• WILLKOMMEN ZU MEINEM ERSTEN CITY! INTERVIEW. Beim „Traxlmayr” mitten im Herzen von Linz treffe ich (geimpft und getestet) auf Landeshauptmann Stelzer (ebenfalls geimpft und getestet) - auf dem Weg zum Tisch brauchen wir aber Geduld, da wie dort muss noch gegrüßt werden.

Linzer Kaffeeplausch

Landeshauptmann Thomas Stelzer und ich treffen einander im Linzer Café Traxlmayr. Eine Premiere – für beide. Ich interviewe jetzt für das CITY! Magazin, er stellt sich erstmals einer Wahl als Landeshauptmann. Ein Gespräch über Gott und die Welt.

Seine politische Karriere hat nicht erst am 6. April 2017 mit der Amtsübergabe durch VP-Langzeit-Regierungschef Josef Pühringer begonnen, sondern schon als Landesobmann der Jungen ÖVP, als Linzer Gemeinderat oder als Klubobmann des ÖVP-Landtagsklubs. Geboren wurde Stelzer am 21. Februar 1967. Mit seiner Frau Bettina hat er zwei Kinder: Lukas ist 21, Lena 17.

Was machen Ihre Kinder, Herr Landeshauptmann? 
Lukas studiert in Wien Jus und Wirtschaftsrecht. Lena kommt jetzt in die Maturaklasse.
Wie erklärt Thomas Stelzer einem völlig Unbedarftem seinen Job?
Der Landeshauptmann ist der Regierungschef im Land, vertritt das Land auch nach außen und ist daher bei allen wichtigen Fragen miteingebunden. Meine ganz konkreten Zuständigkeiten sind die Landesfinanzen, das Landespersonal und die Kultur, was mich übrigens besonders freut, weil Oberösterreich eine breit aufgestellte und wirklich aktive Kulturszene hat. Und dann gibt es
natürlich auch die gesamte Verwaltung des Landes und die Verantwortung für unsere Tochterunternehmen. 
Wollten Sie immer schon Landeshauptmann werden – wir erinnern uns an Bundeskanzler Gusenbauer, der schon in der Sandkiste davon träumte, Kanzler zu werden – oder hat sich das ergeben? 
Das hat sich ergeben, weil mich mein sehr verehrter Vorgänger Josef Pühringer gefragt und dann auch vorgeschlagen hat. Das kann man auch nicht planen oder sich gar darum bewerben. Das muss sich einfach wirklich durch die Aktivität – was man tut und wie man es tut und miteinander umgeht – ergeben.
Jetzt steht man als LH rund um die Uhr fast in der Auslage. Immer ein schöner Anzug, weißes Hemd, Krawatte. Wer sucht denn bei Ihnen das Gewand aus?
Also (lacht), ich kaufe selber ein und suche auch alles wirklich selber aus, weil ich ja auch ein schneller Einkäufer bin. Bei mir muss es Ruckzuck gehen. Ich habe da eine klare Vorstellung. Aber es gibt mich natürlich nicht nur im Anzug (lacht). Aber eines ist richtig: Landeshauptmann ist man immer, da ist man nie ganz privat unterwegs. Die Leute kennen einen Gott sei Dank, reden einen auch an. Und das kann genauso beim Einkaufen, beim Spazierengehen oder bei offiziellen Anlässen sein.
Ist das mitunter lästig, bzw. sagt man sich hin und wieder: „Mah, ich hätte jetzt gerne meine Ruhe…?“
Also, ich sehe es positiv. Es wäre ja auch für mich total schlecht, wenn die Menschen mich als Landeshauptmann nicht kennen oder nicht auf mich zugehen würden. Da ist es mir andersherum bedeutend lieber. Und die meisten Begegnungen sind zudem ja auch sehr angenehm und freundlich.
Ist LH zu sein manchmal nicht trotzdem auch eine mühselige Geschichte? 
Es ist jedenfalls eine, wo man oftmals auch Anspannung fühlt, weil natürlich schon viel Verantwortung damit verbunden ist. Entscheidungen sind zu treffen und man hat ja nie die Garantie, dass die Dinge immer so kommen, wie man sich das selber wünscht. Aber in Summe ist es wirklich eine schöne Aufgabe, weil ich in einem Bundesland bin, wo vieles weitergeht und wo auch viele helfend zur Seite stehen. Das gehört auch einmal gesagt.
