Plauderei mit Papa Putz

HUBERT WOLF über Werbung für Möbel und Theater in Tillysburg.

Wer kennt ihn nicht? Seit mehr als 20 Jahren verkörpert Hubert Wolf den „Papa Putz“ in der Werbefamilie des von Wels aus agierenden Möbelriesen XXXLutz. Im exklusiven CITY!-Talk verriet der sympathische Schauspieler, wie er zu dieser Rolle kam, was ihn besonders mit Oberösterreich verbindet und wovon er nicht genug kriegen kann.

CITY!: In Zeiten wie diesen: Wie geht’s Ihnen? Wie haben Sie die Corona-Zeit erlebt?

Wolf: Recht gut. Es war natürlich ein etwas seltsamer Start in dieses Frühjahr und anfangs war ich – wie wohl jeder – etwas verunsichert, was denn da auf uns zukommt. Es ist ja schon eigenartig, wenn man eine Woche lang kein Klopapier kriegt. Es war auch ungewohnt, mit der Familie zwei Monate lang in der Wohnung Heimarbeit zu machen. Unterm Strich hat´s aber gut funktioniert. Ich war trotzdem sehr froh, einen schönen Balkon zu haben, wo ich nicht nur Frischluft genießen, sondern mich auch einmal zurückziehen konnte. Mittlerweile hat sich ja alles wieder einigermaßen normalisiert und ich hoffe, dass es auch gut weitergeht.

Lernen wir aus Corona?

Schön wärs, aber wirklich sicher bin ich mir da nicht. Vielleicht lernen wir, ohne diesen hohen Stresspegel zu leben, den wir alle in den letzten Jahren immer und überall hatten. Dieses „Immer höher, immer schneller, immer mehr“ habe ich für mich persönlich schon oft in Frage gestellt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich Arbeitsweisen ändern werden, Homeoffice wird Standard sein, was aber auch durchaus positiv sein kann. Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden uns wohl noch einige Jahre betreffen. Ich hoffe aber vor allem, dass sich diese Solidarität der Menschen, die wir zu Beginn der Corona-Krise hatten, nicht ins Gegenteil verwandelt und es zu gröberen Spaltungen kommt. Es bröckelt da und dort ja schon. Schauen wir mal.

Seit mehreren Jahren sind Sie auch Ensemblemitglied bei den Festspielen Schloss Tillysburg. Werden Sie heuer wieder dabei sein?

Leider nur als Zuschauer. Ich wäre heuer nur in der Wiederaufnahme von Franz Molnárs „Olympia“ auf der Bühne gestanden, und die wurde auf 2021 verschoben. Ich freue mich aber, dass – wenn auch in abgeänderter Form – überhaupt gespielt wird. Soviel ich weiß, kommt Grillparzers „Weh dem, der lügt“ zur Aufführung sowie einzelne Ein- oder Zwei-Personen-Stücke.

2021 dürfen wir Sie also wieder in Tillysburg erleben?

Sicher in „Olympia“ und ich hoffe, dass es auch zu einer Wiederaufnahme von „Da Jesus und seine Hawara“ kommt. Ich spiele nämlich sehr gerne in Tillysburg. Das Schloss mit seinem Innenhof ist nicht nur ein sehr schönes Ambiente, sondern es herrscht dort auch ein sehr gutes Klima im Team und es wird qualitativ sehr hochwertige Arbeit gemacht. Das macht einfach Spaß.

Hat es für Sie als gebürtigen Oberösterreicher also schon einen besonderen Reiz, hier auf der Bühne zu stehen?

Nachdem meine Eltern mittlerweile beide verstorben sind, sind meine Heimausflüge im Vergleich zu früher weniger geworden. Umso mehr genieße ich es, bei meinen Gastspielen in Tillysburg einmal einen Monat lang in der Gegend zu verbringen. Außerdem kommen meine Geschwister immer zu Aufführungen und wir machen dann so was wie ein Familientreffen.

Hat es für Sie als gebürtigen Oberösterreicher also schon einen besonderen Reiz, hier auf der Bühne zu stehen?

