• BEGEGNUNG MIT FÖRDERER. Auf dem Weg zum Interview traf das Power-Couple noch Landeshauptmann Thomas Stelzer, der auch immer ein offenes Ohr für Künstler hat.

Doch noch van Gogh

Das Musical-Traumpaar Elisabeth Sikora & Markus Olzinger legt wieder los

Die beiden Musical-Intendanten können endlich wieder aufatmen: Nach der Ungewissheit durch Corona geht „Vincent Van Gogh“ nun von 9. bis 26. September in Gmunden über die Bühne. Das Warten hat sich also gelohnt.

Die Schöne & das Biest. Kennengelernt hat der gebürtige Linzer Markus Olzinger seine jetzige Ehefrau Elisabeth Sikora aus Niederösterreich im Zuge seines ersten Engagements. Die Europa-Tournee von „Die Schöne und das Biest“ führte ihn nach Brünn, wo er im Mercure Hotel einquartiert wurde. „Das Taxi hat mich dann dorthin gebracht, aber ich habe mich gewundert, warum vom Ensemble nur ich dort gewesen bin. Als Elisabeth schließlich auch vor dem Hotel strandete, war ich schon etwas beruhigt. Allerdings hat sich herausgestellt, dass wir beide halt diejenigen waren, die beim falschen Mercure Hotel in Brünn einchecken wollten“, blickt Markus zurück und freut sich, dass dieses Missgeschick die Weichen in Richtung Liebe gestellt hat. „Irgendwie sollte es so sein, dass wir beide zusammenkommen“, so Elisabeth, die Markus später auch wieder in Linz am Schlossberg traf. Danach traten beide auf verschiedenen Bühnen auf – bis zu jenem Zeitpunkt, an dem der Wunsch nach eigenen Musicalproduktionen heranreifte.

Liebe & Leidenschaft. „Das ermöglicht uns, dass wir auch besonders anspruchsvolle Musicals auf die Bühne bringen können. Die Reaktionen auf Dr. Schiwago haben uns von Anfang an ja gezeigt, dass das geht und unser Engagement auch vom Publikum geschätzt wird. Wir stecken neben der Arbeit eben auch viel Liebe und Leidenschaft in die Produktionen“, antwortet Markus auf die Frage, warum man sich als Künstler so etwas antut. Denn hinter einem Musical wie etwa Vincent Van Gogh steht nicht nur die künstlerisch herausfordernde Regiearbeit, sondern viel organisatorisches Geschick und sogar handwerkliches Können, zumal Markus beim Bühnenbild selbst Hand anlegt. Die beiden haben auch in der Musicalschule Starwalk Academy Linz lange unterrichtet. Die Schüler waren dann in den jeweiligen Kinderrollen, sofern im Stück vorgesehen, bei den Produktionen in Gmunden zu sehen.

New York & London. Neben der Produktion an sich, geht es natürlich auch darum, dass man überhaupt an ein derart anspruchsvolles Stück gelangt und die Rechte für die Aufführung bekommt. Markus und Elisabeth haben diesbezüglich nicht nur beste Kontakte zu den Agenturen und Bühnen in New York und London, sondern auch einen guten Riecher,
welche Stücke denn bei uns auch gefragt sein könnten. „Wir orientieren uns hier wirklich am Anspruch und nicht unmittelbar am kommerziellen Erfolg. Denn selbst ein Stück, das am Broadway floppt, kann bei uns trotzdem auf positive Resonanz stoßen“, erklärt Markus, der für nächstes Jahr in Gmunden eine deutschsprachige Erstaufführung von „Woman in White“ direkt aus dem Londoner Verlag von Andrew Lloyd Webber ankündigt. Und für das Jahr 2023 steht sogar eine Welt-
uraufführung in der Traunseestadt auf dem Programm.

Team & Themen. „Bei unseren Produktionen geht es auch darum, dass ein Musical nicht immer lustig und zum Lachen sein muss. Wir wollen nichts verklären und verkitschen und uns darauf konzentrieren, dass die Geschichte unser Publikum berührt. Man darf bei einem Musical auch heftig weinen – selbst gestandene Männer dürfen das“, so Elisabeth, die darauf verweist, dass nicht alleine die Geschichte und die Regie für den Erfolg eines Musicals maßgeblich sind, sondern ein großartiges Team dahintersteht: Neben Top-Stars wie Jesper Tydén als Theo van Gogh und Yngve Gasoy-Romdal als Vincent van Gogh sind dies z.B.  Ingo Kelb, Jürgen Erbler und Jan Schütz, die als Visual Artists auch die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung ausloten und so etwa das „Orchester im Treppenhaus“ von Hannover nach Gmunden „verlegen“. Auch Roland Baumann leistet als Tonmeister einen wichtigen Beitrag dazu, dass das Musical sicher auch zu einem unvergesslichen Klangerlebnis wird..

Am 9. September geht es in Gmunden los: Das Musical „Vincent Van Gogh“ basiert auf dem Briefwechsel mit dem Bruder Theo van Gogh, der einen tiefen Einblick in die seelischen Wunden und Narben des später gefeierten Mitbegründers der modernen Malerei gibt. „Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück, Hoffnung und Liebe“, so van Gogh, der damit auch einen Nerv unserer Zeit trifft.

Alle Detail-Infos zum Musical und Ticketservice im Internet unter www.musical-gmunden.com

Fotos: © Maringer, Karin Nussbaumer

2021-07-05T11:01:14+02:00