Welche Eigenschaften soll und muss ein Politiker haben?
Es braucht ganz vielfältige Eigenschaften. Grundsätzlich muss man aber einmal Menschen mögen und gern mit Menschen arbeiten und sich mit ihnen unterhalten, dabei auch offen zuhören können. Als Politiker sollte man auch die Fähigkeit haben, immer  das Positive im Gegenüber zu sehen. Mitunter braucht man dazu auch einmal länger (lacht), aber letzten Endes ist es mir immer noch gelungen. Sogar in der Politik; egal, was einen sachpolitisch auch oft trennt. Dann sollte man die Einstellung haben, etwas erreichen und umsetzen zu wollen. Dem Motto „Geht net, gibt’s net“ etwa kann ich als Politiker viel abgewinnen. Denn man muss immer danach trachten, etwas zu bewegen, zu lösen und – das habe ich von meinen Vorgängern gelernt – auch immer zu wissen, dass es kein kleines Problem gibt. Weil jemand, der etwas will oder dir etwas von seinen Sorgen und Problemen anvertraut, für den ist das eben sein Anliegen. Auch wenn es für einen selber vielleicht auf den ersten Blick gar nicht so bedeutend erscheint, kann es für den anderen extrem wichtig sein.
Und wenn etwas nicht gelingt? Fällt es schwer, sich damit abzufinden?
Das ist wie bei jedem anderen Beruf. Auch bei meinem. Es kann nicht immer alles gelingen, ich kann nicht jedes Problem lösen. Aber ich muss mich zumindest jeden Tag darum aufs Neue bemühen. 
Wann geht denn der Tag in der Früh los?
Das ist unterschiedlich. Je nach dem ersten Termin, aber so gegen 6 Uhr.
Setzt man sich dann selbst ins Auto und fährt zum Landhaus – oder wird man vom Chauffeur abgeholt? Wie ist das?
Ich werde vom Chauffeur abgeholt, was auch gut ist, denn eigentlich beginnt die Arbeit ja sobald man ins Auto einsteigt. Diese Fahrzeit nütze ich – ebenso wie Josef Pühringer vor mir – zum Aktenstudium oder zum Telefonieren.
Wie lange dauert der Tag bzw. wie kurz ist die Nacht?
In letzter Zeit wurden die Tage durch Veranstaltungen wieder länger. Gott sei Dank, weil das ganze Veranstaltungsgetriebe endlich wieder an Fahrt aufgenommen hat. Aber ich versuche zumindest spätestens gegen Mitternacht wieder Zuhause zu sein.
Oberösterreich ist ja ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Land. Heuer war am 22. August der sogenannte „Welterschöpfungstag“. Seither betreibt die Menschheit dieses Jahr wieder Ressourcen-Raubbau. Wie sollen wir hier damit umgehen, um diese Welt für die weiteren Generationen zu erhalten? 
In Ihrer Frage, Herr Witzany, kommt das wichtige Wort Welt vor. Ja, dieses Thema betrifft die ganze Welt. Darum können nur wir in Oberösterreich dieses Riesen-Thema natürlich auch nicht alleine lösen. Was aber bitte gar nicht als bequeme Ausrede für ein Nichtstun dienen soll. Aber ich glaube ehrlich, dass gerade Oberösterreich, wenn wir uns etwa am Standort Linz umschauen, als Industriebundesland bisher viele Probleme gelöst hat. Denken Sie zurück. In unserer Jugend war Linz als dreckige, schmutzige Industriestadt verschrien. Wenn man heute schaut, wie sauber unsere Luft ist, wie gut erhalten unsere Umwelt ist, erkennt man schon, dass hier Fortschritte in Richtung Umwelt- und Klimaschutz gelungen sind. Darauf dürfen wir uns natürlich nicht ausruhen. Aber wir dürfen auf das bisher Erreichte schon ein wenig stolz sein. Das motiviert ja auch alle, weitere Verbesserungen zu erreichen.