Nachdem meine Eltern mittlerweile beide verstorben sind, sind meine Heimausflüge im Vergleich zu früher weniger geworden. Umso mehr genieße ich es, bei meinen Gastspielen in Tillysburg einmal einen Monat lang in der Gegend zu verbringen. Außerdem kommen meine Geschwister immer zu Aufführungen und wir machen dann so was wie ein Familientreffen.

Nun sind Sie ja auch eines der bekanntesten Werbegesichter Österreichs – der „Papa Putz“ aus der XXXLutz-Werbung. Wie kam es dazu?

Ich wurde zu einem Casting eingeladen und dachte nicht im Entferntesten daran, in einem Werbespot mitzuwirken. Selbst meine damalige Agentin meinte, dass ich dafür überhaupt nicht in Frage komme. So bin ich völlig unbelastet hingegangen, hab mir keinen Stress gemacht und die Sache locker genommen. Vielleicht war es genau diese Lockerheit, warum ich für diese Rolle engagiert wurde. Und mittlerweile spiele ich sie seit 1999, seit mehr als 20 Jahren. Das hätte ich mir damals auch nicht gedacht.

Ist die Familie Putz inzwischen so was wie Ihre Zweitfamilie?

In gewisser Weise schon. Und das nicht nur mit meinen Schauspiel-Kollegen, sondern mit allen Leuten am Set, denn wir haben schon seit langer Zeit ein konstantes Team von ca. 50 Personen. Wenn wir uns dreimal im Jahr zu unseren Drehs treffen, herrscht wirklich eine sehr familiäre Atmosphäre. Wir freuen uns, dass wir uns wiedersehen, gehen uns nicht auf die Nerven und haben alle unseren Spaß. Wir haben ja mittlerweile auch eine gemeinsame Geschichte, haben viel miteinander erlebt.

Gibt es etwas, an das Sie sich besonders erinnern?

Ich erinnere mich oft an die Dreharbeiten zu dem Spot, in dem wir auf Lipizzanern durch die Spanische Hofreitschule geritten sind. Gedreht wurde das allerdings in einer Reithalle in Tschechien, die einen ähnlichen Baustil hatte und entsprechend adaptiert wurde. Es war Winter und hatte minus 5 Grad, was beim Lipizzaner-Spot ja noch erträglich war. Wir haben im selben Block jedoch auch einen Sommerspot in Bademode gedreht, das war bei Minusgraden alles andere als ein Vergnügen. Ähnlich erging es uns, wenn auch im umgekehrten Sinn, beim Dreh eines Weihnachtsspots im Juli bei Außentemperaturen jenseits der 30 Grad, im Rollkragenpulli und mit Handschuhen. Manchmal sind es schon extreme Bedingungen – auf der anderen Seite erleben wir viel, wie etwa bei unserem Dreh in Südafrika auf einer Safari mit echten Geparden und Löwen.

Wieviel Hubert Wolf steckt eigentlich im Max Putz?

Nun, eine großartige Gestaltungsmöglichkeit habe ich ja nicht. Es ist vieles vorgegeben, das Format ist mit maximal 40 Sekunden sehr eng und oft habe ich nicht mehr als 1 bis 2 Sätze. Da geht es eher darum, gut zu funktionieren. Von echter schauspielerischer Arbeit unterscheidet sich die Produktion eines Werbespots doch sehr. Aber ja: eine gewisse Portion des mir eigenen Humors steckt schon im Papa Putz.

Nun sind manche Spots doch sehr skurril. So etwas zu erfinden ist das Eine – es zu spielen das Andere. Haben Sie ein Mitspracherecht?

Nicht wirklich bzw. nur in sehr geringem Maße. Man kann sich nur die Grundfrage stellen: Mache ich es oder mache ich es nicht? Es würde auch nichts bringen, wenn wir uns zu viel einmischen, denn dann „steht die Kiste“, wie es bei uns im Schauspielerjargon heißt. Ich denk mir dann halt: „Nicht zu viel nachdenken, Augen zu und durch.“

Zurück zur ernsten Schauspielerei: Wie war eigentlich Ihr Weg auf die Bühne?

