Schaurige Schauplätze
Wo uns Stadt-Geschichten nicht nur an Halloween das wahre Gruseln lehren.
Hinter den prächtigen barocken Fassaden, modernen Lichtern und idyllischen Flussufern von Linz, Wels und Steyr verbirgt sich eine düstere, geheimnisvolle Welt. Wer abseits der klassischen Touristenpfade wandelt, stößt rasch auf jahrhundertealte Sagen, düstere Gänge und unheimliche Geschichten aus der Vergangenheit.
Wenn der Herbstnebel von der Donau langsam in die Gassen schleicht, zeigt die Landeshauptstadt Linz ihr unheimliches Gesicht. Und man sollte es nicht für möglich halten, die sonst so moderne Industrie- und Kulturstadt birgt jahrhundertealte Orte, an denen man selbst am helllichten Tag eine Gänsehaut bekommen kann. Begeben Sie sich mit uns auf einen schaurig-schönen Rundgang durch die Landeshauptstadt und entdecken Sie die Faszination alter Gruselgeschichten.
Kirchen, Stollen & Geister. Wir beginnen unseren Rundgang tief unter dem Freinberg, dort erstreckt sich beispielsweise ein weitverzweigtes unterirdisches Stollensystem. Einst als Bier- und Weinkeller genutzt, wurden die Gänge während des Zweiten Weltkriegs von Zwangsarbeitern zu Luftschutzbunkern ausgebaut. Die feuchtkalte Luft und das Echo der eigenen Schritte lassen die bedrückende Geschichte immer noch spürbar werden. Auch rund um die Kirchen der Landeshauptstadt ranken sich gruselige Geschichten. Wir spazieren also durch finstere Altstadtgassen weiter zum Mariendom, der ohnehin schon eine architektonische Naturgewalt ist. Steigt man dann noch in die mächtige Unterkirche hinab, umgibt einem eine bleierne, fast einschüchternde Stille. Auch die Stadtpfarrkirche birgt unheimliche Geheimnisse, die historisch belegt sind und eng mit dem ehemaligen Friedhof und den düsteren Winkeln der Kirche zusammenhängen. Der heutige Pfarrplatz, der die Kirche umgibt, war vom Mittelalter bis ins späte 18. Jahrhundert der zentrale Friedhof der Stadt. Im Jahr 1785 wurde er aufgelassen. Als die Gräber geräumt und die Gebeine weggeschafft wurden, berichteten Anwohner über Jahrzehnte hinweg von unheimlichen Lichtern auf dem Platz, die auch als „Totenleuchten“ bezeichnet wurden und dem schaurigen Gefühl, nachts beobachtet zu werden. Besonders bei nächtlichem Nebel merkt man auch heute noch eine spürbar düstere Aura.
Hexenwahn und Sagen. Natürlich können uns auch andere Städte in Oberösterreich das Gruseln lehren. Wer der Traun flussaufwärts nach Wels folgt, taucht tief in das mittelalterliche Grauen ein. Denn Wels war einst Schauplatz erbitterter Gerichtsprozesse und birgt schaurige Legenden. Nur ein kurzes Stück außerhalb von Wels liegt ein weiterer, berühmt-berüchtigter Spukort. In den Mauern von Schloss Eggendorf soll der Legende nach eine geheimnisvolle „Weiße Frau“ spuken.
Grauen am Flusslauf. Am Zusammenfluss von Enns und Steyr liegt die Romantikstadt Steyr, die auch gruseligen Schauer verspricht, wenn man unter die Oberfläche blickt. Uralte Sagen berichten von unheimlichen Fuhrwerken, dem Teufel persönlich, der als Fuhrmann Wanderer ins Verderben stürzte, und feurigen Geistergestalten in den umliegenden Wäldern und Bergen. Egal, ob Sie den Geschichten der Nachtwächter lauschen oder auf eigene Faust durch die nebligen Gassen streifen: Wer die Augen öffnet, wird schnell merken, dass die dunkelsten Geheimnisse von Linz, Wels und Steyr direkt auf ihre Entdeckung warten. Lassen Sie sich vom geheimnisvollen Zauber dieser drei Städte gefangen nehmen – denn in den Schatten von Linz, Wels und Steyr schläft die Vergangenheit nie ganz.
Hier kommen Sie auf Touren
Führungen mit Gruselfaktor
IN LINZ BEGINNTS. In der Stahlstadt bietet der „Nachtwächter zu Lintze“ eine Gruseltour an. Geschichten über historische Kriminalfälle, Morde und gespenstische Phänomene fehlen dabei nicht (www.nachtwaechter-zu-lintze.at). In Wels lockt eine unheimliche Nachtwächtertour (www.wels.at), und in Steyr kann man sogar eine kulinarische Schauertour für Gruppen buchen (www.steyr.at).
Fotos: © AdobeStock, Nicole Aigner, Wolfgang Liegl