Ich habe mal ein Radiointerview mit einem Mitarbeiter von Global 2000 geführt. Den habe ich gefragt: „Sagen Sie, wie schaut denn die Welt in 200 Jahren aus?“ Und seine Antwort war für mich erschütternd: „Das wollen sie jetzt lieber net wissen.“ Wie interpretiert der Landeshauptmann so eine Aussage?
Ich interpretiere es so, dass es viele gibt, die sich über unsere Umwelt, unsere Lebensweise, zu Recht Gedanken machen. Ich tue das auch. Täglich. Schritt um Schritt soll und muss es ja auch Verbesserungen gerade im Umwelt- und Klimaschutz geben. Der heurige Sommer und einige Unwetterkatastrophen haben uns das ja auch wieder deutlich vor Augen geführt. Aber keiner kann 200 Jahre vorausschauen. Wenn wir im Jetzt aber Verantwortung übernehmen, wenn wir die Chancen, die wir durch Forschung und Technologie haben, auch ergreifen, dann können wir den nächsten Generationen immer noch eine lebenswerte Welt hinterlassen. Aber das ist natürlich kein Selbstläufer! Man muss schon ordentlich etwas dafür tun, etwa neue Antriebsformen entwickeln, mehr erneuerbare Energie nutzen und auch an vielen kleinen Rädchen drehen. Und wenn zumindest die meisten auf der Welt da mitmachen, dann schaffen wir das. Das will ich als Vater natürlich auch für meine Kinder.    
Was geht Ihnen zu langsam?
Die, die mich kennen, wissen, dass mir immer alles zu langsam geht. Denn ich möchte was anpacken und es am besten schon erledigt haben. Aber wenn wir gerade über Klimaschutz reden, dann muss einem einfach bewusst sein, dass das eben schon eine weltweite Kraftanstrengung verlangt. Und wenn große Teile Asiens nicht mitmachen, dann werden wir auf der Welt auch nicht wirklich im großen Stil vorankommen. Aber noch einmal: Das soll keine Ausrede sein. Wir werden sowieso unser Bestes geben, brauchen aber auch die Welt dazu. Was mir auch zu langsam geht und weh tut, ist, dass es uns noch nicht gelungen ist, dieses elendige Coronavirus endlich in die Knie zu zwingen. Das beschäftigt uns ja alle. Wir haben jetzt zwar Möglichkeiten gefunden, es zurück zu drängen. Es wird uns aber weiterhin begleiten – und eigentlich möchte ich gerne, dass wir in eine Phase kommen, in der wir mit Corona dann genau so leben wie mit anderen, schon gewohnten Krankheiten auch. Das wäre wichtig, damit wir uns einschränkende Maßnahmen künftig sparen können.  
Oberösterreichs Impfrate ist nicht gerade berühmt. Wie erklärt man einem Impfskeptiker die Notwendigkeit einer Impfung? Wie tun Sie das, Herr Landeshauptmann, zumal Sie ja auch schon geimpft sind? 
Es ist eine vertrackte Geschichte: Am Anfang haben alle gesagt: „Hoffentlich gibt es die bald.“ Dann folgte ein Gedränge um den ersten Stich, obwohl wir noch gar nicht so viele Impfdosen hatten. Jetzt haben wir genügend Impfstoff, aber das Interesse sinkt – egal wie niederschwellig wir das Angebot auch anbieten. Mittlerweile hat die Impfung sogar das echte Potenzial zu einem Spaltpilz  der Gesellschaft zu werden. Das möchte ich nicht. Und daher kann man nur auf den positiven Weg der Überzeugung setzen und sagen: „Schau her, wie man es auch dreht und wendet, das einzig wirksame Schutzmittel gegen das Virus ist derzeit die Impfung. Sie ist erprobt, wir sehen es an den Zahlen, wir sehen, dass gerade die älteren Mitbürger, die in den Pflegeheimen wohnen, de facto zur Gänze geschützt sind, seitdem wir die Impfung haben.“ Wir werden das immer und immer wieder an die Bevölkerung heranbringen. Ich bin also letzten Endes trotzdem davon überzeugt, dass wir schon noch einen Schub nach vorne bei den Impfzahlen machen werden. 
Sind Sie der Ansicht, dass die Medien hier eine positive Rolle einnehmen?
