GROSSES Musical.

Der Linzer Markus Olzinger will mit „Dr. Schiwago“ in der Traunsee-Metropole Gmunden wieder begeistern.

Europäisches Musiktheater zu spielen und Gmunden in der Vorsaison zu beleben, mit diesem Anspruch wurde das Projekt „Musical Frühling“ vor rund sieben Jahren erdacht. Nach Aufführungen wie etwa „Blutsbrüder“, „Geheime Gärten“ und „Jane Eyre“ startet das Ensemble heuer im Stadttheater mit dem am Broadway bereits erfolgreich aufgeführten Musical „Dr. Schiwago“ in die wärmere Jahreszeit.

Ein Klassiker. Boris Pasternaks Geschichte jenes Arztes, der zu Zeiten der Russischen Oktoberrevolution zwischen zwei Frauen hin- und hergerissen ist, wurde auch als Film bekanntlich ein Hit. Und der damals noch junge Omar Sharif glänzte dabei in den 1960er Jahren in der Titelrolle auf der Leinwand. In Gmunden wird diesem packenden Stoff demnächst durch das Musical neues Leben eingehaucht. Yngve Gasoy-Romdal, der schon als „Mozart“ im gleichnamigen Wiener Musical seine Fans begeisterte, mimt Schiwago. An seiner Seite: Lara, gespielt von Elisabeth Sikora, die zugleich auch Mitbegründerin des Musical-Frühlings in Gmunden ist und zuletzt auch in der Rolle der Jane Eyre glänzte. Gemeinsam mit dem Ex-Chefdirigenten der Vereinigten Bühnen Wiens, Caspar Richter, und dem gebürtigen Linzer Markus Olzinger kreierte das Trio damit bereits die fünfte Musical-Produktion in Gmunden. „Wir hätten uns nicht gedacht, dass es so ein Erfolg wird“, erzählt uns Intendant und Regisseur Markus Olzinger.
Qualität statt Kommerz. Die Gründe für den Erfolg am Traunsee sind leicht erklärt. Musicals kommen hierzulande schon einmal ganz grundsätzlich gut an. Wenn dann noch Wert auf Qualität bei der Auswahl des Stoffes gelegt wird und alle Akteure auf und hinter der Bühne Profis sind, die mit Leidenschaft agieren und das Künstlerische dem Kommerziellen voranstellen, so kann das Musical-Werk ganz offensichtlich auch in einem kleineren Stadttheater gelingen. „Wir haben hier ja nur 400 Plätze und eine auch nur begrenzte Anzahl an Spieltagen. Da muss man schon knallhart kalkulieren damit sich das ausgeht“, so Olzinger. Doch das dürfte der 34-jährige Mastermind des Musical-Erfolgs am Traunsee gut gemacht haben. Denn auch wenn kein Riesenbudget zur Verfügung steht, können sich die Gmundner Musicalmacher mittlerweile die Rechte an hochwertigen internationalen Musical-Produktionen ebenso wie Bühnenstars vom Format eines Yngve Gasoy-Romdal leisten. „Der Weg war nicht leicht. Mittlerweile schätzen aber auch die Rechte-Inhaber unsere Arbeit, der Erfolg spricht sich auch international schnell herum. Und so bekommen wir nicht nur die Musical-Lizenzen, sondern auch viele internationale Zuschauer nach Gmunden. Manche kommen zum Beispiel sogar extra aus Japan“, schwärmt Olzinger, der sich als Linzer aber natürlich ebenso darüber freut, dass auch viele Zuschauer aus seiner Heimatstadt sowie aus Wels und Steyr für einen Musicalabend nach Gmunden fahren.
Multi-Talent. Markus Olzinger brilliert aber – was die wenigsten wissen – nicht nur als Intendant und Regisseur in Gmunden. Er ist nämlich in Personalunion auch Bühnenbildner, er entwirft also die Kulissen und fertigt sie in Folge auch selbst an. Der einstige Darsteller, der übrigens schon mit zwölf Jahren selbst auf der Bühne stand, greift aber nicht nur aus Kostengründen zu Handkreissäge und Winkelschleifer. „Ich mag das einfach, es ist förmlich ein Ausgleich“, sagt er. „Die ganzen administrativen Vorbereitungsarbeiten – vom Marketing bis zum Ticketverkauf – bedeuten großen Stress für mich. Aber die Arbeit in der Werkstatt ist eine angenehme und ruhige Phase, bei der man wirklich kreativ sein kann.“
Extra-Vorstellungen. Die Tickets für die zehn fix geplanten Vorstellungen sind allerdings bereits so gut wie ausverkauft. Lediglich einzelne Restkarten sind noch erhältlich. Deshalb werden heuer erstmals noch Zusatzvorstellungen am 3., 4. und 5. Mai angeboten. Aber auch da muss man sicher schnell sein. Infos im Internet etwa auch unter www.musical-gmunden.com, bei Ö-Ticket sowie im Traunsee Tourismusbüro.

Fotos: © Stadtgemeinde Gmunden, Rudi Gigler

2019-05-01T21:08:49+01:00