Ich bin in Braunau aufgewachsen und hatte anfangs, abgesehen von ein paar mittelmäßigen Schulvorstellungen, nicht so viel Bezug zur Schauspielerei. Kunst als solche hat mich aber schon interessiert – und vor allem: ich war neugierig und ich wollte etwas Kreatives machen. So was wie eine Initialzündung war ein Gastspiel der Kabarettgruppe „Schlabarett“, nach dem ich dachte, so etwas könnte auch für mich das Richtige sein. In Wien absolvierte ich dann ein Schauspieltraining bei Markus Kupferblum, der mich für eine Zwei-Satz-Rolle in Kleists „Penthesilea“ engagierte. Auch wenn die Rolle klein war, konnte ich viele Erfahrungen sammeln, mir viel von anderen Kollegen abschauen, viel lernen. Das war der Start, und irgendwie ging es dann Schritt für Schritt weiter.

Was haben Ihre Eltern damals dazu gesagt?

Die dachten ja an sich, dass ich in Wien Psychologie studiere. Ich hatte auch inskribiert, aber je mehr mich das Theater beansprucht hat, desto weniger hab ich mich dem Studium gewidmet. Irgendwann haben meine Eltern dann doch mitgekriegt, dass es etwas anderes sein muss, was der Sohn da in Wien macht. Also musste ich Farbe bekennen und sie waren anfangs schon sehr skeptisch. Später waren sie dann aber auch sehr stolz.

Haben Sie eine Wunschrolle?

Nicht wirklich. Früher hätte es mich gereizt, einmal den Frank N. Furter in der Rocky Horror Picture Show zu spielen. Aber generell habe ich es immer spannend gefunden, neue Rollen zu entdecken und zu erarbeiten – und zwar egal, ob Hauptrollen oder kleine Nebenrollen. Auch diese können sehr reizvoll sein, vor allem weil man ihnen in Ruhe den eigenen Stempel aufdrücken kann und nicht dem Stress des Hauptdarstellers ausgeliefert ist, der sozusagen „die Kiste ziehen muss“. Zum Glück durfte ich in meiner Karriere beides erleben. Eine Rolle, die mir persönlich aber besonders viel bedeutet hat, war der Titus Feuerfuchs in Nestroys „Der Talisman“.

Gibt es etwas, das Sie – abseits der Schauspielerei – gerne noch in Ihrem Leben machen möchten?

Reisen, neue Länder erkunden, neuen Menschen begegnen, neue Denkweisen kennenlernen. Davon kann ich nie genug kriegen. Insofern hoffe ich, dass wir bald wieder nicht nur unsere Nachbarländer, sondern auch die ganze Welt bereisen können.

Mit wem würden Sie gerne einmal einen Abend verbringen, und warum?

Echt cool wäre ein Abend mit den Rolling Stones. Seit ich mit 14 Jahren ein Konzert von ihnen erleben durfte, begleiten sie mich mein Leben lang. Gerne kennenlernen würde ich auch Robert De Niro. Er gehört für mich zur Riege jener Schauspieler, die ihr Publikum in jeder Rolle mitnehmen; für mich hat er dieses ganz gewisse Etwas, das ihn aus der Masse hervorhebt. Ich schätze ihn sehr.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Grundsätzlich einmal Gesundheit für mich und meine Familie. Gerade in Zeiten, wie wir sie gerade erleben mussten, bekommt Gesundheit einen noch höheren Stellenwert. Und dann wünsche ich mir, dass noch viele spannende Aufgaben auf mich zukommen und mir meine Schaffenskraft erhalten bleibt, sodass ich gut für mich und meine Lieben sorgen kann und wir ein sorgenfreies Leben haben.

Was macht Sie glücklich?

Alles, was ich in guter Gesellschaft mit guten Menschen machen darf – sei es in der Arbeit mit Kolleginnen und Kollegen, am Stammtisch mit Freunden oder im Kreis der Familie.

PERSONALAKTE

Hubert Wolf
Geboren: 3. September 1967
Sternzeichen: Jungfrau
Liebesstatus: glücklich verheiratet, eine Tochter

Fotos: © Doris Schwarz König, Barbara Pálffy, Redaktion

2020-09-29T18:55:05+02:00