Ich habe schon den Eindruck. Ich glaube überhaupt, dass durch die Pandemie die Medien als gestaltender Faktor einer Demokratie noch einmal an Bedeutung gewonnen haben und dass auch viele Medien verantwortungsvoll mit diesem Thema umgehen. Medien sind dazu da, alle Seiten darzustellen und darum gibt es natürlich auch kritische Stimmen, die sich zur gängigen Praxis äußern. 
Jetzt verlassen wir das Thema Corona und gehen zu einem Geschehen, das mir sehr am Herzen liegt: Afghanistan. Vor kurzem hat ja der Bundespräsident appelliert, Menschen aufzunehmen. Vom Herrn Bundeskanzler sieht man zwei erhobene, abwehrende Hände. Der sagt „Nein“. Wie denken Sie darüber?
Afghanistan ist natürlich eine Katastrophe – insbesondere für die dortige Bevölkerung. Es ist momentan zwar ein sehr aktuelles Beispiel, aber nur eines für viele Krisenherde, die es auf unserer Welt gibt und wo Menschen in Zuständen leben müssen, die wir uns gar nicht vorstellen können. Trotzdem muss ich sagen, kann der Ansatz Europas auf Dauer nicht jener sein, dass man dort, wo Probleme auftreten, sagt: „Wir nehmen euch alle in Europa auf und Europa ist die Zuflucht.“ Das ist nicht verkraftbar und das muss man aufgrund der Erfahrungen auch nüchtern sagen: Es gibt bei diesem furchtbaren Thema der Flucht so viel Geschäftemacherei und Leute, die das einfach ausnutzen. Und denen sind in Wahrheit die Menschen ganz egal. Darum ist alles, was falsche Signale sendet, einfach nicht zielführend. Ich bin sehr dafür, dass man sagt: „Dort, wo die Not entsteht, wo die Not groß ist, dort hilft man vor Ort. Da hat Oberösterreich eine große Vorbildwirkung. Das brauche ich Ihnen nicht erzählen. Sie kennen sich als engagierter Förderer von Sozialprojekten da bestens aus. Denn es ist gescheiter, den Leuten in der Region oder in sicherer Nähe ihres Heimatlandes eine Perspektive zu bieten. Dazu gehört auch die Möglichkeit, sobald es wieder geht, in die Heimat zurückzukehren. Natürlich geht es daher darum, dort für lebenswürdige Umstände zu sorgen. Wir machen das z.B. gerade in einem Flüchtlingslager in Lipa in Bosnien. Dort bauen wir als Land Oberösterreich die Wasserversorgung auf, damit dort die Leute ordentlich Leben können, solange sie dort bleiben müssen. Außerdem wird das Land Oberösterreich mit 200.000 Euro Soforthilfe Flüchtlinge in und um Afghanistan unterstützen. Und abrundend gesagt, und das meine ich mit großem Respekt: Im Vergleich zur unserer Größe hat Österreich, insbesondere Oberösterreich, in Europa die meisten Flüchtlinge aufgenommen, integriert und so auch geholfen. Ich sage das deshalb mit großer Bewunderung, weil hier meistens Bürger ehrenamtlich einen Beitrag leisten. Das sind Freiwillige, die sich sehr einbringen und engagieren, und das ist auch ein Markenzeichen unseres Landes. 
Ist dies auch der Öffentlichkeit als positives Markenzeichen bewusst oder wird dieses Markenzeichen gar kritisiert?
Das ist wie meist in der Gesellschaft: Es wird immer verschieden beleuchtet. Aber ich bin überzeugt, dass es zur Grundstimmung in unserem Land und zum Grundverständnis gehört, dass wir eine hilfsbereite und über unsere Landesgrenzen hinaus solidarische Gesellschaft sind.
