Eine Innviertlerin mischt auf
PORTRÄT. Christiane Frauscher ist die Neue im heimischen Wirtschaftsressort.
Mit Christiane Frauscher (53) wurde eine erfahrene Managerin in die Landesregierung geholt. Dabei ist Frauscher alles andere als eine politische Anfängerin.
Innviertler Macherin. Die Juristin aus Weilbach im Bezirk Ried kennt die Schaltstellen des Landes bereits seit Jahrzehnten. Nach ihrem Studium in Salzburg trat sie im Juli 2000 in den oberösterreichischen Landesdienst ein. Sie war an der Bezirkshauptmannschaft Braunau, in der Abteilung Gewerbe und in der Abteilung Personal tätig. Von 2002 bis 2004 arbeitete sie zwischenzeitlich im Bundeskanzleramt in der Sektion Öffentlicher Dienst und Verwaltungsreform und war dort unter anderem für Verwaltungsinnovationsprojekte verantwortlich. Danach ging es zurück nach Oberösterreich. Dort wurde sie stellvertretende Büroleiterin von Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl. Sie betreute neben den Personalagenden die Verwaltungsentwicklung und den Gesundheitsbereich. Mit April 2015 wurde Christiane Frauscher als Landesfinanzdirektorin in einer Schlüsselposition der Landesverwaltung tätig und ab Juni 2017 war sie Geschäftsführerin der Landesholding, die sämtliche Unternehmensbeteiligungen des Landes (unter anderem die Energie AG) bündelt. Millionenbudgets, große Unternehmen und wichtige Personalentscheidungen gehören also längst zu ihrem Alltag. Zudem war sie Laienrichterin am Arbeits- und Sozialgericht. „Christiane Frauscher ist eine, die nicht lange redet, sondern die anpackt“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer über die neue Landesrätin. Als „Macherin aus dem Innviertel“ soll sie nun dort punkten, wo Oberösterreich besonders gefordert ist: bei Wirtschaft, Arbeitsplätzen, Energie, Tourismus und Sport.
Privat bodenständig. Abseits der politischen Bühne lebt die ledige Neo-Landesrätin in Linz. Aufgewachsen ist die gebürtige Innviertlerin in Weilbach im Bezirk Ried. Trotz aller Verantwortlichkeiten war ihr privat schon bisher auch ein ehrenamtliches Engagement wichtig: So widmet sie sich in der Linzer Pfarrgemeinde St. Konrad am Froschberg der Jugendarbeit und ist auch im Pfarrgemeinderat aktiv. Zum Ausgleich zieht es sie gerne in die Natur – beim Laufen, Wandern oder Klettern. Mit dem Wechsel von der Verwaltungsspitze auf die Regierungsbank betritt Frauscher dennoch Neuland. Denn künftig muss sie politische Entscheidungen nicht nur vorbereiten und umsetzen, sondern auch öffentlich verantworten. Un#d das ausgerechnet in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, ein Jahr vor der Landtagswahl.
Viele Zuständigkeiten
Große Verantwortung für Frauscher
KEIN KURSWECHSEL. Vor der Ernennung Christiane Frauschers wurde davon ausgegangen, dass es eventuell zu umfangreicheren Aufteilungen der Zuständigkeitsbereiche kommen könnte. Eine Neuzuteilung der Ressorts sei allerdings nicht vorgesehen, stellte LH Stelzer zuletzt klar. Frauscher wird daher wohl sämtliche bisherigen Zuständigkeitsbereiche Achleitners übernehmen. Dazu zählen u.a. die Ressorts Wirtschaft, Energie, Raumordnung, Gewerbe und Sport.
Fotos: © OÖN / Volker Weihbold, OÖVP
