Modemessen, was es an Stoffen und Materialien Neues gibt, bestelle hier und dort und wenn ich es dann im Atelier habe, kommen die Ideen, was ich daraus mache.

Wo bekommt man nun einen echten „Emanuel Burger“?

In meinem Atelier in der Schmidtorstraße in Linz. Hier passen wir die Kleider individuell an – Ärmellänge, Schulterbreite, was es halt braucht. Linz wird als Standort akzeptiert und ich habe Kundinnen aus ganz Österreich, die selbst zu Anproben 2-3mal nach Linz kommen.

Und wie tief muss man in die Tasche greifen, wenn man ein Stück aus Ihrer Kollektion haben möchte?

Wir fertigen auch Prêt-à-porter-Mode direkt im Haus und ein Rock beginnt ab  99 Euro und ein Mantel im Jackie-Kennedy-Stil ist um 699 Euro zu haben. Änderungen sind natürlich im Preis inkludiert. Man kann bei uns übrigens auch spontan vorbeikommen. Wenn man einen besonderen Wunsch hat und meine persönliche Beratung wünscht, empfehle ich doch eine Terminvereinbarung.

Was sind Ihre Zukunftspläne, welche Ziele haben Sie sich noch gesetzt?

Auf den Dancer against Cancer Ball bezogen ist es mein persönliches Ziel, ihn in Linz als fixe Ballgröße zu etablieren. Hier sind wir auf einem guten Weg. Beruflich gilt es, den Standort Linz zu festigen und dann vielleicht Wien ins Auge zu fassen, weil dort einfach eine größere Klientel vorhanden ist.  Obwohl ich, wie schon vorher erwähnt, bemerkt habe, dass eine Kundin auch bereit ist zu reisen, wenn sie etwas wirklich will.

Keine Intentionen, die Catwalks der großen Modemetropolen wie Mailand und Paris zu erobern?

Paris ist nach wie vor die Welthauptstadt der Mode schlechthin und ich finde auch Berlin sehr interessant. Aber jetzt konzentriere ich mich einmal auf Österreich, vor allem auch, weil ich den Bezug zu meinen Kundinnen nicht verlieren möchte. Andererseits möchte ich mir nach oben keine Grenzen setzen. Visionen darf man gerade als Selbstständiger nicht verlieren.

Mit wem würden Sie, abseits der Modeszene, gerne einmal einen Abend verbringen, und warum?

Mit Meryl Streep. Ich finde sie als Schauspielerin faszinierend, weil sie eine sehr ausdrucksstarke Persönlichkeit ist, aber auch weil sie abseits der Kamera Stärke zeigt und keine Hemmungen hat, ihre eigene Meinung zu vertreten.

Was macht Sie glücklich?

Glück ist für mich, wenn ich im Urlaub einmal so richtig abschalten kann. Wenn ich mit dem guten Gefühl, alles erledigt zu haben, ins Auto steigen und losfahren kann, ohne daran zu denken, was ich gleich nach meiner Rückkehr alles erledigen muss. Ich liebe meinen Beruf, aber es ist wichtig, auch abseits davon ein gutes Leben zu haben.

PERSONALAKTE

Emanuel Burger
Geboren: 30.5.1993
Sternzeichen: Zwilling
Liebesstatus: ledig, glücklich vergeben
www.emanuelburger.net

Fotos: © Judith Bender-Jura, Weber, Christina Kapl

2019-04-02T00:07:10+02:00