Zum Abschluss erlauben Sie mir, Herr Landeshauptmann, etwas zu träumen. Warum können sich US-Präsident Joe Biden und Russlands Wladimir Putin nicht einfach einmal zusammen auf ein Kaffeeplauscherl treffen? Warum ist es so schwierig diesen direkten Draht zu finden? Wäre es nicht lohnend, zu sagen: „Komm, setzen wir uns zusammen, reden wir über die Probleme der Welt.“ 
Am Ende kommt es wie überall darauf an, ob die führenden Köpfe auch miteinander können und eine Vertrauensbasis aufbauen. Das hat sich in der ganzen Weltgeschichte gezeigt. Darum ist der Schwenk der USA hin zur Diplomatie und zu direkten Gesprächen mit einer klaren Agenda auch für die Weltgemeinschaft und für den Weltfrieden nun ein Gewinn. Es wird aber wohl noch eine Zeit lang dauern, bis Ihr traumhaftes Kaffeeplauscherl zwischen Biden und Putin zustande kommt.
Und wovon, Herr Landeshauptmann, träumen Sie privat und in der Politik? 

Ich träume davon, dass Oberösterreich eine friedliche und wirtschaftlich prosperierende Region samt klarem Bekenntnis zur Ökologie bleibt. Ich arbeite auch konsequent daran, dass Oberösterreich ein Land der Möglichkeiten wird. Außerdem hoffe ich, dass uns solche Überraschungen wie Corona künftig erspart bleiben. Privat träume ich eigentlich nur davon, dass ich ein glücklicher alter Mann werde.

Kommen wir wieder zurück in unser Land. Da gibt es neuerdings etwas Positives: Das Klimaticket in Österreich und OÖ ab dem 26. Oktober. Wie schaut das jetzt für den Konsumenten aus?
Das wird eine enorme Vergünstigung bringen für all jene, die den öffentlichen Verkehr nutzen. In OÖ kann man außerhalb der drei großen Städte Linz, Wels und Steyr im Jahr um 365 Euro den öffentlichen Verkehr nutzen. Wenn man alle drei Städte mitnutzen will, kommt man auf einem Betrag von 640 Euro. Es ist eine Vergünstigung von hunderten Euro pro Jahr, je nachdem, wo man her ist und welche Öffis man frequentieren will. Was mir allerdings immer wichtig ist: Es soll nicht nur das Öffi-Ticket alleine geben. Ein attraktiver Tarif ist schon wichtig, aber es braucht auch das richtige Angebot. Und genau darum beginnen wir in Linz das große Stadtregional-Bahnprojekt zu planen und dann auch zu bauen. Es geht hier um eine neue Schienenachse, auch durch Linz, wo v.a. die Spitalsviertel angebunden sind und wo die umliegenden Bahnen, wie etwa die Mühlkreisbahn, eingebunden werden und wir in Richtung Kepler-Uni und dann hinauf in Richtung Pregarten eine neue Linie bauen. Das wird also wirklich einen enormen Schub im Angebot des öffentlichen Verkehrs bringen. Gerade in der Hauptstadtregion hilft das hoffentlich auch, die Verkehrsströme zu entlasten.
Jetzt gehen wir weg vom Verkehr. Wenden wir uns dem Eigenheim zu. Gibt es da nicht auch eine Förderung seit dem 30. Juli?
Die gibt es neu und zwar deswegen, weil wir bisher schon die Errichtung von Eigenheimen immer gut förderten. Durch die Zinslandschaft, die wir in Europa haben – das Geld kostet gegenwärtig de facto nichts – ist die Förderung unattraktiver geworden. Aber man muss dazu sagen, dass wir längerfristig denken: Nur weil jetzt ein paar Jahre lang die Zinsen günstig sind, heißt es nicht, dass in 15, 20 Jahren das immer noch so sein wird. Und viele Familien finanzieren ihre Eigenheime über einen langen Zeitraum hinweg. Und exakt hier sehen wir uns als öffentliche Hand in der Rolle, dass wir auch entsprechend langfristig unterstützen. Darum ist die Eigenheimförderung neu aufgestellt worden.
Kommen wir jetzt zu Ihnen als Privatperson. Ihre bekannten Hobbys: Lesen, Wandern, Theater … was noch?
Ja, stimmt. Auch Skifahren, selbstverständlich. Ich versuche aus gesundheitlichen Gründen ein paar Mal in der Woche zu laufen, draußen oder am Hometrainer, je nachdem, wie es sich zeitlich ausgeht. Da kann man ganz gut dabei entspannen.

Fotos: © Andreas Maringer, privat

2021-09-20T12:19:06+02:00